Böhmische Brüder – Die Stadt Gottes.

Jerusalem, Gottes Stadt,
Ist Christi Gemeine,
Die ihm Gott erbauet hat
Von gar edlen Steinen.

Ihr Grundfest ist Jesus Christ,
Darauf sie gar eben
Durch Gotts Wort erbauet ist
Zum christlichen Leben.

Herr Gott, wir bitten dich
Durch dein groß Güte,
Du wollst dein Volk gnädiglich
Vorm Argen behüten.

Erhalt es in deiner Hut
Hie bei reiner Wahrheit,
Auf dass es dich, Herre Gott,
Lobe in der Klarheit.

Victor von Strauß – Um das Kommen des Geistes.

Komm, Geist, der Christi Kirch‘ erbaut,
Der auch der Gottheit Tiefen schaut,
Komm, größter Zeuge jener Worte,
Die nicht bezwingt der Höllen Pforte,
Zeug uns, wie Gott die Welt geliebt,
Dass er den ein’gen Sohn ihr gibt,
gibt zur Vergebung ihrer Sünde,
Auf dass sie Heil und Leben finde.
Halleluja, Halleluja,

Komm, Geist des Lichts, bezeug uns ihn,
Den Herrn, der uns im Fleisch erschien,
Da wir den Weg der Sünder gingen
Und lagen in des Argen Schlingen.
Der Herr ist’s, der uns frei gemacht,
Der Gnad und Leben uns gebracht;
Nicht Tod noch Teufel kann uns rauben,
Die wir an seinen Namen glauben.
Halleluja, Halleluja!

Komm, Geist des Heils im neuen Bund,
Erbau‘ uns fest auf diesen Grund;
Hilf uns im Glauben vom Gerichte,
Bring uns durch Lieb und Tat zum Lichte.
Lass uns aus Gott geboren sein,
Nimm uns als deine Tempel ein.
Die Herde Christi stärk‘ und mehre
Der Welt zum Heil und Gott zur Ehre.
Halleluja, Halleluja!

Heinrich Puchta – Herr, lass mich heute nicht entschlafen,

Herr, lass mich heute nicht entschlafen,
Bevor ich nicht mit Herz und Mund
In Buß und Tränen neu gereinigt
Den tiefbefleckten Seelengrund.
Lass mich vor deinen Spiegel treten,
Der mir mein ganzes Innre zeigt;
Lass dein Gesetz die Wahrheit sprechen,
Die das betörte Herz verschweigt.

Wenn du mich strafst um meine Sünde,
Wenn der gerechte Mund mir flucht,
Dann wird das Herz von keinem Frieden,
Das Aug‘ von keinem Schlaf besucht.
Wer könnte dein Gericht empfinden
Und sich erfreu’n der süßen Ruh?
Die Einsamkeit wird ihn erwecken,
Die Stille ruft ihm Schrecken zu.

Verbirg dein Antlitz meinen Sünden,
Dein Licht vor meiner Missetat;
Lass mich auf ihn die Hoffnung gründen,
Der meine Schuld getragen hat.
Drück mir den Stachel und den Kummer
Nicht tiefer ins Gewissen ein;
Lass jeden Atemzug im Schlummer
Ein Wehen deiner Gnade sein.

Amen.

Anna Schlatter – Mein Gott, in deinen Händen

Mein Gott, in deinen Händen
Liegt dieses Tages Los.
Du wirst mir Segen senden,
Du bist so gut und groß!
Und hast du eine Plage.
mir heute ausersehn,
So lehr mich ohne Klage
Auch finstre Wege gehn!

Für nichts hab‘ ich zu sorgen,
Als dafür nur allein,
Dir, Herr, mit jedem Morgen
Neu dieses Herz zu weihn.
Heil! wer nach deinem Worte
Verharret im Gebet,
Dabei an jedem Orte
Stets auf der Wache steht!

Bei dem wird das Geschäfte
Der Heiligung vollbracht,
Weil Christus seine Kräfte
Zum Streite tüchtig macht.
Hilf mir, o Herr, besiegen
Die Sünde, Fleisch und Welt:
Nie werd‘ ich unterliegen,
Wenn deine Hand mich hält.

Amen.

Georg Wolfgang Wedel – Zum Schluss.

Vater, der du ewig bist,
Dessen Thron gegründet ist
Ob der Himmel Firmament
Und an aller Welten End‘.

Deinen Namen lass allein
Heilig und geheiligt sein,
Wo die Sonn‘ am Morgen steht
Und am Abend niedergeht.

Dein Reich komm in vollem Lauf
Die Gerechten warten drauf,
Die betrübte Kreatur
Sehnet sich nach seiner Spur.

Wie dein Wille dort entsteht
Und im Himmel herrlich geht:
Also hilf uns solchen nun
Freudig auch auf Erden tun.

Gib uns stets was Leib und Geist
Zeitlich und auf ewig speist;
Brot des Lebens, gib dass wir
Täglich hungrig sei’n nach dir!

Herr, vergib uns unsre Schuld
In Erbarmung und Geduld,
Wie auch dem der uns gekränkt,
Werde seine Schuld geschenkt.

In Versuchung führ uns nicht,
Gib in allem Rat und Licht,
Und hilf tragen, wenn es drückt,
Was du selbst uns zugeschickt.

Ach, der Arge stellt uns nach
Und die Welt droht Ungemach;
Steh uns, Herr, in Nöten bei,
Mach uns alles Übels frei!

Denn dein, Vater, ist das Reich,
Welt und Satan tobe gleich!
Es bricht an hier in der Zeit
Und währt bis in Ewigkeit.

