Weise : O Gott du frommer Gott.
O Jesu süßes Licht
nun ist die Nacht vergangen,
nun hat dein Gnadenglanz
aufs Neue mich umfangen.
Nun ist was an mir ist
vom Schlafe aufgeweckt
und hat nun in Begier
zu dir sich ausgestreckt.
2. Was soll ich dir denn nun
mein Gott für Opfer schenken?
Ich will mich ganz und gar
in deine Gnad einsenken,
mit Leib, mit Seel, mit Geist,
heut diesen ganzen Tag.
Das soll mein Opfer sein,
weil ich sonst nichts vermag.
3. Drum siehe da mein Gott,
da hast du meine Seele.
Sie sei dein Eigentum,
mit ihr dich heut vermähle
in deiner Liebeskraft.
Da hast du meinen Geist,
darinnen wollst du dich
verklären allermeist.
4. Da sei denn auch mein Leib
zum Tempel dir ergeben,
zur Wohnung und zum Haus.
Ach allerliebstes Leben,
ach wohn, ach leb in mir,
beweg und rege mich.
So hat Geist Seel und Leib
mit dir vereinigt sich.
5. Dem Leibe hab ich jetzt
die Kleider angeleget,
lass meiner Seelen sein
dein Bildnis eingepräget
im güldnen Glaubensschmuck,
in der Gerechtigkeit,
so allen Seelen ist
das rechte Ehrenkleid.
6. Mein Jesu schmücke mich
mit Weisheit und mit Liebe,
mit Keuschheit und Geduld
durch deines Geistes Triebe.
Auch mit der Demut mich
vor allem kleide an.
So bin ich wohl geschmückt
und köstlich angetan.
7. Lass mir dich diesen Tag
stets vor den Augen schweben.
Lass dein Allgegenwart
mich wie die Luft umgeben,
auf dass mein ganzes Tun
durch Herz durch Sinn und Mund
dich lobe inniglich
mein Gott zu aller Stund.
8. Ach segne was ich tu,
ja rede und gedenke.
Durch deines Geistes Kraft
es also führ und lenke,
dass alles nur gescheh
zu deines Namens Ruhm,
und dass ich unverrückt
verbleib dein Eigentum.