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Autor: Andreas

Behm, Martin – Mein Seel, dies Wort mit Ernst betracht,

Behm, Martin – Mein Seel, dies Wort mit Ernst betracht,

1. Mein Seel, dies Wort mit Ernst betracht,
Das Jesus schreit: „Es ist vollbracht“!
Des Vaters Willen ist erfüllt,
Sowohl die Straf und alle Bild
Der Juden Grimm und Christi Krieg
Hat auch ein End, hier ist der Sieg,
Dadurch wir all erlöset sein
Von Gottes Zorn und Höllenpein.

2. Drum dank ich dir, Herr Jesu Christ,
Daß du der recht Vollbringer bist,
Hast gnädig dich zu uns gewendt,
Dies sauer Werk gebracht zu End,
Dadurch die recht Vollkommenheit
Vor dir uns Armen ist bereit,
Daß wir auf rechter Bahn eingehn,
Zuletzt vor deim Gericht bestehn!

3. Ich klag: Vollkommen bin ich nicht,
Es mangelt mir am Glaubenslicht.
So ist mein Leben so gethan,
Daß ichs Gut nicht vollbringen kann.
Gar unvollkommen ich jetzt bin
In all mein Werken, Muth und Sinn
Das rechn nicht meiner Seelen zu,
Sonst hätt ich hier und dort nicht Ruh.

4. Ich bitt: Laß dein Vollkommenheit
Erstatten meine Dürftigkeit,
Hilf, daß ich mög vollkommen sein,
Im Glauben recht, in Werken rein;
Was ich nicht kann, darin mich stärk,
Daß ich durch dich verbring mein Werk
Und von dir habe Trost und Freud
Hier in der Unvollkommenheit.

5. Laß mir in dieser Zeit gelingn,
Daß ich das Bös nicht mög verbringn,
Der bösen Lust im Herzen wehr,
Daß ich nicht Sünd zu thun begehr,
Richt mein Herz zur Vollkommenheit,
Die bei dir ist in Ewigkeit,
Daß ich im Himmel hab mein Theil
Zu deiner Ehr und meinem Heil.

Behm, Martin – Du weißt, Herr Christ, die große Noth

Behm, Martin – Du weißt, Herr Christ, die große Noth

1. Du weißt, Herr Christ, die große Noth,
Darin der Mensch hier lebet,
Weil herb und bitter ist der Tod,
Der uns vor Augen schwebet.
Wie mancher Mensch bedenkt es nicht,
Daß er möcht selig sterben,
Drum muß er dort nach deim Gericht
Mit Leib und Seel verderben.

2. Der Unglaub nimmt sehr überhand,
Viel Menschen dich nicht kennen;
Bei Menschen bist du zwar bekannt,
Die sich auch Christen nennen,
Doch achten sie deins Willens nicht,
In Sünden sie fort leben,
Kein Beßrung man bei ihnen sieht,
Bis sie den Geist aufgeben.

3. Herr, hilf, daß ich sei drauf bedacht
Bei diesem Kreuz und Leiden,
Weil sich der Tod auch an mich macht,
Selig hier abzuscheiden.
Den rechten Glauben mir verleih,
Daß ich dir sei ergeben,
Allein trau auf dein Leiden frei,
Im Sterben und im Leben.

4. Mein Herz vor Sünd und Schand behüt;
Doch so ich fall in Sünden,
So gieb mir Buß nach deiner Güt,
Dein Gnade laß mich finden;
Und wenn mein Stündlein rückt herzu,
So laß mich willig sterben,
Daß ich im Tod fein komm zur Ruh
Und nicht komm ins Verderben.

5. Behüt mich vor eim schweren Tod,
Groß Schmerzen von mir wende,
Doch hätt ich Pein, behüt vor Spott,
Gieb mir ein ehrlichs Ende.
Jedoch sollt ich mit Spott und Pein
Um deinetwillen sterben,
So laß mich, Herr, geduldig sein,
Dazu den Himmel erben.

