Zinzendorf, Nikolaus von – Des HErrn Himmelfahrt.

„Ihr, die ihr Christi Ehre seid,
Die ihr zum Volk des HErrn gehöret,
Und durch den Sohn den Vater ehret:
Was ist’s? was seid ihr so erfreut?“

Wir seh’n mit tiefem Wundern an
Den jauchzenden Triumph der Geister:
Sie bringen ihren Herrn und Meister!
„Wer ist’s?“ Es ist der Schmerzensmann!

Der Schmerzensmann, vom HErrn verwund’t,
Ja, Der, der unsre Last getragen,
Den unser Gott für uns geschlagen,
Das Lamm, das Opferlamm beim Bund.

Das Auge blickt noch überwärts,
Und Ehrfurcht hält es nicht zurücke,
Dass es beständig Ihm nachblicke:
Zu Boden, Leib und Seel‘ und Herz!

So viel man, aus sich selbst entrückt,
Denkt oder redet vor Erstaunen,
So viel sei Christi Siegsposaunen
„Glück zu dem König!“ nachgeschickt.

Kommt, tretet in die Harmonie,
Ihr muntern Feuerflammenwagen,
Die ihr den HErrn hinaufgetragen:
Tönt Jesu droben, wir tun’s hie!

Johann Franck – Festum nunc celebre. (Nach einem Lateinischen Hymnus aus dem 8. Jahrh.)

Himmelfahrtslied
In seiner eignen Weise.

Das herrlich hohe Fest,
Das uns zur Freud‘ anlässt,
Zwingt billig das Gemüt
Auch auf ein Dankeslied;
Indem jetzt Jesus Christ,
Aus eigner Kraft gerüst,
Auf seinen Stuhl gestiegen ist.

2. Er steigt mit Wonn‘ empor
Hin zu dem Sternenchor.
Es rühmt ihn immerdar
Der Auserwählten Schar.
Ja auch der Engel Zahl
Lobt jetzt und allzumal
Den Siegesheld im Himmelssaal.

3. Der, da er auf jetzt steigt,
Die Bande bind’t und beugt.
Den Menschen schicket er
Viel großer Gaben her.
Der, dass er Alles füll},
Jetzt auffährt in der Still‘,
Kommt künftig, dass er richten will.

4. Wir bitten, starker Held
Und Schöpfer aller Welt,
Sieh an, schütz‘ und beschirm‘
Uns arme Erdenwürm‘,
Auf dass des Teufels Neid
Uns nicht von dir abscheid‘
Und stürz‘ in ewig’s Herzeleid.

6. Wann du in Flammen wirst
Herkommen als ein Fürst,
Und dir wird alle Welt
Zu richten vorgestellt:
Alsdann, ach Herr, verschon,
Uns nicht nach Sünden lohn‘,
Und teil‘ uns mit die Lebenskron‘.

7. Das tu, o großer Herr,
Gott, du Allmächtiger!
Das tu, o Gotteslamm,
Das tu, o Himmelsflamm‘;
O du Dreifaltigkeit,
Tu es, weil jederzeit
Dein Zepter herrschet weit und breit.

Hermann, Nikolaus – Ein Himmelfahrtslied.

Mein Herz für Freud aufspringt
Und mich zu singen zwingt
Ein neuen Lobgesang
Christo zu Preis und Dank,
Der in seiner Menschheit,
Die am Kreuz für uns leidt,
Heut auffährt in die himmlische Freud.

2. All Engel freuen sich fast
Über dem neuen Gast,
Das ganze himmlische Heer
Singt ihm Lob, Preis und Ehr,
Und fröhlich jubilirt,
Daß Christus triumphirt,
Und all sein Feind gefangen führt.

3. Zus Vaters rechte Hand
Sitzt der theure Heiland.
Sein Gaben er ausspendt,
Und führt sein Regiment.
Im Wort durchs Geistes Kraft,
Beweist er all sein Macht.
Ohn End ist sein Reich und Herrschaft.

