Bernhard v. Clairvaux – Biographie

Bernhard v. Clairvaux, der Heilige, wurde 1091 zu Fontained in Burgund, als der Sohn eines adeligen Kriegshelden, geboren, zu Chatillon gebildet und trat 1113 in das erste Cisterzienserkloster. Er stiftete 1119 den Bernhardiner-Orden und bald 60 Klöster desselben. Nach dem berühmtesten von Clairveaux, dessen erster Abt er war, wird er genannt. Aus den Kreuzzügen, von welchen er zu dem unglücklichen von 1146 ermunterte. In der Mönchs-, Kloster- und Kirchengeschichte ist dieser mehr geistreiche als gelehrte, fromme, sittlich strenge Mönch, begeisterte Beter und begeisternde Prediger allbekannt. Er starb 1153, und kann wegen seiner praktischen und biblischen Richtung ein Vorläufer der Reformation genannt werden.

Martin Behm – Biographie

Behm, Martin, nannte sich auch Behemb, Böhme und Bohemus. Er ist am 16. September 1557 zu Lauban geboren, wo sein Vater Stadthauptmann war. An der Schule seiner Vaterstadt erlangte er den Gelehrten-Titel eines Bakkalaureus, wurde Diakon und 1586 Pastors primarius daselbst, und starb am 5. Februar 1622. Seine 300 geistliche Lieder ließ er in drei Sammlungen drucken unter dem Titel: ‚Tres Centuriae Precationum Rhythmicarum, oder dreihundert andächtige Reim-Gebethe oder Lieder; Lauban 1606, 1608 und 1614.‘

Sie sind mehrmals wieder aufgelegt worden.

Johann Christoph Arnschwanger – Biographie

Arnschwanger, Johann Christoph, geboren zu Nürnberg am 28. Dezember 1625, als Sohn eines Handelsmannes. Er besuchte das von Phil. Melanchthon eingerichtete Gymnasium Sct. Ägidien daselbst, bezog 1644 die nürnbergische Universität Altdorf und 1647 Jena, wo er die Magisterwürde sich erwarb. Auf einer Reise von Leipzig nach Helmstädt entrissen ihm räuberische Soldaten alle seine Habe, und er langte kaum mit seinem armen Leben in Hamburg an. In seiner Vaterstadt ernannte man ihn 1651 zum Generalvikarius, 1652 bis 1659 nacheinander zum Diakonus zu Ägidien, Frühprediger an Sct. Walburg und Diakon zu Sct. Lorenz, woselbst er 1679 Senior und 1690 Hauptpastor wurde, und am 10. Dezember 1696 starb. Unter dem Namen des ‚Unschuldigen‘ gehörte er der poetischen, fruchtbringenden Gesellschaft an. Aus seinen beiden Büchern: ‚Neue geistliche Lieder und Gesänge, Nürnberg 1659‘ und ‚Heilige und christliche Psalmen, Nürnberg 1680,‘ sind Lieder von ihm in die Gesangbücher übergegangen.

Gottfried Arnold – Biographie

Arnold, Gottfried, Sohn des sechsten Schullehrers zu Annaberg im Meißnischen, ist am 5. September 1666 geboren. Nach dem Besuche des Gymnasiums zu Gera und der Universität Wittenberg, wo er, 1686 Magister wurde, übernahm er Hofmeisterstellen zu Dresden und Quedlinburg, 1697 die Lehrstelle der Geschichte zu Gießen, die er ein Jahr hernach wieder niederlegte, und erhielt 1700 die Hofpredigerstelle bei der Herzogin von Sachsen-Eisenach zu Altstädt. Im Jahre 1705 wurde er Inspektor und Pastor zu Werben, und 1707 zu Berleburg, und zugleich kgl. preußischer Historiograph. Am letzten Orte drangen den 20. Mai 1714 Werber während des Abendmahls in die Kirche ein, um einige junge Leute wegzunehmen. Dieses schreckliche Verfahren erschütterte ihn so sehr, dass er darüber in ein hitziges Fieber verfiel, und nach 10 Tagen starb. Außer 130 Liedern hat er viele andere Schriften dem Druck übergeben, z. B. die bekannte Kirchen- und Ketzergeschichte.

Ernst Moritz Arndt – Biographie

Arndt, Ernst Moritz, am 26. Dezember 1796 zu Soritz auf der Insel Rügen geboren, wurde 1806 Professor der Geschichte in Greifswalde, und 1816 zu Bonn. Er hat von 1809 an durch seine volkstümlichen Schriften viel zur Anfachung eines besseren deutschen Nationalgefühles gewirkt, und 1819 eine treffliche Abhandlung über das deutsche Kirchenlied, mit einem Anhang von 20 vortrefflichen Kirchenliedern, herausgegeben.