Dein ist alle Macht und Kraft,
Die das Beste tut und schafft;
Du wirkst alles, du allein,
Nichts kann dir unmöglich sein.

Dein ist hier in dieser Zeit
Dank und Ruhm und Herrlichkeit,
Herr und Vater, dein allein
Soll die Ehr auch ewig sein!

Amen.

Victor von Strauß – Um das Kommen des Geistes.

Komm, Geist, der Christi Kirch‘ erbaut,
Der auch der Gottheit Tiefen schaut,
Komm, größter Zeuge jener Worte,
Die nicht bezwingt der Höllen Pforte,
Zeug uns, wie Gott die Welt geliebt,
Dass er den ein’gen Sohn ihr gibt,
gibt zur Vergebung ihrer Sünde,
Auf dass sie Heil und Leben finde.
Halleluja, Halleluja,

Komm, Geist des Lichts, bezeug uns ihn,
Den Herrn, der uns im Fleisch erschien,
Da wir den Weg der Sünder gingen
Und lagen in des Argen Schlingen.
Der Herr ist’s, der uns frei gemacht,
Der Gnad und Leben uns gebracht;
Nicht Tod noch Teufel kann uns rauben,
Die wir an seinen Namen glauben.
Halleluja, Halleluja!

Komm, Geist des Heils im neuen Bund,
Erbau‘ uns fest auf diesen Grund;
Hilf uns im Glauben vom Gerichte,
Bring uns durch Lieb und Tat zum Lichte.
Lass uns aus Gott geboren sein,
Nimm uns als deine Tempel ein.
Die Herde Christi stärk‘ und mehre
Der Welt zum Heil und Gott zur Ehre.
Halleluja, Halleluja!

Martin Möller – Um die Gaben des Heiligen Geistes.

Heilger Geist, du Tröster mein,
Hoch vom Himmel uns erschein
Mit dem Licht der Gnaden dein.

Komm, ach komm zu Christi Herd,
Komm mit deinen Gaben wert,
Uns erleucht auf dieser Erd.

O du süßer Herzensgast,
Der du Trost die Fülle hast,
Uns erquick in aller Last.

O du selge Gnadensonn,
Füll das Herz mit Freud und Wonn
Aller, die dich rufen an.

Ohne deine Gnad und Gunst
Ist all unser Tun und Kunst
Vor Gott ganz und gar umsonst.

Wasch uns, Herr, von Sünden weiß,
unser schmächtig Herz begeuß,
Die Verwundten heil mit Fleiß.

Lenk uns nach dem Willen dein,
Wärm die kalten Herzen fein,
Bring zurecht, die irrig sein.

Gib uns, Herr, wir bitten dich,
Die wir glauben festiglich,
Deine Gaben mildiglich,

Dass wir leben heiliglich,
Selig sterben alle gleich,
Bei dir leben ewiglich.

Ludämilie Elisabeth Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt. – Auf Christi Himmelfahrt allein!

Auf Christi Himmelfahrt allein
Ich meine Nachfahrt gründe
und allen Zweifel, Angst und Pein
Hiermit stets überwinde;
Denn weil das Haupt im Himmel ist,
Wird seine Glieder Jesus Christ
zur rechten Zeit nachholen.

Weil er gezogen himmelan
Und große Gab empfangen,
Mein Herz auch nur im Himmel kann,
Sonst nirgends, Ruh erlangen;
Denn wo mein Schatz gekommen hin,
Da ist auch stets mein Herz und Sinn:
Nach ihm mich sehr verlanget.

Ach Herr, lass diese Gnade mich
Von deiner Auffahrt spüren,
Dass mit dem wahren Glauben ich
Mag meine Nachfahrt zieren,
Und dann einmal, wenns dir gefällt,
Mit Freuden scheiden aus der Welt.
Herr, höre dies mein Flehen!

Wir irr‘n sonst leicht und sind verscheucht
Vom rechten Lebenswege.
Zeuch uns nach dir,
So folgen wir
Dir nach in deinen Himmel,
Dass uns nicht mehr
Allhier beschwer

Das böse Weltgetümmel.
Beuch uns nach dir
Nur für und für,
und gib, dass wir nachfahren
Dir in dein Reich,
und mach uns gleich
Den auserwählten Scharen.

Gottfried Händel – Christo nach!

Du fährst gen Himmel, Jesu Christ,
Die Stätt mir zu bereiten,
Auf dass ich bleibe, wo du bist,
Zu ewiglichen Zeiten.
Du fährst, mein Heiland, in die Höh,
Auf dass ich in die Höh auch geh,
Dies kann mich recht ergötzen.
Du fährst, mein Jesu, Wolken an,
und dringst durch alle Himmel,
Damit ich dir nachfahren kann
Aus diesem Weltgetümmel.

Du bist, mein Jesu, aus dem Leid
Gegangen in die höchste Freud,
Dass stete Freud mich labe.
Wo Jesus ist, da komm ich hin,
Bei Jesu will ich bleiben,
Drum steht zu Jesu stets mein Sinn,
Nichts soll mich von ihm treiben.
Ob ich schon duld hie manche Not,
So werd ich doch nach meinem Tod
Bei Jesu recht erquicket.

Verzage nicht, du meine Seel,
Lass nur den Kummer fahren,
und dich nicht allzu schmerzlich quäl,
Ich werd nach kurzen Jahren
Gelangen aus dem Jammertal
Hin in den schönen Himmelssaal,
Da Jesus mich wird trösten.