unbekannt – Conditor alme Syderum.

O Herre got in ewigkait,
wie ist dein nam so wunderlich!
Er wirdt gelobt in allem landt,
er ist allen menschen bekandt.

Dein grosser gwalt unnd mächtigkeyt
der wirt erhöhet allezeyt,
Im hymel ist er auch bekannt:
du wirst ain gwaltiger Got genannt.

Von jungen kind würstu gepreyßt,
die noch mit milch werden gespeyßt,
Von wegen die dich lesterend,
das sy werden gebesserend.

Herr, ich beger anzusehen
die Sonn und Mon, auch die steren,
Du du hast gmacht mit deiner hand:
Herr, hilff, das ich kumm in dein land.

Des menschen kind hast haymgesucht,
du hast auch jm gehorsam gmacht
Alles, das du erschaffen hast,
Herr, dir sey lob und eer gesagt.

Im soll auch underworffen seyn
alle, die groß seind und klein
Und wie, Herr, ich sy nennenn soll,
darumb der mensch dir dancken soll

Im lufft die klainen Vögelein,
die müssen jm gehorsam seyn
Und die Visch, die in wassern sein:
Herr, dir sey lob und eer allein!

Quelle

unbekannt – Flehen um Erbarmen

im thon. Der unfal reit mich gantz und gar.

SIg herr, wie schwach ist mein gemüt,
ich möcht vor trauren sterben.
Erschrocken ist all mein geblüt,
mag ich kain gunst erwerben.
Vor laid ich stirb, nach gnad ich wirb,
mein schuld ist grösser worden
in helles pein, doch harr ich dein:
warumb hast mich verborgen?

Der trost ist groß in deinem wortt,
muss ich dir ye verjehen;
Noch grösser ist meins hertzen mord,
so ich mein not thet sehen.
Ach got, nu trutz, es bringt kain nutz,
so thut mein flaisch ergellen.
o herr, far für: wie ist so thür
mein angst in traurens hellen!

Wilt du dann mich umbringen gar,
so muß ich mich drein geben:
Du hast seyn macht, bekenn ich zwar,
möcht ich nur ains erleben:
Auß gnaden dein, das ich solt sein
im gayst deins worts erleüchtet.
trutz, der mir thät so ich nu het
dein holdschafft mir verpflichtet.

Gott du mein Ee bist überal,
so du mich last erfaren.
Ach jamers wee in disem tal!
thust du mich nit bewaren,
So gang ich umb und wain darumb;
es muß erfochten werden.
O du mein gott, ich treib kain spott:
was thun ich auff der erden?

Häts etwan ainr zu mir gesagt,
die stirn het sich gerumpfen:
Yetz sich ich selbs, ich bin verzagt,
so du mich so thust rupffen
Auß gantzer heüt; es bochend leüt:
vatter, wenn wilt mich holen
auß jamers angst, wie du wol kanst?
erlösch die haissen kolen!

Erbarm dich mein, o vatter milt,
und laß mich nicht entgelten!
Es thut für war hefftig und gilt,
ich thu nichts, dann dich schelten.
O herr verzeich, ich bkenne dich:
du wirdst mir nit abschlahen.
Ich hoff in dich, halt nichts auff mich:
thu mich flucks zu dir laden!

O Gott, erlöß die gfangnen.

Quelle

Joachim Aberlin – Der ander Psalm

IR Heiden, was tobt jr umb sust,
wie ratend jr vergebens?
Die leüt redend gantz mit verlust,
was habend sy nun läbens?
Die Künig all mit grossem schall
lenend sich auf im lande,
Fürsten, groß Herrn thund sich vast spern,
jr raaten ist ein schande.

O Herre Gott, nun weer dich vast!
sy radtend allenthalben
Wider dich selbs mit grossem last
und welchen du thust salben
Mit deinem geist, wie dann wol weist,
das er uns heilig machte,
der lieb und werd ist hie auff erd
von disem volck verachte.

All gmeinlich, die begärend heil,
laßt uns jr band zerreyssen
Und von uns werffen jre seil,
darzu jr joch zerschmeyssen.
Dann glaub du mir, Gott lachet jr,
wenn sy sich also rottend,
der wonet schon ins himmels thron,
wirt jr nun daran spotten.

