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Schlagwort: Kinderlied

Ernst Gottlieb Woltersdorf – Wie selig sind die Kleinen

Ernst Gottlieb Woltersdorf – Wie selig sind die Kleinen

Wie selig sind die Kleinen,
die man noch lehren kann!
Ihr Großen, mögt’s beweinen,
die Schul‘ ist zugethan.

Sich nicht mehr weisen lassen,
schon alles selbst verstehn,
Zucht und Bestrafung hassen,
heißt das nicht untergehn?

Kommt, Lämmer! kommt und höret,
von früh bis in die Nacht,
was Gott vom Himmel lehret,
was gut und selig macht!

Die Weisen bleiben Thoren,
wenn sie das nicht verstehn.
Die Großen gehn verloren,
wenn sie den Weg nicht gehn.

Laßt Pharisäer prahlen,
ihr bildet euch nichts ein;
wenn sie gerecht sich mahlen,
spricht Moses Spiegel: nein!

Er weiset euch von ferne
das wund geschlag’ne Lamm;
ihr geht und wascht euch gerne
im Blut vom Sündenschlamm.

Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe
herausgegeben von
Johannes Goßner.
Dritte Auflage.
Leipzig,
bei Karl Tauchnitz.
1825.

Johann Mathesius – Ein Kinder Joseph,

Johann Mathesius – Ein Kinder Joseph,

nicht in der Kirchen, sonder im Hause zu singen, die Christen Kinder mit zu schweigen oder ein zu wieden.
Im Thon Resonet in laudibus etc.



O Jhesu, liebes HERRlein mein,
hilff mir wiegen mein Kindelein!
Es sol zu lohn dein Diener sein,
im Himelreich
und in der lieben Christenheit.
Eia, Eia!
Schlaff du liebes Kindelein!
der heilig Christ wil bey dir sein
mit seinen lieben Engelein
in ewigkeit.
O mein liebes Jhesulein,
du Tröster mein,
erfrew mich fein
und mach uns arme würmbelein
zu Dienern dein!

O Jhesu, Gottes Sönelein
unnd Marien Kindelein,
Laß dir mein Kind befolhen sein
im Himelreich
und in seim kleinen Wiegelein!
Eia, Eia!
Schlaf mein hertzes Kindelein,
dein Christ bringt dir gut Opffelein,
baut dir ein schönes Heufelein
im Himelreich!
O du trautes Jesulein,
Gotts Lemmelein,
erbarm dich mein
und faß mich auff dein Rückelein
und trag mich fein!

O Jhesu, liebes Brüderlein,
du wolst Emanuelchen sein
Unnd unser Ewigs Priesterlein
im Himelreich
und in der lieben Christenheit!
Eia, Eia!
Schweig, du trautes Kindelein,
es beist dich sonst das Esellein
unnd stösst dich Josephs öchselein
zu Bethlehem!
O du süsses Jesulein,
erhalt uns rein
im glauben dein
bitt für uns arme Sünderlein
den Vatter dein!

Jesus, das zarte Kindelein,
lag in eim harten Krippelein,
Gewindelt inn die tüchelein
zu Bethlehem
im finstern stal beim öchselein.
Eia, Eia!
Joseph kocht ein Müselein,
Maria streichts jrem Sönlein ein,
das küß wermet ein Engelein,
und singet fein.
O du liebes Jesulein,
die unschuld dein
laß unser sein,
unnd mach uns arme LEutelein
heilig und rein!

Quelle

Tersteegen, Gerhard – Freue dich, du Kinderorden

Tersteegen, Gerhard – Freue dich, du Kinderorden

1.) Freue dich, du Kinderorden,
Gott ist selbst ein Kindlein worden.
Also hat euch Gott geliebt!
Schaut dies Gottkind in der Wiegen
Nackt und arm und weinend liegen:
Eure Sünd‘ ihn so betrübt.

2.) Euretwegen lässt er fahren
Himmel und der Himmel Scharen,
Dass er euch möcht‘ kommen nach.
Kinder! Sucht dies Kind auf Erden,
Dass ihr möget Engel werden,
Die ihm singen Gloria.