6. Das höllisch Loch ist aufgethan,
Darein die Welt so rennet,
Dazu ist weit und breit die Bahn,
Da doch höllsch Feuer brennet;
Ach Herr, mein Leib und Seel bewahr,
All meiner Sünden schone,
Daß ich zu solcher Pein nicht fahr,
Hol mich ins Himmels Throne.

Tersteegen, Gerhard – Nun, wie steht es, meine Seele

Tersteegen, Gerhard – Nun, wie steht es, meine Seele

So jemand den HErrn JESUM CHristum nicht lieb hat, der sey Anathema Maran atha.
1. Cor. 16,22.

Mel. O du Liebe meiner Liebe! rc.

1. NUn, wie steht es, meine Seele!
Geht es übel oder gut?
Hast du was vom Glaubens-Oele?
Fühlest du der Liebe Glut?
Sollte man wohl JEsum kennen,
Und sein Glied und Jünger seyn,
Und nicht auch in Liebe brennen?
Nein, o Seele! warlich Nein.

2. Wer, was uns die Bibel lehret,
Nicht für eine Fabel acht:
Wer von Christi Leiden höret,
Und sein Mittler-Amt betracht,
Der bleibt nimmer unempfindlich:
(Hitz und Schein gehört zum Licht)
Seine Liebe wachset stündlich.
Wer nicht liebt, der glaubt auch nicht.

3. Welch Geheimnis! GOttes Sohne
Wird ein schwaches Menschen-Kind.
Er saß auf dem Königs-Throne,
Und Er wird, wie Knechte sind.
Mein warum? Daß Er uns Böse,
Seine Feinde, von dem Feind
Und vom Höllen-Pfuhl erlöse.
Welch ein theurer Menschen-Freund!

4. Er, der überselig ware,
Wird gebohren. Wo? Im Stall.
Er trägt über dreyßig Jahre
Creutz und Leiden ohne Zahl.
Armuth, Arbeit, Menschen-Plage,
Satans-Pfeile, Undank, Schmach,
Kampf und Sorgen-volle Tage
Gieng Ihm als ein Schatte nach.

5. Sieh Ihn dort zu Tische sitzen
Als das rechte Osterlamm!
Sieh Ihn in dem Gartenschwitzen!
O welch ein Blut-Bräutigam!
Der für uns sein Blut verdämpfet,
Und den Zorn-Kelch GOttes trinkt,
Zittert, zaget, schreyt und kämpfet,
Und gleich als zur Höllen sinkt!

6. Sieh, wie Ihn die Häscher fassen,
Als Ihn der Verräther küßt,
Wie die Jünger Ihn verlassen,
Wie Er nun gebunden ist,
Wie man Ihn verhört und fraget
Für dem falschen Juden-Rath,
Anklagt, hönt, verspeyt und schlaget!
Was war seine Missethat?

7. Sieh Ihn zu Pilatus schleppen!
O wie ruft die tolle Rott
An der Gaß und auf der Treppen:
Creutz’ge, Creutze! welch ein Spott!
Sieh: Man geisselt Ihn mit Riemen.
Jetzt wird Er hervorgebracht,
Braun und blau von Blut und Striemen.
Ecce Homo! Mensch, hab acht!

8. Sieh, wie rasen jene Heyden.
Alles spricht dem Heiland Hohn.
Da sie Ihn mit Purpur kleiden,
Sticht Ihn eine Dörner-Cron.
Da sie Ihne kniend grüssen,
Schläget Ihn das Zepter-Rohr.
O wie muß die Unschuld büssen,
Als ein Unmensch, als ein Thor!

9. Sieh, nun wird Er ausgeführet
Unter seiner Creutzes-Last.
Da der Pöbel jubiliret,
Seufzet und zergeht Er fast.
Sieh jetzt nimmt man Ihm das Kleide
Auf dem bangen Golgatha.
O betrübte Augen-Waide!
Nackend steht der Heiland da.