Zweyfel du nit, sy sind verlorn,
Gott wirt sy wol aufwecken
Und mit jn reden in seim zorn,
sein grimm wirt sy dann schrecken.
Der vatter sagt frey unverzagt:
mein Küng ist eyngesetzet
inn berg Syon on allen won,
da hab ich jn ergetzet.

Hie antwort Christus bald dem Herrn:
seid du mich hast erkoren,
So wil ich dein gsatz treüwlich leern:
heüt hab ich dich geboren,
Drumb bist du nun mein lieber sun,
begär, ich wil dir geben
mit reychem schall die Heiden all,
deins willens sond sy leben.

Ich gib dirs zu eim eignen erb,
die welt auch in dein hute:
Regier sy nun vast rauch und härb
mit eyner eyßnin rute!
Das wilde vych zerschmeyß und brich
gleych wie eins hafners gschirre:
es straucht und fellt, wo mans nit hellt,
da gadt es stracks nun irre.

Merkt auf, jr künig all geleych!
sind klug, verstond dsach rechte,
Mit sampt den richtern in dem reych!
jr sind nun Gottes knechte!
Mit fleyß da horcht, dient jm mit forcht
und fröuwet eüch mit zittern!
da lügend nun und küßt den sun,
jr werdt jn sunst erbittern.

Erwüschend kunst, das ist mein radt,
das jr des wegs nit fälen:
Dann würckend jr ein böse that,
er nimpt eüch bey der kälen.
Sein zorn brünnt bald gleych wie ein wald,
dann wirt eüch dsach gerauwen;
wol allen hie, die auch in mü
allein auff jn vertrauwen!

Quelle

Ambrosius Blaurer – Ein gsang vff die himmelfart Christi,

in der melody Psal. XV.

FRöw dich mit wunn, frömme Christenheit,
und sind mit grossem schalle,
Das dir hüt ist ufthan dsäligkeit,
die fynd sind gschlagen alle
Durch den vor lang verheißnen man,
Christum! den sich mit glouben an!
gen himmel ist er gfaren.

Sins vatters werck hat er wol geschafft,
sin grechtigkeit vernüget
Unnd tragen ab die alt erbsyndschafft,
all ding mit friden gfüget,
Der oberst priester wirdt er gacht,
hat durch sin blut den wäg gemacht,
die gfengknuß fürt er gfangen.

Vff dz er yetz über alles wär
im himmel und uff erden,
Das sünd, tod, hell wurd krafftloß und lär
und dir sin rych möcht werden.
Des sing Ju Ju und ghab dich wol!
der himmel hanget rägens vol
der vilfaltigen gaben.

Sins heilgen geists, den er vor verhieß,
das er uns sölte leeren
Und uns daby ouch syn sähen ließ,
wie sich all ding verkeeren:
Das dem crütz nachvolgt hell und eer
und ewigs läben nit ist feer
den, die in duldt verharren.

Wie möcht sölch hertz immer trurig syn,
dz dise idng kan fassen!
Trübsal und tod ist doch alls sin gwün,
diß läben wirt es hassen
Und schwingen sich hoch übersich,
da Christus sitzet ewigklich
zu sines vatters rechten.

So gib uns, Herr, gloub unnd glassenheit
nach diner jünger arte,
Das din kirch still und in einigkeit
mit bätt des Pfingstags warte,
Da unns die krafft von oben hrab
vernüw und din will statte hab
in allen unserm läben.

Damit wann du letstlich wider kumbst,
läbend und tod zu richten,
Und mit dem väldgschrey die greber rumbst,
alle krumme recht zu schlichten,
Das wir standind zur rechten hand,
bsitzind mit dir das vatterland
und singind Alleluia!

Quelle

Johann Halbmeyr von Merckendorf – Ein schöner Abentreien

DEr Meie, der Meie bringt uns der blümlein viel,
ich trag ein freies Gemüte, Gott weis wol, wen ich wil,
Gott weis wol, wen ich wil!

