Tersteegen, Gerhard – O Jesu, König, hoch zu ehren

1.) O Jesu, König, hoch zu ehren,
Du verklärter Gottessohn,
Vernimm in Gnaden mein Begehren,
Ich werfe mich vor deinen Thron.

2.) Mich drückt der Dienst der Eitelkeiten,
Ich bin verstrickt in fremder Macht,
Ich hab auch keine Macht zum Streiten,
Ob ich gleich immer will und tracht.

3.) Oft werd ich leider wider Willen,
Bald hin bald her gerissen noch,
Ich kann nicht, wie ich will, erfüllen
Das Gute, das ich liebe doch.

4.) Ich sitz an dies und das gebunden,
Wie sehr mich auch nach Freiheit sehn,
Ich werd zerstreut und überwunden,
Ob ich mich gleich an dich gewöhn.

5.) Ich mag mich üben und mich zwingen,
Ich finde nirgends wahre Ruh.
Die Eigenheit in allen Dingen
Mir steht im Wege, was ich tu.

6.) Die Eigenheit macht mich so bange,
Doch kann ich ihr entweichen nicht.
Ach Herr, es wird dem Geist so lange,
Bis deine Gnad dies Joch zerbricht.

7.) O Jesu, wann wird’s doch geschehen,
Dass du mich aus dem Kerker führst?
Wann werd ich dich nur in mir sehen,
Dass du alleine mich regierst?

8.) Nimm ein mein Herz, ich will es geben
Auf ewig dir zum Eigentum,
Ich will mir selbst nicht länger leben.
Mein Herzenskönig, Jesus, komm!

9.) Komm, nimm mein Herz dir ganz zu Eigen
Und nach Gefallen mich regier.
Befiehl, mein Herz, ich werde schweigen,
Ich schenke meinen Willen dir!

10.) Ach, töte, was sonst in mir lebet,
Ich geb es hin in dein Gericht.
Lass beugen, was dir widerstrebet,
Vor deinem Glanz und Angesicht!

11.) Mein Herze dir zum Thron bereite
Und wohn dann ewiglich in mir,
Mit deiner Augen Wink mich leite
Und mach mich ganz gelassen dir!

12.) Dir, dir gehört dies Herz alleine,
Nur dir es ganz verschrieben sei.
Mein Herr und König, den ich meine,
Bewahr mich ewig dir getreu!

Tersteegen, Gerhard – Jesu, mein Erbarmer höre

1.) Jesu, mein Erbarmer höre.
Und dich kehre
Doch in Gnaden her zu mir!
Du erkennest mein Plage,
Meine Klage
Ist ja Nacht und Tag vor dir.

2.) Sieh, wie ich im Finstern schwebe!
Ach, ich lebe
Wie verirrt im fremden Land.
Äußerlich in Kreuz und Schmerzen,
Und im Herzen
sind die Leiden dir bekannt.

3.) Schau die Bande, die mich drücken
Und verstricken,
Mache mich Gefangnen los!
Denn ich kann mich selbst vom Bösen
Nicht erlösen.
Ach, ich bin so schwach und bloß.

4.) Des Versuchers lose Stricke,
Sein Tücke
Auf mich Armen dringen zu,
Dass mein Herz oft gar will wanken.
In Gedanken
Lässt er mir auch keine Ruh.

5.) Keine Ruhe kann ich finden,
Meine Sünden,
Die mich drücken, schenke mir.
Stille mein betrübtes Sehnen
Und die Tränen,
Mache mich getrost in dir!

6.) Ach, mein Mut ist gar gesunken,
Keinen Funken
Find ich oft vom Glauben mehr.
Oft mein Herze wahrlich meinet,
Und es scheinet,
Dass ich ganz verstoßen wär.

7.) Herr, wann willst du dich erbarmen?
Lass mich Armen
Doch nicht liegen, wie ich’s wert!
Du hast mich ja selbst gezogen
Und bewogen,
Dass ich mich zu dir gekehrt.

8.) Du hast auch, mein Gott und König,
Mich nicht wenig
Deine Treue lassen sehn.
Bin ich gleich nicht treu geblieben,
Dich zu lieben,
Doch bleibt deine Treue stehn.

