Karl Bernhard Garve – Solange Christus König ist

Solange Christus König ist,
wird seine Kirche dauern.
Nicht Menschenrat, noch Macht und List
zerstören ihre Mauern.
Der starke Gottessohn
hoch auf des Vaters Thron,
der bleibt ihr Schutz und Hort;
vor seinem Geist und Wort
fliehn alle Höllenmächte.

2. Preis dir, du, deiner Kirche Haupt!
Noch währet deine Gnade.
Solang an dich die Kirche glaubt,
wird rühren sie kein Schade.
Dank dir, Herr Jesu Christ,
dass du noch bei ihr bist,
dein Licht und Recht ihr schenkst,
ihr Reich zum Frieden lenkst.
Preis dir, dem Friedensfürsten!

3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut,
das unauflöslich bindet,
hast du ihr Haus, trotz Sturm und Flut,
auf Felsengrund gegründet.
Die Kirche wähltest du
zum Sitze deiner Ruh;
du schmücktest sie mit Heil,
gabst ihr zum Erb‘ und Teil
die reichen Himmelsgüter.

4. O sei und bleib ihr Schutz und Hort
zur Weltversuchungsstunde!
Es schall‘ in ihr dein Kreuzeswort
mit Kraft aus aller Munde.
Erhalte dir zum Ruhm
auch unser Heiligtum!
Sein Leuchter wanke nicht;
rein brenne dir sein Licht,
bis Erd‘ und Himmel sinken.

Friedrich Ludwig Jörgens – Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh?

Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh?
Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu?
Ach, bietet die Welt keine Freistatt uns an,
Wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann?
|: Nein, nein, hier ist sie nicht,
Die Heimat der Seele ist droben im Licht! 😐

Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn,
Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön.
Jerusalem droben, von Golde gebaut
Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut?
|: Ja, ja, dieses allein
Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 😐

Wie selig die Ruhe bei Jesus im Licht!
Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht;
Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang
Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang.
|: Ruh, Ruh, himmlische Ruh
Im Schoße des Heilands, ich eile ihr zu. 😐

Bei aller Verwirrung und Klage allhier
Ist mir, o mein Heiland, so wohl stets bei Dir!
Im Kreise der Deinen sprichst „Friede!“ Du aus.
Da bin ich mit Deiner Gemeinschaft zu Haus!
|: Heim, heim, ach ja nur heim!
O komme, mein Heiland, und hole mich heim! 😐

Wie freut sich ein jeder, im Himmel zu sein!
Wo viele schon prangen, von Sünden ganz rein,
Die hier schon im Leben mit Jesu verwandt,
Und droben geschmücket mit heil’gem Gewand.
|:Rein, rein, von Sünden rein
Ziehn droben errettet die Seligen ein.:|

Ach, teuerster Jesu, versetze uns bald
Dorthin, wo dir ew’ges Halleluja schallt!
Das Herz in uns brennet von inniger Glut,
Mit himmlischen Zungen zu preisen dein Blut.
|:Still, still!- Wie bald kann’s sein
So holt mich mein Jesus auch zu sich hinein.:|

Drum auf! Liebe Seele, die Heimat ist nah!
Noch wenige Tage, so sind wir schon da.
So kämpfe nun mutig und mach dich bereit,
Schon winket die Krone nach Kampf und nach Streit.
|:Freud‘, Freud‘ ewige Freud‘
Erwartet den Dulder nach Trübsal und Leid.:|

Benjamin Schmolck – Himmelan

1) Himmelan geht unsre Bahn,
wir sind Gäste nur auf Erden,
bis wir dort in Kanaan
durch die Wüsten kommen werden.
Hier ist unser Pilgrims-stand,
droben unser Vaterland.

2) Himmelan schwing dich, mein Geist!
Denn du bist ein himmlisch Wesen
und kannst das, was irdisch heißt,
nicht zu deinem Zweck erlesen.
Ein von Gott erleucht’ter Sinn
kehrt in seinen Ursprung hin.