3.) Kommt, liebt dann den Heiland wieder,
Werft euch mit zur Krippen nieder,
Gebt ihm Herz und Alles ein:
Seine Unschuld, seine Tugend
Sei ein Spiegel eurer Jugend.
Freuet euch in ihm allein!

4.) Er wird euch weit mehr ergötzen,
Als die Welt mit ihren Schätzen,
Die so bald, so bald vergehn:
Jesum lieben, Jesum loben,
Jesum schauen hier und droben,
Diese Freude wird bestehn.

5.) Nun, ich will die Welt verlassen
Und dich, Himmelskind, umfassen,
Das sich gern den Kindern gibt:
Jesu, komm, mein Herz ist deine,
Mach es still, gebeugt und reine.
Mach‘, dass es dich ewig liebt!

6.) Komm, o Jesu, Heil der Sünder!
Lass, o Jesu, Freund der Kinder!
Herz und Mund dein Lob erschall’n:
Ehr‘ sei Gott im höchsten Throne,
Fried‘ bei uns auf Erden wohne
Und in uns sein Wohlgefall’n!

Hermann, Nikolaus – Hört, ihr liebsten Kinderlein

Hermann, Nikolaus – Hört, ihr liebsten Kinderlein

Das dritte Lied, in welchem das Kindlein Jesus die Kinder vermahnet, daß sie fleißig beten und studiren sollen, so wolle es ihnen bescheren.

Hört, ihr liebsten Kinderlein,
Spricht das Herze Jesulein,
Seid züchtig und lernet fein,
Bett fleißig im Namen mein,
So will ich stets bei euch sein,
Mit mein lieben Engelein,
Euch allezeit behüten fein.

Werdt ihr z morgens gern aufstehn,
Und fleißig zur Schulen gehn,
Und studiren mit ganzem Fleiß,
Daß ihr mir singt Lob und Preis,
Werdet ihr mein Wort gern hören,
So will ich euch alls bescheren,
Was eur Herz nur wird begehren.

Es solln euch mein Engelein
Allzeit gleiten aus und ein,
Daß ihr nicht stoßt an einen Stein,
Auch nicht fallt und brecht ein Bein.
Eur liebsten Mütterlein,
Vater, Bruder und Schwesterlein
Solln sie auch behüten fein.

Euern Eltern will ich geben
Gut Kuckes1) und langes Leben,
Daß sie euch können ernähren,
Und aufziehn zu Gottes Ehren,
Und euch kaufen Kleider und Schuh,
Bücher, und was ihr dürft dazu,
Daß ihr lernt mit guter Ruh.

Drum, o liebsten Kinderlein,
Seid gehorsam und lernet fein,
Eur Emanuel will ich sein,
Hab euch von der Höllen Pein
Erlöst durch mein Blut und Tod.
Drum halt fleißig mein Gebot,
Und ruft zu mir in der Noth,

So sollt ihr dieß neue Jahr
Sicher sein für aller Gefahr,
Kein Krieg, Theurung, Pestilenz
Soll kommen über euer Grenz,
Seid nur fromm und lernet fein,
O ihr liebsten Kinder mein,
So will ich stets bei euch sein.

Amen.

Zwick, Johannes – Jetz ist aber min tag dahin,

Zwick, Johannes – Jetz ist aber min tag dahin,

Ein abend gsang für die kind.

Jetz ist aber min tag dahin,
an dem ich zwar solt worden syn
Gottsäliger und gschickter vil,
dann darumb gibt Gott alle zil.

Ach Gott, was ich dann übels thon
den gantzen tog, ouch underlon
Des guten vil unnd zyt versumpt,
die hin ist und nit widerkumpt,

Und wie ich mich versündet hab,
Herr, das laß syn gantz tod und ab
Und tilcks alls uß in Jesu Christ,
in dem du zfriden gstellet bist.

Und hab an minem thun vergut,
du kennst ye wol min fleisch unnd blut,
Wie ich so langsam und so träg,
zelernen dine heilgen wäg.

Hab ich dann etwas guts gethon,
die leer und zucht wol angenon,
Das ichs dann bhalt und nit vergeß,
allzyt allein din eer ermeß.