9.) Komm und stärke meinen Glauben,
Den zu rauben
Satan immer ist bedacht.
Hilf mir, dass ich im Vertrauen
Möge schauen
Auf dich auch in finstrer Nacht!

10.) Segne kräftig meine Leiden,
Mich zu scheiden
Mehr von Sünd und Eigenheit,
Mehr und inniger ergeben
Dir zu leben
Stets in wahrer Heiligkeit!

11.) Gib Geduld, dass ich gelassen
Mög umfassen
Meine Leiden sanft und still.
Lass sich beugen alles Harte,
Dass ich warte,
Wie und wann der Herr es will!

12.) Da, mein Heiland ist mein Wille,
Komm und stille
Mein gestörtes Herze dann.
Steh mir bei, so kann ich stehen,
Lass mich sehen,
Was in mir die Gnade kann!

Selneccer, Nikolaus – Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not

1.) Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not,
Erbarm dich mein, o treuer Gott!
Ich bin ja doch dein liebes Kind,
Trotz Teufel, Welt und aller Sünd‘.

2.) Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr!
Wenn ich dich hab, was will ich mehr?
Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ,
Der du mein Gott und Heiland bist.

3.) Des freu ich mich von Herzen fein,
Bin gutes Muts und harre dein,
Verlass mich gänzlich auf dein’n Nam’n,
Hilf, Helfer, hilf, drauf sprech‘ ich: Am’n.

Ringwaldt, Bartholomäus – Es baut, o Herr, auf dein Geheiß

1.) Es baut, o Herr, auf dein Geheiß
Der Menschen Hand die Erde,
Voll Hoffnung, dass ihr reger Fleiß
Von dir gesegnet werde.
Auf dein Versprechen trauen sie:
„Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh‘,
Solang du lebest, essen.“

2.) Noch immer traf dies Wort auch ein;
Gib ferner deinen Segen,
Dass Saat und Pflanzen wohl gedeihn,
Gib Sonnenschein und Regen.
Der Landmann baut umsonst das Land,
Wenn deine milde Vaterhand
Nicht seine Arbeit segnet.

3.) So kröne denn mit Fruchtbarkeit
Das Land nach deiner Güte,
Und wenn die Aussaat uns gedeiht,
O Vater, so verhüte,
Dass Frost und Sturm und Hagelschlag
Sie nicht zerstörend treffen mag,
Nicht Flut sie überschwemme.

4.) Wir traun auf dich,
O guter Gott, und lassen dich nur walten.
Du kennst am besten unsre Not,
Hast lange Haus gehalten.
So wirst du denn zu deinem Ruhm auch uns,
Dein Volk und Eigentum,
Noch ferner wohl versorgen.

Spangenberg, Cyriacus – Der Hymnus „Conditor alme syderum“.

O HERR GOtt, Schöpffer aller Stern,
ein ewigs Liecht der Glaubigen!
HERR Christ, der gantzen Welt Heiland,
laß unser bitt dir sein bekannt!

Gar hart es dir zu wider war,
daß wir solten verderben gar,
Drumb halffstu der verlornen Welt
durch ein Artzney, von dir bestellt.

Da nu erfüllet war die Zeit,
gleich als ein Breutgam wol bereit
Tratstu her auß der Kammer dein,
auß der Jungfrawen Leib so rein.

Für deiner grossen Macht allhie
sich biegen müssen alle knie
Auff erden unnd ins Himmels Thron,
die müssen all seyn unterthan.

Die Sonn den Nidergang bewart,
der Mond behellt sein bleichlet art,
Die Sterne leuchten hell und klar,
lauffen gantz richtig wunderbar.

Wir bitten dich, HERR JEsu Christ,
der du ein Richter künfftig bist,
Behüt uns all in dieser Zeit
fürs bösen feindes list und neid!

Lob, Ehr, Krafft, Ruhm unnd Preiß sey thon
GOtt Vatter und seim lieben Sohn,
Darzu dem Tröster heilgen Geist
von nun an biß in ewigkeit!