4. Herrlich am jüngsten Tag,
Nach beider Engel Sag,
In einer Wolken schon
Wird kommen Menschen Sohn;
Dann wird ein Jedermann
Für seim Gericht müssen stahn,
Und sein verdienten Lohn empfahn.

5. Heut ist des Himmels Thor,
Das gesperrt war zuvor,
Geöffnet Jedermann,
Und durch Christ aufgethan.
Gar herrlich er einzog
Mit Freud in Himmel hoch,
Und will sein Brüder holn hernach.

6. Wir bitten dich, Herr Christ,
Steuer des Satans List.
Zerreiß, o Herr, sein Strick,
Und entdeck uns fein Tück.
Mit Hülf von uns nicht weich,
Daß er uns nicht erschleich,
Und abwende von deinem Reich.

7. Vater, Sohn, heiliger Geist,
Hülf, Gnad, Beistand uns leist,
Durch deine milde Güt
Dein Kirch und Volk behüt.
Fremder und falscher Lehr
Durch dein Geist steur und wehr,
Zu deines Namens Preis und Ehr.

Amen.

Arndt, Ernst Moritz – Himmelfahrt

Wie prangt im Frühlingskleide
Die grüne bunte Welt!
Und hat in Wald und Haide
Musik und Lust bestellt!
Wie klingt und spielt der Scherz
In Büschen rings und Bäumen
Von Edens Blumenträumen
Den Klang in jedes Herz!

Hinaus denn, meine Seele,
In voller Lust hinaus!
Verkünde, ruf‘, erzähle
Und kling‘ und sing‘ es aus!
Du bist von Lerchenart,
Nach oben will dein Leben:
Laß fliegen klingen und schweben
Die süße Himmelfahrt!

Auf! Lüfte deine Schwingen
Zum frohen Heimatort!
Dein Trachten Sehnen Ringen,
Dein Weg, dein Lauf ist dort.
O flieg‘ aus diesem Glanze
Der bunten Erdenlenze
Ins Land der ew’gen Kränze!
Dort ist dein Ziel, dein Kranz.

Behm, Martin – Am Tage der Himmelfahrt Jesu Christi.

Mein Seel heut jubilieret,
Ob ich schon steck in Noth,
Weil Christus triumphieret,
mein treuer Herr und Gott.
Jesu, du hast gestritten
Für uns aus aller Macht,
Den bittern Tod gelitten,
Das Leben wiederbracht.

Du hast, Herr, überwunden
Sümd. Teufel, Tod und Höll,
Das ewig Heil erfunden
Für unser Leib und Seel.
Nun bist du aufgefahren
Ins Himmelreich mit Schall,
Darob der Engel Scharen
Sich freuen allzumal.

Allda bist du gesessen
Ans Vaters rechter Hand:
Wollst unser nicht vergessen,
Wir sind in fremdem Land;
An allen Ort und Enden
Du gegenwärtig bist,
Alls steht in deinen Händen
Jetzt und zu jeder Frist.

Du bist sehr hoch erhaben,
Regierst an allem Ort,
MMit deinem Geist und Gaben
Dein Kirch du pflanzest fort.
Der Teufel und sein Rotte
Uns setzen heftig zu;
Sie haben dich zum Spotte,
Wir haben wenig Ruh.

Darum wollst du zerstören
Des Teufels Reich und Macht,
Den falschen Lehrern wehren
Und der Tyrannen Pracht.
Dein Kirch wollst du regieren,
Die sonst kein Helfer weiß,
Sie mit dein Gaben zieren,
Daß sie dich lob und preis.

Laß mich dein Reichsgenossen
Auch sein in dieser Zeit,
Auf daß ich unverdrossen
Dein Lob und Ehr ausbreit
In allem meinem Leide,
Gieb mir den Trost ins Herz,
Daß mich nicht von dir scheide
Noth, Elend, Angst und Schmerz.