3) Himmelan! Die Welt kann dir
Nur geborgte Güter geben.
Deine himmlische Begier
muss nach solchen Schätzen streben,
die uns bleiben, wenn die Welt
in ihr erstes Nichts zerfällt.

4) Himmelan! Ich muss mein Herz
auch bei meinem Schatze haben;
denn es kann mich anderwärts
kein so großer Reichtum laben,
weil ich schon im Himmel bin,
wenn ich nur gedenk an ihn.

5) Himmelan! ruft er mir zu,
wenn ich Ihn im Worte höre;
das weist mir den Ort der Ruh,
wo ich einmal hin gehöre.
Hat mich dieses Wort bewahrt,
halt‘ ich eine Himmelfahrt.

6) Himmelan! Denk ich allzeit,
wenn er mir die Tafel decket,
und mein Geist hier allbereit
eine Kraft des Himmels schmecket.
Nach der Kost im Jammertal
folgt des Lammes Hochezitsmahl.

7) Himmelan! Mein Glaube zeigt
mir das schöne Los von ferne,
dass mein Herz schon aufwärts steigt
über Sonne, Mond und Sterne;
denn ihr Licht ist viel zu klein
gegen jenen Glanz und Schein.

8) Himmelan wird mich der Tod
in die rechte Heimat führen,
da ich über alle Not,
ewig werde triumphieren.
Jesus geht mir selbst voran,
dass ich freudig folgen kann!

9) Himmelan! Ach, himmelan!
Das soll meine Losung bleiben.
Ich will allen eitlen Wahn
durch die Himmelslust vertreiben.
Himmelan steht nur mein Sinn,
bis ich in dem Himmel bin.

Christian Gregor – Freude der Seligkeit.

O angenehme Augenblicke,
Drin sich die süße Hoffnung regt,
Dass einst auch uns zum ewgen Glücke
Die benedeite Stunde schlägt,

Da wir zu den vollendten Scharen,
Wo‘s Heilig, Heilig, Heilig! tönt,
Erlaubnis kriegen, heimzufahren
und den zu sehn, der uns versöhnt.

O welche Freud und welche Wonne,
Welch unaussprechlich heller Schein
Von aller Himmel Himmel Sonne
Wird über unserm Haupte sein:

Wenn wir das neue Lied mitsingen,
Wo Gott sich sichtbar offenbart,
und Ruhm und Preis und Ehre bringen
Dem Lamme, das geschlachtet ward!

Johannes Job – Sehnsüchtige Erwartung der Seligkeit.

Wann wird doch einst erscheinen
Die angenehme Zeit?
Komm, Jesu, hol die Deinen
In deine Herrlichkeit.
Ach, lass doch einst anbrechen
Den schönen Sommertag,
Da man wird freudig sprechen:
Weg Tod! weg Not und Plag!

Ach ja, bald, bald wird kommen
Der König zum Gericht,
Bald werd ich hingenommen,
Zu sehn sein Angesicht.
Die Welt ist voller Zeichen
Vor ihrem letzten Stoß,
Sonn, Mond und Stern erbleichen,
Der Menschen Not ist groß.

Es kann nicht lang mehr werden,
Drum hebt das Haupt empor,
Ach, hängt es nicht zur Erden,
Denn seht, es bricht hervor
Der Tag, da ihr sollt sehen,
Was die Erlösung sei,
Der Tag, da ihr sollt stehen
Vor Jesu sündenfrei.

Hofft, dass der Trübsalswinter
Nun bald zu Ende geht;
Der Frühling kommt geschwinder,
Als ihr euchs wohl verseht.
lasst es immer schneien
und stürmen auf euch zu,
Gott wird euch bald erfreuen
und bringen in die Ruh.

Der Bäume Knospen zeigen
Des Winters Endschaft an.
Der muss dem Sommer weichen,
So dass man schließen kann
Von Zeichen, die geschehen
In dieser letzten Zeit,
Die Welt wird bald vergehen,
Es kommt die Ewigkeit.