Starck, Johann Friedrich – Gebet um ein frommes Herz.

Gieb mir ein frommes Herz, Du Geber aller Gaben!
Das soll mein Reichthum seyn, Den ich begehr‘ zu haben.
Das soll seyn meine Zier, Mein Ruhm und schönster Pracht;
Denn fromm seyn, wird bey Gott Und Menschen hochgeacht’t.

Gieb mir ein frommes Herz In allem meinem Denken.
Wenn sich mein eitler Sinn Auch will zum Bösen lenken,
Ach! schrecke mich doch ab Von der Gottlosen Steg,
Und führe mich, o Gott, Den rechten Himmels-Weg.

Gieb mir ein frommes Herz! Wenn man mich will verführen,
Ach! so laß deinen Geist Mein Herze kräftig rühren.
Gieb, daß ich nimmermehr Auf bös Exempel seh,
Vielmehr, o Jesu! dir, Wie du vorgehst, nachgeh.

Gieb mir ein frommes Herz, Wenn ich viel Böses höre,
Daß die Gewohnheit nicht Mich auch zuletzt bethöre.
Schleuß meine Ohren zu, Gieb deinem Worte Kraft,
Das sagt: Du forderst auch Von Worten Rechenschaft.

Gieb mir ein frommes Herz, Wenn ich die Welt betrachte,
Daß ich die Eitelkeit Und Sündenlust verachte.
Es muß die schnöde Welt Mit ihrer Lust vergeh’n;
Den Frommen aber bleibt Der Himmel offen steh’n.

Gieb mir ein frommes Herz, Daß ich fromm sey und bleibe,
Und nur, was dir gefällt, In meinem Leben treibe.
Heut fromm seyn, morgen bös, Und so in Wankelmuth
Bald Guts, bald Böses thun, Stürzt in die Höllen-Gluth.

Gieb mir ein frommes Herz, Daß ich nicht von dir weiche,
Und daß ich nicht der Welt In ihren Sünden gleiche;
Ich will von ihrem Thun Mich sondern gänzlich ab,
Und in der Frömmigkeit Beharren bis ins Grab.

Gieb mir ein frommes Herz, So wird mirs auch wohl gehen;
Du wirst mein Beystand seyn, Wenn Unglücks-Winde wehen.
Den Frommen ist ja Gnad‘ Und Hülfe zugesagt,
Wenn die verdiente Straf‘ Der Bösen Rotte plagt.

Gieb mir ein frommes Herz! So kann ich selig sterben,
Und als ein Gottes-Kind Das Himmelreich ererben.
Im Himmel wird ja einst Die Frömmigkeit gekrönt,
Die auf der Erden nur Von Bösen wird verhöhnt.

Gieb mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben,
So will ich dankbar seyn In meinem ganzen Leben!
So wird mein Herz und Sinn Sich lenken Himmelwärts;
Drum bitt ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz!

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus allen Jahrhunderten

Tersteegen, Gerhard – Jesu, der du bist alleine

1. Jesu, der du bist alleine
Haupt und König der Gemeine:
segne mich, dein armes Glied;
wollst mir neuen Einfluß geben
deines Geistes, dir zu leben;
stärke mich durch deine Güt.

2. Ach dein Lebensgeist durchdringe,
Gnade, Kraft und Segen bringe
deinen Gliedern allzumal,
wo sie hier zerstreuet wohnen
unter allen Nationen,
die du kennest überall.

3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen,
die dich suchen, die dich meinen;
o wie köstlich sind sie mir!
Du weißt, wie mich’s oft erquicket,
wenn ich Seelen hab erblicket,
die sich ganz ergeben dir.

4. Ich umfasse, die dir dienen;
ich verein’ge mich mit ihnen,
und vor deinem Angesicht
wünsch ich Zion tausend Segen;
stärke sie in deinen Wegen,
leite sie in deinem Licht.

5. Die in Kreuz und Leiden leben,
stärke, daß sie ganz ergeben
ihre Seel in deine Hand;
laß sie dadurch werden kleiner
und von allen Schlacken reiner,
ganz und gar in dich gewandt.