Ambrosius – Biographie

Ambrosius, geboren ums fahr 340, wahrscheinlich zu Trier, wo sein Vater, römischer Statthalter in Gallien, seinen Sitz hatte, starb als Bischof in Mailand 597. Er war ein großes Licht der Kirche, voll Glaubens und Heiligen Geistes, dessen Namen in unvergänglichen Ehren steht, und hat auch große Verdienste um den Kirchengesang. Einer alten Sage nach wurde das Te deum laudamus, der ambrosianische Lobgesang Nr. 1, bei Augustins Taufe von ihm und diesem – denn beide wurden erst in ihrem Mannesalter getauft, unverabredet und wechselweise vor der versammelten Gemeinde zu Mailand gesungen, wo Ambrosius Bischof war. Dies kann gelten, neben der richtigeren Nachricht, dass Ambrosius diesen Gesang aus dem Griechischen übersetzt habe. Es wurden ihm dreißig Hymnen zugeschrieben. Er war im Jahre 370 Statthalter zu Mailand, und wurde 374, ehe er getauft war, und ungeachtet seines Widerstrebens und Entfliehens, zum Bischofe gewählt, als ein Kind in der Kirche gerufen haben soll ‚Ambrosius Bischof!‘ welchem Rufe alle Parteien augenblicklich beistimmten. Er war ein Muster eines Bischofes für alle Zeiten, streng gegen sich und furchtlos, selbst Kaisern gegenüber, und starb wahrscheinlich am 4. April 397. Die deutsche Übersetzung des ambrosianischen Lobgesangs ist von Dr. Luther.

Erasmus Alber – Biographie

Alberus, Dr. Erasmus, auch Alber genannt, stammt aus Sprendingen in der Wetterau (am Main und an der Kinzig). Sein Vater Tilemann Alberus, war Schulmeister. Er besuchte zuerst die Schule zu Nidda, und hörte dann zu Wittenberg fleißig Luthern, dessen Freund er wurde, kam 1525 an die Schule zu Ursel, befand sich 1527 zu Heldenbergen bei dem Ritter Conr. w. Safstein, und führte die evangelische Lehre im Ländchen Dreyeichen ein. Nachdem er bis zum Jahre 1543 an verschiedenen Orten Prediger gewesen war, erhielt er, unter Luthers Vorsitz, zu Wittenberg die theologische Doktorwürde, worauf er 1545 zu Babenhausen im Hanau-Lichtenbergischen, und 1548 zu Magdeburg Prediger wurde. Diese Stelle musste er niederlegen, weil er sich der Einführung der katholisierenden Kirchengebräuche widersetzte, die der Kaiser Karl V. durch einen Befehl, Interim genannt, einführen ließ. Im letzten Jahre seines Lebens wurde er General-Superintendent in Neubrandenburg. Er starb am 5. Mai 1553, nach einem vielbewegten, trübsalsvollen Leben; denn siebenmal wurde er der Glaubenspredigt wegen vertrieben. Feuereifer gegen Irrlehren und gegen das Interim erfüllten ihn.

Aemilie Juliana Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt – Biographie

Aemilie Juliana, Gräfin von Schwarzburg Rudolstadt. In der Spitze der Sänger unsrer heiligen Lieder steht eine Fürstliche, hohe Frau, die ihr frommer Sinn noch höher adelte, als ihr gräflicher Stand. Sie war eine Tochter Albert Friedrichs, Grafen zu Barby im Sächsischen, dessen Geschlecht mit ihr ausstarb, geboren am 19. August 1637, vermählte sich mit Albrecht Anton, Grafen zu Schwarzburg Rudolstadt am 7. Juni 1665, und starb am 2. Dezember 1706, 69 Jahre alt. Ihre Lieblings-Beschäftigung war nicht der Glanz und die Genüsse eines fürstlichen Hauses, sondern Wissenschaft und Gottseligkeit. Sie war eine sehr fromme, und durch ihre geistlichen Lieder allgemein geschätzte Frau. Diese Lieder, 587 an der Zahl, wurden zweimal gedruckt, zuerst unter dem Titel: ‚Der Freundin des Lammes geistlicher Brautschmuck,‘ Rudolstadt 1714, und vollständiger in zwei Teilen 1742: ‚Der Freundin des Lammes täglicher Umgang mit Gott.‘ Ihr herrliches Sterbelied. ‚Wer weiß, wie nahe mir mein Ende‚ ist im Mund und Herzen fast aller evangelischen Christen, denn es ist ein wahrhaft glaubensfürstlicher Gesang.