unbekannt – Psalm 121.

Mein Augen heb‘ ich sehnlich auf,
treuer, frommer Gott,
Zu deinem hohen Himmelsberg,
Und klag‘ Dir meine Noth!

2. Denn meine Hülfe kommt von Dir.
Der Du der Erde Last,
Den Himmel und sein ganzes Heer
Aus nichts erschaffen hast.

3. Du stärkest meinen müden Fuß,
Daß er nicht fällt noch gleit’t;
Der mich behütet, schläfet nicht,
Er wachet allezeit.

4. Der treue Hüter Israel,
Er schläft und schlummert nicht,
Sein gnadenvoller Liebesblick
Ist stets auf mich gericht’t!

5. Der Herr bewahrt mich sicherlich,
Und über meiner Hand
Ist er stets Schatten, Schirm und Schild,
Wo ich auch sei im Land.

6. Mir schadet nicht die Trübsalsgluth,
Die Sonne nicht am Tag,
Wie, was beim Mondenschein mich trifft,
Mir auch nicht schaden mag.

7. Der große Herr behüte mich
Vor allem Uebelstand,
Von meiner Seele, Leib und Gut
Sei alle Noth gewandt!

8. Mein Aus- und Eingang müsse sein
In deiner treuen Hut
Von nun an bis in Ewigkeit,
O Du, mein höchstes Gut!

unbekannt – Psalm 113.

Hallelujah! lobt Gott den Herren,
Ihr, die ihr seine Knechte, seid bereit,
Des Herren Namen hoch zu ehren,
Von nun an, bis in alle Ewigkeit!
Der Sonnen Aufgang bis zum Niedergang
Bring‘ her dem Herren einen Lobgesang!

2. So weit der Himmel Himmel reichen,
Geht unsers Gottes Ehr und Königsthat.
Wer ist dem Höchsten zu vergleichen,
Der über Alles sich gesetzet hat
Und dessen Auge drauf gerichtet steht,
Wie es im Himmel und auf Erden geht?

3. Der den Geringen aus dem Staube
Aufrichtet, und den Armen aus dem Koth,
Daß Er zu sitzen ihm erlaube
Bei hohen Fürsten, welche fürchten Gott;
Der fröhlich macht der Unfruchtbaren Haus,
Daß viele Kinder von ihr gehen aus!

unbekannt – Psalm 103.

Lobe den Herren, du meine begnadigte Seele!
Nichts ist ja herrlicher, was ich zu preisen erwähle.
Dringe herfür,
Was da nur lebet in mir!
Lobe doch, rühm‘ und erzähle!

2. Heilig ist Gott! wer hat je Ihn nach Würden gepriesen,
Wie Er den Seelen unendliches Gutes erwiesen?
Selige Pflicht!
Seele, vergiß es doch nicht;
Rühme den Herrn, und nur diesen!

3. Der dein Gebrechen geheilt, dir die Sünden vergeben,
Der dich befreit vom Verderben und schenkt dir das Leben,
Der dich verschont,
Nicht mit der Hölle gelohnt,
Daß du in Klarheit darfst schweben!

4. Der deine Lippen zu Psalmen voll Innigkeit bringet,
Der, wie den Adler, mit herrlicher Huld dich verjünget,
Der dir gibt Licht
Seele, verdient Er es nicht,
Daß man Ihm danket und singet?

5. Siehe, Er schaffet dir Recht, wenn du Unrecht gelitten;
All seine Heiligen kennen des Heiligen Sitten.
Er hat gewacht,
Und an die Seinen gedacht,
Daß sie stets siegreich gestritten.

6. Gott ist voll Gnade, Barmherzigkeit, Langmuth und Güte;
Zürnet auch über den Seinen sein heilig Gemüthe,
löset er doch
Bald sie vom drückenden Joch,
Wenn sie sich wenden zur Güte.

7. Frommen, die sich vor Ihm scheuen, ertheilt er den Segen,
Lässet die Strafen von ihnen sich ferne bewegen.
O wie so gut
Ist, was er denket und thut!
Wenn wir nur beugen uns mögen.