6. Laß die Deinen noch auf Erden
ganz nach deinem Herzen werden;
mache deine Kinder schön,
abgeschieden, klein und stille,
sanft, einfältig, wie dein Wille
und wie du sie gern willst sehn.

7. Sonderlich gedenke deren,
die es, Herr, von mir begehren,
daß ich für sie beten soll.
Auf dein Herz will ich sie legen,
gib du jedem solchen Segen,
wie es not; du kennst sie wohl.

8. Teuer hast du uns erworben,
da du bist am Kreuz gestorben;
denke, Jesu, wir sind dein.
Halt uns fest, solang wir leben
und in dieser Wüste schweben;
laß uns nimmermehr allein,

9. bis wir einst mit allen Frommen
dort bei dir zusammenkommen
und, von allen Flecken rein,
da vor deinem Throne stehen,
uns in dir, dich in uns sehen,
ewig eins in dir zu sein.

Selneccer, Nikolaus – Sei du Richter, o Herre Gott

1. Sei du Richter, o Herre Gott,
führ du mein’ Sach’ in aller Not.
Dem rechten Teil steh allzeit bei,
mein Gott und mein Erretter sei.

2. Von bösen Leuten leite mich,
mit falscher Zung’ sie schmähen dich.
Du bist allein mein’ Stärk’ und Trost,
daß du mich allzeit hast erlöst.

3. Warum willst jetzt verstoßen mich,
da ich doch wahrlich trau auf dich?
Warum läßt mich so traurig sein,
von meinen Feinden leiden Pein?

4. Ach Herr, send mir dein Licht und Wort,
welch’s ist mein’s Herzens Trost und Hort.
Laß mich in deiner Wahrheit gehn,
so will ich allzeit wohl bestehn.

5. Auf deinem Berg, bei deinem Thron,
bei dei’m Altar, in Freud’ und Wonn’,
der du mein’s Herzens Leben bist,
will wohnen ich, ohn’ alle List.

6. Ich will dir danken, Herr mein Gott,
der du mich führst aus aller Not,
und tröstest mich in allem Leid,
gibst meinem Herzen Lebens Freud.

7. Mein’ Seel’, was bist du zaghaft sehr?
ich bringe dir ja gute Mär.
Sei guter Ding, und harr auf Gott,
sei unverzagt, es ist kein Spott.

8. Du wirst sehen sein Hilfe groß,
wirst ihm danken ohn’ alle Maß.
Amen, solch’s g’scheh den Frommen all,
so Gott preisen mit großem Schall.

Spangenberg, Johannes – Ach Herre Gott vom Himmelreich

Der 90. Psalm

Ach Herre Gott vom Himmelreich,
Wie kurz ist unser Leben!
Der bittre Tod uns all zugleich
Mit Schmerzen hat umgeben!
Du bist der Herr, der Himmel und Erd
Aus nichte hat geschaffen,
Auf dich so woll’n wir hoffen.
Du bist, Herr Gott, unsre Zuflucht,
Fels, Burg und Schloß, Schild, Heil und Schutz.
Auf dich wir ganz vertrauen!
Wenn wir dich han auf dieser Bahn,
Vor wem sollt uns noch grauen?

Du läßt’st durch’s Wort allhie und dort
Der Menschen Kinder sterben,
Und sprichst: Kinder, kommt wieder her!
Das Leben sollt ihr erben!
Denn tausend Jahr sind vor dir zwar
Wie gestern ist vergangen!
Wir dürfen nicht groß prangen,
Sind wie ein Schlaf und ein Nachtwach,
Wie Wasserstrom gehn wir davon,
Wir sind gar bald verirret,
Gleich wie das Heu auf grüner Au
Bald welk wird und verdorret.

Das macht dein Grimm und großer Zorn,
Daß wir sobald verderben!
In Sünden sind wir all gebor’n,
Deß müss’n wir plötzlich sterben.
Die Erbsünd uns den Schaden bringt,
Damit den Tod verdienet,
Wiewohl sie ist versühnet,
Schwebt stets für Dich im hellen Licht:
Darum mit Klag wir unser Tag
Gleich wie ein G’schwätz zubringen,
Vor unserm Ziel der Krankheit viel
Mit Haufen auf uns dringen.