10. Sieh, wie man Ihn will ermorden,
Und durch Händ und Füsse sticht!
Mitten unterm Schächer-Orden
Wird sein Galgen aufgericht.
Nun da hängt Er voller Wunden,
Als ein Lamm, das nichts verschuldt,
Angebellt von frechen Hunden,
Doch voll Langmuth und Geduld.

11. Sieh, wie klopft die Brust für Schmerzen.
Ach! Er blutet sich zu todt.
Aller Trost weicht aus dem Herzen,
Es kommt neue Seelen-Noth,
Sieh, wie Er sich krümmt und windet!
Eli, Eli! ruft sein Mund,
Und der Sonne Schein verschwindet.
O wann kommt die neunte Stund?

12. Sieh, jetzt muß das Leben sterben,
Und Er spricht: Es ist vollbracht!
Er ist todt, und wir sind Erben.
Nun ist alles wohl gemacht.
Aber wie? Läßt man Ihn hangen?
Wir Er gar zum Raaben-Aas?
Nein. Es ist die Nacht vergangen
Und des Leidens Stunden-Glas.

13. Zwar man spießt Ihm in die Seite;
Doch drauf löset man Ihn ab.
Reiche Raths- und Ehren-Leute
Tragen Ihne selbst zu Grab.
Und hier bleibt Er unverriegelt.
Er erwacht am dritten Tag.
Da wird Erd und Gruft entsiegelt.
Satan, welch ein Donnerschlag?

14. Sieh Ihn hin und her erscheinen.
Jetzt ist Tod und Höll besiegt.
Sieh, Er wandelt mit den Seinen.
O wie sind sie so vergnügt!
Sieh Ihn auch gen Himmel fahren.
Jetzt regiert Er hier und dort,
Als ein Fürst der Engel-Schaaren.
Glaub und folge seinem Wort!

15. Seele! Soll es kraftlos bleiben?
Kann dich Christi Creutzes-Lehr
Nicht zur Liebes-Einbrunst treiben:
O so liebst du nimmermehr.
Seele! willst du nicht verschmachten,
O so werd in Liebe heiß.
Laß nicht ab, Ihn zu betrachten..
Er zerschmelzet alles Eiß.

16. Denk, Er ist uns nachgegangen,
Da wir Seiner nicht begeht.
Er hat gern das Creutz umfangen,
Und sich nimmermehr beschwert.
O wer will uns einst erretten,
Wann wir ein so theures Blut
Mit Verachtungs-Füssen tretten?
O wer hemmt des Satans Wuth!

17. Hat St. Paulus nicht geschrieben:
(Welch ein Bann und Schrecken-Spruch)
Wer den Heiland nicht will lieben,
Sey Anathema, ein Fluch.
O dabey wirds freylich bleiben!
Seele, Seele! Lasse dich
Von dem Geist der Liebe treiben!
Seele, liebe brünstiglich!

18. Liebe-Licht, der Gottheit Wesen,
Ist der Christen Element.
Liebe muß sich auserlesen,
Wer den Namen Christi nennt.
Laßt uns Augustinum hören,
Er war auch mit Lieb erfüllt.
Liebe, spricht er, GOtt den HErren,
Und denn thue was du willt.

19. HERR, diß Feuer anzuzünden,
Ist dein Werk und deine Kunst.
Ach, die Höllen-Glut der Sünden
Hindert noch die Himmels-Brunst.
HERR, Du willst uns nicht verdammen,
Du bist unsern Seelen hold;
Taufe denn mit Liebes-Flammen,
Schenke mir des Glaubens Gold.

20. Geist des Glaubens und der Liebe!
Ach! ergiesse Dich in mich!
Deine Zucht und Friedens-Triebe
Fördern uns gar seliglich.
O du reine GOttes-Daube!
Fliege doch mit Macht herbey,
Daß ich glaub, und daß mein Glaube
Durch die Liebe thätig sey.