Ich will Christum den Herrn, der unser Heiland ist,
Er tregt das Creutz für unser sünd, ja wie man von jm list,
ja wie man von jm list.

Wir waren all gefangen, in Tod warn wir verlorn,
die sünd die quelt uns nacht und Tag, darin wir warn geboren,
darin wir warn geboren.

Und niemandt kundt uns helffen, denn unser HERR allein,
ist uns zu gut geboren von einer Jungfraw rein,
von einer Jungfraw rein.

Und ist für uns gestorben, erstandten von dem Todt,
hat uns das Heil erworben, geholffen aus der not,
geholffen aus der not.

Er hat das Gesetz erfüllet, das uns so hart verklagt,
und das Füncklein gestillet, das unser gewissen nagt,
das unser gewissen nagt.

Er ist der Weg, das Liecht, die Pfort, die Warheit unnd das Leben,
er ist des Vaters ewigs Wort, das er uns hat gegeben,
das er uns hat gegeben.

Er hat den Tod uberwunden, die Hell gerissen ein,
die Sünd hat er verschlungen, geholffen aus der pein,
geholffen aus der pein.

Er will die nicht verlassen, die an jn glauben seind:
das hat er uns versprochen, wenn wir sein Kinder sein,
wenn wir sein Kinder sein.

Darumb, wer jm vertrawen kan, verlest er nimmer mehr,
demselben unserm HERREN, dem sey lob, preis und ehr
von ewigkeit bisher!

Quelle

Nikolaus Herman – Zu Ostern, das Victimae Paschali

Auff die Melodey, Erschienen ist der herrliche tag, oder Christ ist erstanden.

CHristo, dem Osterlemmelein,
welchs hat erlöst sein schefelein,
Sing heut, du liebe Christenheit:
Lob, ehr sey Gott in ewigkeit!
Alleluia.

Das Lamb Gottes mit seiner unschuld
uns hat erworben Gottes huld,
Und den Sünder zu gnaden bracht
und zu eim Himels Erben gemacht.
Alleluia.

Todt und leben tratten im Kampff,
ein starcker Löw und schwaches Lamb:
Der Tod meint, er hett schon gesiegt,
weil Christ der HErr im Grabe ligt.
Alleluia.

Aber es wert nicht gar drey tag,
Christus sieg, der Tod unten lag,
Und verlor all sein krafft und macht,
Christus erstund aus eigener krafft.
Alleluia.

Ah Maria, sag uns on schew,
wer dir am Weg begegnet sey?
Es was mein Heiland, Jesus Christ,
warhafftig er erstanden ist!
Alleluia.

Zween Engel sassen in seim Grab,
desgleich ich auch gesehen hab
Sein Schweistüchlein und die leinwand,
drein Joseph jn gehüllet hat.
Alleluia.

Aber Christus, mein höchster trost,
ist warhafftig vom Tod erlöst,
Das grab ist lehr, sein leib ist hin,
am weg er mir selbs selbs erschien.

Er sprach: Maria, geh schnell hin
zu meinen Brüdern und sag jn,
Sie solln in Galileam gehn,
da solln sie mich leibhafftig sehn.
Alleluia.

Marie zeugnis das ist war,
Gott geb, was lieb der Jüden schar,
Wir wissen gwis, das Jhesus Christ
warlich vom Tod erstanden ist!
Alleluia.

Jhesu, du wares Osterlamb,
hilff uns siegen in todes kamp!
Sieh uns bey in der letzten not,
schütz uns für dem ewigen Todt!
Alleluia.

Quelle

Johann Mathesius – Ein Kinder Joseph,

nicht in der Kirchen, sonder im Hause zu singen, die Christen Kinder mit zu schweigen oder ein zu wieden.
Im Thon Resonet in laudibus etc.



O Jhesu, liebes HERRlein mein,
hilff mir wiegen mein Kindelein!
Es sol zu lohn dein Diener sein,
im Himelreich
und in der lieben Christenheit.
Eia, Eia!
Schlaff du liebes Kindelein!
der heilig Christ wil bey dir sein
mit seinen lieben Engelein
in ewigkeit.
O mein liebes Jhesulein,
du Tröster mein,
erfrew mich fein
und mach uns arme würmbelein
zu Dienern dein!