Ach Jesu, meine Liebe,
Mein Teil in jener Welt,
Ach hilf, dass ich mich übe,
So, wie es dir gefällt.
Gib, dass ich stets bedenke,
Der Tag sei nicht mehr weit,
Damit sich ja nicht lenke
Mein Herz zur Eitelkeit.

Ach, lehre mich selbst beten
und stehn auf meiner Hut,
Lass mich einst vor dich treten
Mit unverzagtem Mut:
Und wenn ich soll erscheinen
und kommen vor Gericht,
So gib, dass von den Deinen
Mich trenn kein Urteil nicht.

Du Freude meiner Seelen,
Verleide mir die Welt,
Hilf, dass ich dies mag wählen,
Was droben mir bestellt;
Gib, dass mein Herz sich finde
In dir, du bist mein Schatz,
Mach mir als deinem Kinde
Auf deinem Schoße Platz.

So ist wohl aufgehoben
Mein allerbestes Teil.
Nicht unten, sondern oben
Im Himmel ist mein Heil.
Kommts denn mit dir zum Ende,
O Welt, samt deiner Lust,
So schlag ich meine Hände
um meines Jesu Brust.

Nun komm, erwünschtes Leben,
Komm, schönste Sommerzeit!
Komm, Tag, der mir wird geben
Die süße Ewigkeit.
Komm, Jesu, Lebenssonne!
Komm, hole mich hinein
Ins Haus der Freud und Wonne,
Da werd ich selig sein.

Julius Leopold Pasig – Psalm 126.

Wenn der Herr einst wird erlösen
Von aller Trübsal, allem Bösen
Sein Zion, das gefangen lag;
Wenn die Bande werden springen,
Die uns hienieden schwer umfingen,
Und nun erscheint der Freiheitstag:
dann wirds wie ein Traum
Uns sein, wir werdens kaum
Glauben wollen,
Dass schon herbei
Gekommen sei
Der Tag, der uns macht ewig frei.

Doch wenn wir vom Traum erwachen,
Wie wird dann unser Mund voll Lachen
Und unsre Zung voll Rühmen sein!
Seinen Namen wird man preisen
In mehr als tausendfachen Weisen,
Wenn er uns führt ins Leben ein.
Voll Freuden singt man dann:
Der Herr hat Viel getan
An uns Armen!
Herr, wende doch
Das schwere Joch
Der Bande, die uns drücken noch!

Die hier säen unter Tränen
Mit vielem Seufzen, vielem Sehnen
Nach jenes Lebens Süßigkeit,
Ernten werden sie mit Freuden,
Was weinend einst sie hier ausstreuten,
Dort in dem Land der Herrlichkeit.
Denn wer hienieden geht
und unter Tränen sät
Edeln Samen:
Der wird voll Freud
Zur Garbenzeit
Dort sammeln für die Ewigkeit.

Carl Bernhard Garve – Droben ist das Vaterland!

Droben ist das Vaterland,
Droben ist der Wallfahrt Ende!
Auf vom Erdenstaub und Land,
Dass der Geist sich dorthin wende,
Wo ihr Ziel den Siegern lohnt,
Wo die Schar Verklärter wohnt.

Die der Pilgerlauf hier trennt,
Wird die Heimat nah verbinden.
Hilf du, der die Herzen kennt,
Dass wir dort uns wieder finden,
Und in ewigem Verein
Dort uns unaussprechlich freun.

Salem, o du Gottesstadt,
Die das Herz magnetisch ziehet,
Deine Freudensonne hat
Unsrer Sehnsucht Durst entglühet;
Geist und Herz entschwingt sich schon
Hin zu deines Königs Thron.

Preis und Dank ihm, der uns hier
Himmelwärts mit Liebe leitet!
Preis und Dank ihm, der in dir
Uns das Erbteil zubereitet,
Wo der Strom des Lebens fleußt
Und der Wonne Füll ergeußt.

Voller Wahrheit ewger Quell,
Ungetrübt von blöden Sinnen,
Wird ins Innre rein und hell
Gleich dem Lebensstrome rinnen,
Und des Friedens Sonnenschein
Kein Gewölk der Schuld entweihn.