Zwick, Johannes – DIß tagwerck ist yetz ouch volbracht,

Zwick, Johannes – DIß tagwerck ist yetz ouch volbracht,

Ein ander abendgsang für die kind in der schuol

DIß tagwerck ist yetz ouch volbracht,
ach Gott, hett ichs nun wol bedacht
Und wer geflissen gsin all stund,
damit ich ouch die bessrung fund.

So vil nun zyt wol angelegt,
so vil hast du, Gott, mich bewegt!
Was ich versumpt, das ist uß mir,
alls guts kumpt gwüß allein von dir.

Drumb schicks allweg, das ich dich find,
biß das ich werd ein gschicktes kind,
Unnd so ich morn herwider kumb
das ich mer lern, wie ich werd frumb.

Und leg wol an die gaaben din
unnd bruchs nach dinem willen fyn,
Werd ouch von himmel wol geleert
und nit nach diser wält verkeert.

Jetz schütz und schirm min seel und lyb,
gib, das ich in dinr gnaden blyb
Allzyt und voruß dise nacht,
mit dinen Englen halt die wacht!

Zwick, Johannes – Ein gsang vor anfang der kinder predig zesingen

Zwick, Johannes – Ein gsang vor anfang der kinder predig zesingen

In der melody: Es sind doch sälig alle die, rc. Oder: Hilff Herre Gott, Oder: Ach unser vatter.

HErr Gott, din truw mit gnaden leist
unnd schick herab din heilgen geist,
der uns die warheit leere
Und geb verstand, gmüt, sinn und hertz,
das uns din wort nit sey ein schertz,
ja gantz zu dir bekeere.
O Gott, din gnad daran bewyß,
das sich wol schick zu dinem pryß
all unser thun unnd lassen;
Was hindren mag, das selbig wend,
was fürdren mag, das gib behend,
zuwandlen dine straassen.

Unnd züch uns wol, Herr, by der zyt,
wir wüssend nit, wass alter gyt,
ouch nit, wie vil der tagen.
Zucht, glouben, forcht, frid, liebe, truw
leer uns din geist, der uns mach nüw,
das wöll er nit versagen.
Er bhüt allzyt vor falscher leer,
der bösen wält ouch trülich weer,
damit sy uns nit blende,
Er teil uß din barmhertzigkeit,
zeig uns da durch din säligkeit
und helff mit gnad zum ende.

Zus beschlussz der kinder predig.

JEtzund so bitten wir dich, Herr,
bestät und sterck die waare leer
in unsern hertzen allen!
Dann das ist war: wie böß wir sind,
begeren wir doch, dine kind
zu sin und dir zu gfallen.
So zeig nun, Gott, din gnad unnd gunst,
erfüll das hertz mit waarer brunst
der liebe und des gloubens,
Das wir mögend, wies dir gefellt,
das läben schlyssen unnd der welt
gar bald zum end erlouben.

Zwick, Johannes – O Gott und vatter aller väter, leer uns,

Zwick, Johannes – O Gott und vatter aller väter, leer uns,

O Gott und vatter aller väter, leer uns,
o Gott und vatter aller kinder, leer uns!

O Meister aller meister, leer uns,
o geist, leerer der warheit, leer uns!

Das wir uns zu dem heilgen kind Jesu geselling,
in sin exempel unser thun und lassen stellind,

Das wir mit jm zschul gangind,
in gsellschafft jm anhangind,

Wachsind an geist, gnad, wyßheit!
zu nutz diner Christenheit,

Und wir kind alle samen
din kirch und idnen namen
zierind.

Das leer uns, O Herre Gott, Amen!

Mathesius, Johann – Nun schlaf mein liebes Kindelein

Mathesius, Johann – Nun schlaf mein liebes Kindelein

Ein Wiegenlied für gottselige Kindermädchen und andere christliche Personen, so der lieben Kindlein warten, damit sie zu schweigen oder einzuwiegen.

Nun schlaf mein liebes Kindelein,
Und thu deine Aeuglein zu,
Denn Gott der Herr will dein Vater sein,
Drum schlaf mit guter Ruh!

Dein Vater ist der liebe Gott
Und will’s auch ewig sein,
Der Leib und Seel dir geben hat
Wohl durch die Eltern dein.