Hilf, daß ich an dir klebe
Mit Herzen, Muth und Sinn,
Mich gänzlich dir ergebe,
Weil ich dein eigen bin.
Gieb Gnad, daß ich mich schwinge
Im Geist ins Himmelreich,
Dahin mein Seel auch bringe,
Wenn mein Leib wird ein Leich.

Wenn du wirst wieder kommen
Mit Klarheit zum Gericht,
So stell mich zu den Frommen,
Wollst mich verdammen nicht.
Mir ist von Herzen bange,
So lang ich leb allhier,
Drum komm, und machs nicht lange,
Zur Himmelsfreud mich führ.

Hefentreger, Johannes – Das alt „Christ fur zu hymel“

Verendert durch Johannem Trigophorum

Christ fur zu hymel,
Da sant er vns hernydder
Myt syner warheyd den heilgen geist.
Damyt trost er die Christenheit.

Drumb ist er auffgefaren,
Das er vns wil al bewaren
Vnd auff erden weit vnd breit
Sorgen vor die Christenheit.
Kyrioleiß.

Alleluia, alleluia, alleluia,
Des soln wir alle fro seyn.
Christ wil vnser troist seyn.
Kyrioleiß.

 

“Waldeckische Reformationsgeschichte
von
D. Victor Schultze,
Professor an der Universität Greifswald
Leipzig.
A. Deichert’sche Verlagsbuchh. Nachf.
(Georg Böhme)
1903“

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Zum Vater ging der Heil’ge Christ

1.) Zum Vater ging der Heil’ge Christ,
Zum Haupt, das in dem Himmel ist,
Gehören auch die Glieder.
Drum sandt‘ er, dass von seinem Leib
Kein einzig‘ Glied zurücke bleib,
Den Heil’gen Geist hernieder:
Amen, Amen,
Glück zum Werke,
Seiner Stärke
Zum Bemühen,
Alles Jesu nachzuziehen.

2.) Der Geist, der in dem Heil’gen thront,
Ist kein unreines Haus gewohnt,
Wie steht’s in deinem Herzen?
Sprich nicht zu ihm: Kehr bei mir ein,
Wenn du nicht auch willst heilig sein,
Er lässt nicht mit sich scherzen.
Klarheit, Wahrheit,
Reine Triebe,
Lust und Liebe,
Lautres Wesen
Hat er sich zum Sitz erlesen.

3.) Der Tröster spricht dem Herzen zu:
‚Komm, such in Jesu Wunden Ruh‘,
Sein Blut wascht deine Flecken
Und macht, was du gesündigt, gut,
Iss seinen Leib und trink sein Blut
Und lass die Kost dir schmecken.
Alle, alle
Deine Sünden,
Die zu finden,
Sind vergeben,
Ich bin Zeuge: Du sollst leben!‘

Gellert, Christian Fürchtegott – Jauchzt, ihr Erlösten, dem Herrn! Er hat sein Werk vollendet;

Jauchzt, ihr Erlösten, dem Herrn! Er hat sein Werk vollendet;
Des müsse sich der Erdkreis freun!
Er fährt verkläret hinauf zu dem, der ihn gesendet,
Und nimmt die Himmel wieder ein.

Der Herr, nachdem er das Heil und unvergänglich Leben
Auf Erden an das Licht gebracht,
Den Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben,
Fährt auf zur Rechten seiner Macht.

Sein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden,
Und uns hat er das Heil verdient.
Wer sein Wort gläubet und hält, soll nicht verloren werden;
Er hat die Welt mit Gott versühnt.

Hoch über alle Vernunft besiegt er ihr Verderben,
Und seine Lieb ermüdet nie.
Ein unvergängliches Glück den Menschen zu erwerben,
So heiligt er sich selbst für sie.

Jauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn, und preist seinen Namen!
Ihm danken, das ist unsre Pflicht.
Wir sind glückselig in ihm. Sein Wort ist Ja und Amen;
Und Gott ist unsre Zuversicht.

Preist, ihr Erlösten, den Herrn, und rühmet all, ihr Frommen!
Er fährt gen Himmel, als ein Held,
In Wolken fährt er hinauf; so wird er wiederkommen,
Ein Herr und Richter aller Welt.