Dort wird unser Feierchor
Durch den ewgen Tempel hallen
Und zum Königsthron empor
Wie ein süßer Weihrauch wallen.
Freundschaft, deren Band nie reißt,
Eint dort ewig Geist mit Geist.

Drum sei unser Trachten hier,
Ohne Zögern, ohne Weilen,
Herr, mit Glaubensschritten dir
und der Heimat zuzueilen,
Wo du, großer Bundesfürst,
Alle Treuen sammeln wirst.

Hans Christoph von Schweinick – Wird das nicht Freude sein!

Wird das nicht Freude sein,
Nach gläubigem Vertrauen
Dort selbst den Heiland schauen
In unserm Fleisch und Bein,
Mit seinen holden Blicken
und Worten sich erquicken?
Wird das nicht Freude sein?

Wird das nicht Freude sein,
Wenn, was der Tod entnommen,
Uns wird entgegenkommen
Und jauchzend holen ein?
Wenn man wird froh umfassen,
Was tränend man verlassen?
Wird das nicht Freude sein?

Wird das nicht Freude sein,
Sehn untern Füßen liegen,
Womit man hier muss kriegen?
Gott dienen engelrein,
Von Schmerzen, Leid, Verdrüssen
Nicht das Geringste wissen?
Wird das nicht Freude sein?

Wird das nicht Freude sein,
Was unaussprechlich, hören,
Des Höchsten Lob vermehren,
Den Engeln stimmen ein,
Wenn sie mit süßem Klingen
Ihr dreimal Heilig fingen?
Wird das nicht Freude sein?

O das wird Freude sein!
Weg, Güter dieser Erden,
Ihr Ehren voll Beschwerden,
Ihr Freuden auf den Schein!
Gehabt euch wohl, ihr Lieben,
Muss ich euch jetzt betrüben,
Denkt: Dort wird Freude sein!

Albert Zeller – Des Lebens Festmahl ist zu Ende

Des Lebens Festmahl ist zu Ende;
Die lieben Freunde sind zu Haus;
Ich gieße noch als heilge Spende
Die letzte Neige Weines aus.

Wie still und öd ists in dem Raume,
In dem erst Lieb und Lust gelebt!
Wie alles Das im schönsten Traume
An meinem Aug vorüber schwebt!

Wie flog der Geist von Mund zu Munde,
Von Herz zu Herz, von Blick zu Blick,
In unsrer frohen Tafelrunde,
Geliebt, gesegnet vom Geschick!

Des Alters Rat, der Jugend Rosen,
Des Mannes stillgehaltne Kraft,
Der Freundschaft und der Liebe Kosen,
Des Heilgen tiefe Wissenschaft

Wie schlangen sie sich leicht zusammen
Zu einem wundervollen Kranz!
Hoch loderten des Festes Flammen
Im reinsten, schönsten Himmelsglanz.

Weithin erglänzt in ihrem Strahle
Des Lebens frisch bewegtes Meer:
Von Hand zu Hand die Opferschale
Wie wär das Schwerste da noch schwer!

Verklungen sind die holden Worte,
Doch nicht des Herzens Wiederhall;
Geschlossen ist des Festes Pforte,
Und tiefes Schweigen überall.

Noch einen Blick auf all die Gaben,
Die mir der Freunde Hand beschert!
Die treuen Seelen, ach! was haben
Sie alles Liebes mir gewährt!

Tief sind, indes die Lust zerfließet,
Die Kerzen schon herabgebrannt;
Ich löschte sie, der Himmel gießet
Sein Sternenlicht auf alles Land.

Schlaft wohl ihr Lieben, schlaft in Frieden!
Träumt froh den Traum des Lebens aus!
Ein schönres Mahl wird uns beschieden
Dort in des ewgen Vaters Haus.

Nikolaus Hermann – Ein geistlich Lied von der Toten Auferstehung und dem ewigen Leben. Aus dem 15ten Capitel der ersten Epistel Pauli an die Corinther.