O Jhesu, Gottes Sönelein
unnd Marien Kindelein,
Laß dir mein Kind befolhen sein
im Himelreich
und in seim kleinen Wiegelein!
Eia, Eia!
Schlaf mein hertzes Kindelein,
dein Christ bringt dir gut Opffelein,
baut dir ein schönes Heufelein
im Himelreich!
O du trautes Jesulein,
Gotts Lemmelein,
erbarm dich mein
und faß mich auff dein Rückelein
und trag mich fein!

O Jhesu, liebes Brüderlein,
du wolst Emanuelchen sein
Unnd unser Ewigs Priesterlein
im Himelreich
und in der lieben Christenheit!
Eia, Eia!
Schweig, du trautes Kindelein,
es beist dich sonst das Esellein
unnd stösst dich Josephs öchselein
zu Bethlehem!
O du süsses Jesulein,
erhalt uns rein
im glauben dein
bitt für uns arme Sünderlein
den Vatter dein!

Jesus, das zarte Kindelein,
lag in eim harten Krippelein,
Gewindelt inn die tüchelein
zu Bethlehem
im finstern stal beim öchselein.
Eia, Eia!
Joseph kocht ein Müselein,
Maria streichts jrem Sönlein ein,
das küß wermet ein Engelein,
und singet fein.
O du liebes Jesulein,
die unschuld dein
laß unser sein,
unnd mach uns arme LEutelein
heilig und rein!

Quelle

Böhmische Brüder – Von der Geburt Jesu Christi

O Vater der barmhertzigkeyt,
Bronn aller güttigkeyt!
laß heute deine gnad zu uns fliessen
und uns der geniessen!
O Vater, der du den Heyland,
Christum uns hast gesand,
laß uns seines verdiensts auff erden
nicht beraubet werden!
O Vater, der du uns liebest
und deinen Son gibest,
hilff, das wir uns fest an jn halten
und mit nicht abspalten!

Christe, Gottes Son,
der du von dem höchsten thron
gesandt inn diese Welt bist kommen,
uns allen zu frommen:
komm auch inn unser hertz und sinnen
und wone darjnnen!
Christe, mensch und Gott,
lebendiges Himelbrod,
speyß udn erquick unser dörfftigkeyt
mit deiner süssigkeyt,
das wir starck und wolgeschickt werden
zu gutten geberden!
Christe, Himlisch liecht,
unser trost und zuversicht,
Göttliche weißheit, sonn und klarheit,
voller gnad und warheyt,
leucht und regier uns mit deinem Wort
an diesem tunckeln ort!

O Heyliger Geyst, warer Gott,
sey unser trost inn aller not!
mach unser seel gesundt,
das wir wircklich und auß hertzen grund
lieben den newen bund!
O Meyster der außerwelten,
der Aposteln und Propheten
inn Göttlicher weißheit,
leer uns auch auß gnad und gütigkeyt
den weg zur seligkeyt!
O Göttliche krafft von oben,
erfüll uns mit deinen gaben!
verleyh uns gnedigklich
alles das, was uns ist seligklich
und dir, Herre, löblich!

Quelle

Böhmische Brüder – Pange lingua gloriosi

O Gott Vater im höchsten thron,
der du nach deins hertzen lust
Durch deinn einigen lieben Son
alle ding geschaffen hast,
Im Heyligen Geyst alles than
den außerwelten zu trost:

Wir bitten dich und begeren,
du woltest uns, Herre Gott,
Deiner gnad und hülff geweren,
das wir dich und dein gebot
Recht erkennen und bewaren
unverrucklich biß inn Todt.

Du woltest uns, Herr, enttzünden
mit deiner Heyligen brunst
Und auff deine warheyt gründen
und versichern deiner gunst,
Also von sünden entbinden
und leren inn deiner kunst!

Deine liebe gib uns mit krafft,
das wir stehn inn aller not
Und inn Heyliger gemeinschafft
uns ertzeygen mit der that,
Das wir mit unsrer pilgerschafft
nicht kommen ins Teuffels spot.

