Aemilie Juliana, Gräfin von Schwarzburg Rudolstadt. In der Spitze der Sänger unsrer heiligen Lieder steht eine Fürstliche, hohe Frau, die ihr frommer Sinn noch höher adelte, als ihr gräflicher Stand. Sie war eine Tochter Albert Friedrichs, Grafen zu Barby im Sächsischen, dessen Geschlecht mit ihr ausstarb, geboren am 19. August 1637, vermählte sich mit Albrecht Anton, Grafen zu Schwarzburg Rudolstadt am 7. Juni 1665, und starb am 2. Dezember 1706, 69 Jahre alt. Ihre Lieblings-Beschäftigung war nicht der Glanz und die Genüsse eines fürstlichen Hauses, sondern Wissenschaft und Gottseligkeit. Sie war eine sehr fromme, und durch ihre geistlichen Lieder allgemein geschätzte Frau. Diese Lieder, 587 an der Zahl, wurden zweimal gedruckt, zuerst unter dem Titel: ‚Der Freundin des Lammes geistlicher Brautschmuck,‘ Rudolstadt 1714, und vollständiger in zwei Teilen 1742: ‚Der Freundin des Lammes täglicher Umgang mit Gott.‘ Ihr herrliches Sterbelied. ‚Wer weiß, wie nahe mir mein Ende‚ ist im Mund und Herzen fast aller evangelischen Christen, denn es ist ein wahrhaft glaubensfürstlicher Gesang.