Dies ist des Gläubigen Trost, verklärt ihn einst zu schauen,
Und seiner Liebe sich zu freun.
Dies ist des Gläubigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen,
Und sich durch Tugend ihm zu weihn.

Wer des Erlösers sich schämt, des wird auch er sich schämen;
Den wieder ehren, der ihn ehrt.
Laß uns das Leben von dir und Gnad um Gnade nehmen,
Herr, dessen Herrschaft ewig währt!

Ich bin ein irrendes Schaf, du weisest mich zu rechte,
Und leitest mich nach deinem Rat;
Machst mich vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte,
Und tilgest meine Missetat.

Was ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig.
Du kleidest ihn mit Ruhm und Pracht.
Was ist die Hoheit der Welt? Zum Priester und zum König
Bin ich durch dich vor Gott gemacht.

Dank sei dem Heiland der Welt! Er hat sein Werk vollführet.
Frohlock ihm, Volk der Christenheit!
Er sitzt zur Rechten des Herrn. Er lebet und regieret
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Klepper, Jochen – Gott fährt mit Jauchzen auf

1. Gott fährt mit Jauchzen auf,
mit hellem Jubeltone!
Nun, Welt, nimm deinen Lauf!
Wir sind bei Gott dem Sohne,
wo er ein König ist!

2. Lobsinget Gott, lobsingt!
Wir sollen ewig leben!
Was uns auch niederzwingt,
er will uns hoch erheben.
Gefällt ist Satans List!

3. Er hat sich sehr erhöht!
Der an dem Kreuz gehangen,
herrscht voller Majestät
und trägt nach dir Verlangen,
der du gefallen bist!

4. Welch Dunkel uns auch hält,
sein Licht hat uns getroffen!
Hoch über aller Welt
steht nun der Himmel offen.
Gelobt sei Jesus Christ!

Ambrosius Blaurer – Ein gsang vff die himmelfart Christi,

in der melody Psal. XV.

FRöw dich mit wunn, frömme Christenheit,
und sind mit grossem schalle,
Das dir hüt ist ufthan dsäligkeit,
die fynd sind gschlagen alle
Durch den vor lang verheißnen man,
Christum! den sich mit glouben an!
gen himmel ist er gfaren.

Sins vatters werck hat er wol geschafft,
sin grechtigkeit vernüget
Unnd tragen ab die alt erbsyndschafft,
all ding mit friden gfüget,
Der oberst priester wirdt er gacht,
hat durch sin blut den wäg gemacht,
die gfengknuß fürt er gfangen.

Vff dz er yetz über alles wär
im himmel und uff erden,
Das sünd, tod, hell wurd krafftloß und lär
und dir sin rych möcht werden.
Des sing Ju Ju und ghab dich wol!
der himmel hanget rägens vol
der vilfaltigen gaben.

Sins heilgen geists, den er vor verhieß,
das er uns sölte leeren
Und uns daby ouch syn sähen ließ,
wie sich all ding verkeeren:
Das dem crütz nachvolgt hell und eer
und ewigs läben nit ist feer
den, die in duldt verharren.

Wie möcht sölch hertz immer trurig syn,
dz dise idng kan fassen!
Trübsal und tod ist doch alls sin gwün,
diß läben wirt es hassen
Und schwingen sich hoch übersich,
da Christus sitzet ewigklich
zu sines vatters rechten.

So gib uns, Herr, gloub unnd glassenheit
nach diner jünger arte,
Das din kirch still und in einigkeit
mit bätt des Pfingstags warte,
Da unns die krafft von oben hrab
vernüw und din will statte hab
in allen unserm läben.

Damit wann du letstlich wider kumbst,
läbend und tod zu richten,
Und mit dem väldgschrey die greber rumbst,
alle krumme recht zu schlichten,
Das wir standind zur rechten hand,
bsitzind mit dir das vatterland
und singind Alleluia!

Quelle