Johann Friedrich Mudre – Werde Licht, Du Volk der Heiden

Werde Licht, Du Volk der Heiden
Werde Licht, Jerusalem!
Dir geht auf ein Glanz der Freuden
Vom geringen Bethlehem.
Er, das Licht und Heil der Welt,
Christus hat sich eingestellt.

2. Ehe dieses Licht erschienen,
Das die Völker wünschten, lag
Dicke Finsternis auf ihnen;
Doch uns scheinet lichter Tag
Und ein strahlenvoller Stern
Führt uns sicher zu dem Herrn.

3. Aber ach! Von deinem Volke
Wirst du, Heiland, nicht erkannt,
Und des Irrtums finstre Wolke
Überschattet noch kein Land;
Über Salem strahlt dein Licht,
Aber Salem kennt Dich nicht.

4. Weise kommen anzubeten,
Auch Herodes fragt nach dir,
Aber fragt nur, dich zu töten,
Wo du seist, voll Blutbegier;
Gern vergösse seine Wut,
du Herr der Welt, dein Blut!

5. Ach verwerfet doch ihr Sünder,
Den nicht, der euch retten kann;
Kommt und werdet Gottes Kinder.
Betet euren König an!
Eilt zu ihm und säumet nicht,
Macht euch auf und werdet Licht!

6. Nun wir eilen mit Verlangen
Dich zu ehren, sind bereit
Dich, o Heiland, zu empfangen;
Zeig uns deine Herrlichkeit!
Unsre Kniee beugen sich,
Unser Glaub‘ umfasset dich.

7. Auf des Lebens Pfad geleite
Täglich uns dein Geist und Wort;
Gib uns Mut zum guten Streite,
Daß wir siegen fort und fort,
Stets an deiner Seite gehn,
Nie verzagend stille stehn.

18. In des Leidens Finsternissen
Leucht uns deines Trostes Licht!
Ach, in unsern Kümmernissen,
Jesu, ach, verlass uns nicht,
Bis uns in der Ewigkeit
Deines Lichtes Glanz erfreut.

9. Wandern wir im finstern Tale
Endlich näher hin ans Grab,
Dann sei unser Licht und strahle
Himmelstrost auf uns herab,
Daß wir ohne Furcht und Grau’n
Unserm Tod entgegenschau’n.

Joachim Lange – O Jesu süßes Licht

Weise : O Gott du frommer Gott.

O Jesu süßes Licht
nun ist die Nacht vergangen,
nun hat dein Gnadenglanz
aufs Neue mich umfangen.
Nun ist was an mir ist
vom Schlafe aufgeweckt
und hat nun in Begier
zu dir sich ausgestreckt.

2. Was soll ich dir denn nun
mein Gott für Opfer schenken?
Ich will mich ganz und gar
in deine Gnad einsenken,
mit Leib, mit Seel, mit Geist,
heut diesen ganzen Tag.
Das soll mein Opfer sein,
weil ich sonst nichts vermag.

3. Drum siehe da mein Gott,
da hast du meine Seele.
Sie sei dein Eigentum,
mit ihr dich heut vermähle
in deiner Liebeskraft.
Da hast du meinen Geist,
darinnen wollst du dich
verklären allermeist.

4. Da sei denn auch mein Leib
zum Tempel dir ergeben,
zur Wohnung und zum Haus.
Ach allerliebstes Leben,
ach wohn, ach leb in mir,
beweg und rege mich.
So hat Geist Seel und Leib
mit dir vereinigt sich.

5. Dem Leibe hab ich jetzt
die Kleider angeleget,
lass meiner Seelen sein
dein Bildnis eingepräget
im güldnen Glaubensschmuck,
in der Gerechtigkeit,
so allen Seelen ist
das rechte Ehrenkleid.

6. Mein Jesu schmücke mich
mit Weisheit und mit Liebe,
mit Keuschheit und Geduld
durch deines Geistes Triebe.
Auch mit der Demut mich
vor allem kleide an.
So bin ich wohl geschmückt
und köstlich angetan.

7. Lass mir dich diesen Tag
stets vor den Augen schweben.
Lass dein Allgegenwart
mich wie die Luft umgeben,
auf dass mein ganzes Tun
durch Herz durch Sinn und Mund
dich lobe inniglich
mein Gott zu aller Stund.

8. Ach segne was ich tu,
ja rede und gedenke.
Durch deines Geistes Kraft
es also führ und lenke,
dass alles nur gescheh
zu deines Namens Ruhm,
und dass ich unverrückt
verbleib dein Eigentum.