Deine lieb ist gantz einfaltig
und gedultig inn der not,
Damit ist sie gar gewaltig
und vil stercker denn der Tod,
Welchs sich denn off und manchfaltig
inn merterern beweyst hat.

O Gott, hilff auff allen seyten,
steh uns bey mit deiner krafft,
Das wir auch auffrichtig streyten
und durchs glaubens Ritterschafft
Sampt allen gebenedeyten
erlangen ewig erbschafft.

O du Edler bronn der freuden,
der gnad und gerechtigkeyt,
Trenck uns hie und laß uns weyden
auff dem berg der heyligkeyt,
Und wenn wir von hinnen scheyden,
so tröst uns inn ewigkeyt!

Hilff, Gott, das wir hie auff erden
trewlich deinen willen thun,
Und in Heyligen geberden
darnach dort ewig zu lohn
Herrlich gekränt möchten werden
mit unvergencklicher kron. Amen.

Quelle

Hans Sachs – Das lied Maria zart:

verendert, und Christlich Corrigiert.

O Jesu zart, Götlicher art,
ain Roß on alle doren,
Du hast auß macht herwider bracht
das vor lang was verloren
Durch Adams fal; dir wardt die wal
von Gott vatter versprochen;
auff das nicht wurdt gerochen
mein sünd und schuld, erwarbstu huld;
wann kain trost ist, wa du nit bist
barmhertzigkeyt erwerben:
wer dich nitt hat und dein genad,
der muß ewigklich sterben.

O Christe milt, du hast gestilt
der Altvätter verlangen,.,
Die jar und tag in wee und klag
die vorhell het umbfangen,
Sendlicher not rufften: O Gott,
zerreyß des hymels pforten
und send uns des wir warten,
den Messiam, der uns abnam
die sendlich pein: das ist durch dein
vilfäültig blut verreren
gantz abgestelt, darumb dich zelt
all welt Christum den herren.

O Jesu rain, du bist allain
der sünder trost auff erden,
Darumb dich hat der ewig Rat
erwelet mensch zu werden
Uns all zu hayl darumb urtayl,
am jüngsten tag wirst richten
die dir glauben mit nichten.
O werde frucht, all mein zuflucht
han ich zu dir, ich glaub, hast mir
erworben ewig leben;
in dich hoff ich gantz vestigklick,
weyl du mir gnad thust geben.

O Christe groß, du edle Roß,
güttig an allen enden,
Wie gar gütlich, herr, hastu mich
wider zu dir lan wenden
Mit deinem wort; mein seel leyd mordt
bey den falschen Propheten,
die mich verfüret hetten
auff mancherley jr gleyßnerey,
auf werck ich hofft und mainet offt
genad mir zu erwerben,
Verlieffe dich: O herr, nit rich
mein unwissend verderben.

O Jesu feyn, dein wort gibt scheyn,
liecht klar als der Karfunckel,
Es hilfft auß pein den armen dein,
die sitzen in der dunckel;
Kain ru noch rast haben sy fast
wol in der menschen lere:
raych jn dein wort mitt gere,
Hilff jn dauon auff rechte pan
und sy selb tröst, seyt du erlöst
hast alle welt gemayne,
Das sy in dich hoffen ainich,
nit in jr werck unrayne.

O Christe werdt, so dein wort kert
von mir und sich der schaytte,
So kumm zu mier, beschütz mich schier,
auff das mich nitt verlaytte
Die menschen leer, die gleysset seer,
wer kan jr list erkennen? sy thut sich haylig nennen,
Ist doch entwicht und lebet nicht!
allain dein wort das ist der hort,
darinn das leben iste,
Da speyß mich mit, entzeuch mirs nit
zu ewigklicher friste!

O Jesu Christ, war Got du bist,
in dir ist kain gebrechen;
Es ist kain man, der mag und kan
dein glori groß außsprechen.
Dein hohes lob schwebt ewig ob,
dir ist als übergeben,
was ye gewann das leben,
Alle creatur: O Künig pur,
wenß darzu kumpt, das mein mundt stumbt,
leyplich den todt muß leyden,
Dann hilff du mir, das ich mit git
in deim wort mög abscheyden.

Quelle