Sankt Paulus die Corinthier
Hat unterweist in rechter Lehr,
So bald er aber von ihn kam,
Da fingen sich viel Sekten an.

2. Es stunden auf, die predigten
Viel Irrtum zu Corinthien,
Darunter war ein falsche Lehr,
Dass nach dem Tod kein Leben wär.

3. Wir stürben hin gleich wie das Vieh,
Kein Auferstehung gleubten sie,
Solchs wurd St. Paulo kund getan;
Das jammert sehr den heilgen Mann.

4. Ein Brief er schrieb und strafet sehr
Darin die falschen Prediger,
Darnach zeigt er ihn hell und klar
Von der Urständ1Auferstehung die rechte Lahr,

5. Beweist durch Schrift, dass Jesus Christ
Der erst vom Tod erstanden ist;
Daraus er schleußt, dass wir dergleich
Erstehen solln zum ewigen Reich.

6. Es wär sonst falsch des Glaubens Lehr,
So Christus nicht erstanden wär;
Auch die entschlafen wärn zuvorn,
Die müssten alle sein verlorn.

7. Auch wär die Sünd noch unser Herr,
So er nicht wiedr erstanden wär;
Desgleichen auch der Tod sein Macht
Hätt über uns noch und sein Kraft.

8. Denn wie der Tod durch einen Mann
Sein Recht über als Fleisch bekam,
So sei das Leben durch die Macht
Der Urständ Christi wieder bracht.

9. Drum werden wir, wie Christus ist,
Erstehn vom Tod, das ist gewiss
In seiner Ordnung Jedermann,
Wie Christus hat gefangen an.

10. Denn so kein Auferstehung wär,
Was dürften wir in Kreuz und Gfähr
In Angst und Not uns hie begebn,
So nach dem wär kein ander Lebn?

11. Gleichwie ein Weizeskörnelein
Gesät wird in den Acker hnein,
Stirbt und vermodert ganz und gar,
Und grünt doch wiedr im selben Jahr:

12. So wird der irdisch Leib ins Grab
Verscharrt, und wird zu Asch und Staub,
Und wächst daraus ein Körper klar,
Der mit Gott lebet immerdar.

13. Denn (das natürlich ist gewest)
Im Grab nun alles ist verwest,
So wächst ein geistlich Bild daraus,
Das ewig wohnt in Gottes Haus.

14. Und was man sät in Sterblichkeit,
Das wird aufgehn in Herrlichkeit,
Und was begraben wird ohn Macht
Das wird erstehn in großer Kraft.

15. Han wir das Bild des Irdischen
Getragen und des Sterblichen,
So werden wir des Himmlischen
Auch tragen und des Ewigen.

16. Das Fleisch und Blut nicht erben kann
Gotts Reich, drum muss zu Boden gahn,
Und muss vermodern Haut und Haar,
Auf dass es werd spannen und klar.

17. Doch werden wir nicht sterben an,
Sondern zu der Posaunen Schall
Verwandelt in eim Augenblick,
Darauf sich nu ein jeder schick,

18. Auf dass er wart derselben Seit
In Gduld und aller Freudigkeit,
Auf dass, wenn kommet Gottes Sohn,
Erwarten mög mit Freud sein Lohn.

19. Und ob uns gleich die Welt macht bang,
So währt doch Kreuz und Angst nicht lang.
Drum tröst wir uns, das künftig ist;
Darzu hilf uns, Herr Jesu Christ.

20. Da wird die Zähr der Heiligen
Der Herr abwischen und ihr Trän,
Und sie alls Leids ergötzen zwar,
Dann wird das rechte Jubeljahr.

21. Hilf unser Schwachheit, lieber Gott,
Dass wir durchs Kreuz, durch Angst und Tod
Gehn mögen durch die enge Pfort,
Auf dass wir mit dir leben dort

22. In deinem Reich in Ewigkeit,
Anschauen die Dreifaltigkeit,
Samt dem ganzen himmlischen Heer
Dir singen stets Lob, Preis und Ehr.

Amen.