Matthias Claudius – Trinklied

Matthias Claudius – Trinklied

Eine oder etliche Stimmen

1. Auf und trinkt! Brüder trinkt!
Denn für gute Leute
Ist der gute Wein,
Und wirr wollen heute
Frisch und fröhlich sein.
Auf und trinkt! Brüder trinkt!::
Stoßet an und sprecht daneben:
„Alle Kranke sollen leben!“

2. Herrlich ist’s hier und schön!
Doch des Lebens Schöne
Ist mit Not vereint,
Es wird manche Träne
Unterm Mond geweint.
Herrlich ist’s hier und schön!::
„Allen Traurigen und Müden,
Gott geb‘ ihnen Freud‘ und Frieden!“

3. Auf und trinkt, Brüder trinkt!
Jeder Bruder lebe,
Sei ein guter Mann!
Fördre, tröste, gebe,
Helfer wo er kann.
Auf und trinkt, Brüder trinkt!::
„Armer Mann, bang und beklommen!
Ruf uns nur, wir wollen kommen!“

4. Seht denn, seht! Brüder seht!
Gott gibt uns ja gerne,
Ohne Maß und Ziel
Sonne, Mond und Sterne,
Und was sonst noch viel.
Seht, denn seht! Brüder seht.::
Armer Mann, bang und beklommen!
Sollten wir denn auch nicht kommen?

Coro:

Armer Mann, armer Mann!
Bange und beklommen!
Wollen’s gerne tun,
Wollen gerne kommen,
Ruf uns nur. Und nun
Auf und trinkt! Brüder trinkt.

Matthias Claudius – Krieg und Friede

Matthias Claudius – Krieg und Friede

Der Vorsänger:

Es ertönt ein Lied vom Frieden,
Macht den Sängern Platz!
Denn Er ist fürwahr hienieden
Gar einn großer Schatz;
Und zu Felde gehn und kriegen
Ist kein Glück, und kein Vergnügen!
Saget an!
Saget an!

Alle:
Nicht zu Felde gehn und kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Heißt zwar: Völker überwinden,
Glorreich insgemein.
Glor-reich können wir’s nicht finden,
Glor-arm mag’s wohl sein.
Ohne Not ist auch zu siegen
Uns kein Glück, und kein Vergnügen.
Saget an!
Saget an!

Alle:

Wollen ohne Not nicht siegen.
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Wenn der Fürst nur leibt und lebet
Für den Untertan,
Und das stille Hausglück schwebet
Über Frau und Mann,
Und die Kinder in der Wiegen
Wohlgemut und sicher lieben!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Ja, du lieber Fürst! nicht kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut!

Der Vorsänger:

Doch, wenn ohne Fug und Ehren
Jemand trotzt, und droht
Herd und Altar zu zerstören,
– Not hat kein Gebot –
Denn zu kriegen und zu siegen,
Und zu schlagen, bis sie liegen!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Das ist Recht, und ist Vergnügen
Menschenblut
Ist denn nicht zu gut!

Matthias Claudius – Die Mutter am Grabe

Matthias Claudius – Die Mutter am Grabe

Wenn man ihn auf immer hier begrübe,
Und es wäre nun um ihn geschehn,
Wenn er ewig in dem Grabe bliebe,
Und ich sollte ihn nicht wieder sehn,
Müßte ohne Hoffnung von dem Grabe gehn – –
Unser Vater, o du Gott der Liebe!
Laß ihn wieder auferstehn.

Matthias Claudius – Auf den Tod der Kaiserin

Matthias Claudius – Auf den Tod der Kaiserin

Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.
War ihres Volkes Lust und ihres Volkes Segen,
Und ging getrost und voller Zuversicht
Dem Tod als ihrem Freund entgegen.
Ein Welt-Erobrer kann das nicht.
Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.