Und da du warst in Sünd geborn,
Wiue Menschenkinder all,
Und lagst dazu in Gottes Zorn
Um Adams Sünd und Fall,

Da schenkt er dir sein’n lieben Sohn,
Den schenkt er in den Tod,
Der kam auf Erd vom Himmelsthron,
Half dir aus aller Noth.

Ein Kindlein klein ward er geborn,
Am Kreuz sein Blut vergoß,
Damit stillt er sein’s Vaters Zorn,
Macht dich von Sünden bloß.

Hör, was dir Christ erworben hat
Mit seiner Marter groß:
Die heilig Tauf, das selig Bad
Aus seiner Seite floß!

Darin bist du nun neugeborn
Durch Christus Wunden roth,
Verschlungen ist Gottes grimmig Zorn,
Dein Schuld ist quitt im Tod.

Mit seinem Geist er dich auch krönt
Aus lauter Lieb und Treu,
Der in dein zartes Herzlein stöhnt
Und macht dich gar spannen1).

Er send’t dir auch sein Engelein
Zu Hütern Tag und Nacht,
Daß sie bei deiner Wiege sei’n
Und halten gute Wacht.

Damit der böse Geist kein’n Theil
An deinem Seelchen find’t:
Das bringt dir Alles Christi Heil,
Drum bist ein selig Kind“

Dem Vater und der Mutter dein
Befiehlt er dich mit Fleiß,
Daß sie dein treue Pfleger sein,
Ziehen dich zu Gottes Preis.

Dazu das liebe Jesulein
Das gesellt sich zu dir fein,
Will dein Emanuelchen sein
Und liebes Brüderlein.

Drum schlaf, du liebes Kindelein,
Preis Gott, den Vater dein,
Wie Zacharias‘ Hänselein,
So wirst du selig sein.

Der heilig Geist der segne dich
Bewahr dich alle Zeit.
Sein heil’ger Nam behüte dich,
Schütz dich vor allem Leid!

Amen, Amen! Ja, das ist wahr,
Das sagt der heilige Geist!
Geb Gott, daß du von heut zu Jahr
Ein gottselig Mensch seist!

Luther, Martin – Vom Himmel hoch

Luther, Martin – Vom Himmel hoch

Ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi

1. Vom Himmel hoch da komm ich her,
Ich bring euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring ich so viel,
Davon ich singen und sagen will.

2. Euch ist ein Kindlein heut geborn,
Von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein so zart und fein,
Das soll eur Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führn aus aller Not,
Er will eur Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.

4. Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott, der Vater, hat bereit,
Daß ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nu und ewiglich.

5. So merket nu das Zeichen recht:
Die Krippen, Windelin so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.

6. Des laßt uns alle fröhlich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehen, was Gott uns hat beschert,
Mit seinen lieben Sohn verehrt.

7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin:
Was liegt doch in dem Krippelin?
Wes ist das schöne Kindelin?
Es ist das liebe Jesulin.

8. Bis willekomm, du edler Gast,
Den Sünder nicht verschmähet hast
Und kommst ins Elend her zu mir,
Wie soll ich immer danken dir?

9. Ach Herr, Du Schöpfer aller Ding,
Wie bist du worden so gering,
Daß du da liegst auf dürrem Gras,
Davon ein Rind und Esel aß.

10. Und wär die Welt vielmal so weit,
Von Edelstein und Gold bereit,
So wär sie doch dir viel zu klein,
Zu sein ein enges Wiegelein.

11. Der Sammet und die Seiden dein,
Das ist grob Heu und Windelein,
Darauf du König so groß und reich
Her prangst, als wärs dein Himmelreich.

12. Das hat also gefallen dir,
Die Wahrheit anzuzeigen mir,
Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.

13. Ach, mein herzliches Jesulin,
Mach dir ein rein sanft Bettelin,
Zu ruhen in meins Herzen Schrein,
Daß ich nimmer vergesse dein.

14. Davon ich allzeit fröhlich sei,
Zu springen, singen immer frei
Das rechte Susaninne schon,
Mit Herzenslust den süßen Ton.

15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen eingen Sohn,
Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.