Denn das ist wahr: siebenzig JAhr,
So lang währt unser Leben,
Es kommt auch wohl, daß achtzig voll
Den Menschen wird gegeben.
Ein solche Zeit wir rühmen weit
Und können doch nicht g’nesen:
Wenn’s köstlich ist gewesen,
So ist es Müh beid spät und früh,
Es fährt dahin schnell wie der Wind,
Als flögen wir von hinnen.
Wer aber glaubt’s, daß du so zörnst
Und fürcht‘ sich vor dei’m Grimme?

Lehr uns, Herr Gott, in uns’rer Noth,
Daß wir hie müssen sterben!
Tröst uns mit Fug, mach weis und klug,
Daß wir nicht gar verderben!
Kehr Dich zu uns, gib Huld und Gunst,
Sei gnädig deinen Knechten
Und lehr uns deine Rechte!
Behüt uns, Gott, beid, früh und spat,
Mit deiner Gnad vor allem Schad,
So woll’n wir fröhlich rühmen
All unser Tag! wende unsre Plag
Und laß uns zu dir kommen!

Erfreu uns nun, nachdem uns du
So lange hast geplaget!
Erzeig uns Gnad nach deinem Rath,
Tröst uns in unsrer Klage“
Thue auf, Herr mein, den Gnaden schrein,
Erfreu dein treue Knechte,
Das ganz menschlich Geschlechte!
Zeig ihn‘ dein Werk, Hülf, Trost und Stärk,
Dem nächsten Schatz gib Raum und Platz,
Mit unserm Feind zu fechten
Und zeig dein Ehr ihren Kindern
Und bring sie wohl zu rechte!

O Tröster gut in aller Noth,
Sei freundlich uns viel Armen!
All unser Thun du fürder schon
Und laß dich das erbarmen:
Des Teufels List zu aller Frist
In uns sein Werk thut treiben!
Hilf. daß wir mögen bleiben
Bei dir allein! dein Wort halt rein
Im Predigtamt, weltlichen Stand
Darzu im ehelichen Leben!
Nach dieser Zeit in Ewigkeit
Wollst uns den Himmel geben!

Starck, Johann Friedrich – Mein Vater, denk an mich

Mein Vater, denk an mich,
Ach gib mir deinen Segen,
Und tu jetzt auch an mir,
Wie treue Väter pflegen;
Gib, was ich nötig hab,
Und was mir nützlich ist;
Ich schau allein auf dich,
Weil du mein Vater bist.

Ach gib mir deinen Geist,
Das wahre Seelenleben,
Und wirst du mir durch ihn
Ein frommes Herz auch geben,
So bin ich reich genug,
So bin ich recht beglückt,
Weil mich dein guter Geist
Mit seinen Gaben schmückt.

Gib mir mein täglich Brot,
Gesundheit auch desgleichen,
Laß deinen Segen nicht
Von meiner Arbeit weichen;
Wend alles Unglück ab,
Begleit mich aus und ein,
Und laß bei Tag und Nacht
Mich dir befohlen sein.

Laß mich in Jesu Christ
Hier leben und auch sterben,
Und laß mich durch sein Blut
Die Seligkeit ererben;
Laß mich vor deinem Thron
In weißen Kleidern stehn
Und, Herr, dein Angesicht
Mit allen Frommen sehn.

Mein Gott, erhöre mich,
Auf dich steht mein Vertrauen,
Ich werd noch meine Lust
An deiner Gnade schauen;
Mein Herze, Geist und Sinn
Sei dir allein geweiht,
Mein Segen, Freund und Schatz
Bleibst du in Ewigkeit.

Wohlan ich bin erhört,
Gott wirds aus Gnaden geben,
Drum will ich Mund und Herz
Mit Dank zu ihm erheben;
Mein Vater, schenke mir,
Dieweil ich leb auf Erd,
Was du mir zugedacht,
Nur daß ich selig werd.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home