8. Läßt’s nicht ein irdischer Vater zu Herzen sich gehen,
Wenn er die Kinder in Nöthen und Jammer muß sehen?
Gleichergestalt
Fühlt es sein Vaterherz bald,
Wenn wir uns beugen und flehen.

9. Willig erbarmt er sich seiner gehorsamen Knechte,
Denn Er erkennet, wie wir ein vergänglich Geschlechte!
Sind wir nicht Staub,
Gräser und fallendes Laub,
Und ein verweslich Gemächte?

10. Aber die Gnade wird stehen in ewigen Tagen,
Welche der Herr will für seine Begnadigten tragen!
Kinder der Zeit,
Die nur das Eitle erfreut,
Solche nur müssen verzagen.

11. Gott hat im Himmel den Thron zum Gerichte bereitet.
Himmel und Erde für seine Getreuen Er leitet.
Seliges Jahr,
Wann Ihn die himmlische Schar
Einst zum Gerichte begleitet!

12. Siehe, sein Reich, es umfasset was unten und oben!
Bald sind die Reiche der Welt vor dem Höchsten zerstoben!
Himmlischer Chor,
Seraphim, tretet hervor,
Unsern Beherrscher zu loben!

13. Gebet, ihr feurigen Engel, verkündet und saget
Allen, die je nach Jehovah’s Regierung gefraget,
Rühmt hier und dort
Sein unverbrüchliches Wort!
Tröstet, was klagt und verzaget!

14. Lobet den Herrn den gewaltigen König der Ehren!
All seine Werke, laßt Jubel und Lobgesang hören!
Seele, auch du
Tritt mit Frohlocken herzu,
Sing‘ Ihm mit himmlischen Chören!

unbekannt – Psalm 99.

Ein König ist der Herr,
Darum die Völker toben;
Er sitzt auf Cherubim,
Der Herr ist hoch erhoben!
Drum reget sich die Welt,
Die Erde sich bewegt,
Weil Er die Herrlichkeit
Hat nunmehr angelegt.

2. Zu Zion ist der Herr
Sehr groß und hoch erhöhet,
Da über alles Volk
Nun seine Herrschaft gehet:
Man preiset seinen Ruhm,
Sein Name wird bekannt,
Der hoch und heilig ist,
In aller Völker Land.

3. In seinem Königreich
Wird Wahrheit nur geliebet,
Und die Gerechtigkeit
Und das Gericht geübet.
Du gibest Frömmigkeit
Und schaffest das Gericht
In Jakob, da dein Glanz
Der Herrlichkeit anbricht.

4. Lobsinget unserm Gott,
Den Herren hoch erhebet,
Des Name heilig ist,
Der ewig ist und lebet!
Kommt, betet vor Ihm an,
Vor seinem Heil’gen Thron,
Denn Er, der Herr ist groß
Und heilig zu Zion!

5. Du bist der Väter Gott,
Oft hast Du sie erhöret,
Und hast sie gnädiglich
Erinnert und gelehret.
Du hast gestrafet sie
In ihrer Missethat,
Die Schuld vergeben auch,
Nach deinem weisen Rath.

6. Erhöhet unsern Gott!
Kommt alle hergetreten
Zu seinem Heiligthum,
Den Herren anzubeten!
Denn heilig ist der Herr,
Der König, unser Gott;
Ja heilig bist Du Gott,
Der Herr Gott Zebaoth!

unbekannt – Psalm 98.

Singet dem Herrn ein neues Lied, singet!
Denn Er hat Wunder um Wunder gethan;
Er ist der Held, der die Feinde bezwinget,
Er bricht der Freud‘ und dem Frieden die Bahn,
Weiß mit gewaltiger Rechte zu kriegen,
Weiß mit allmächtigem Arme zu siegen.

2. Gnadenreich läßt Er sein Heil offenbaren,
Lässet verkünden den Völkern sein Thun;
Seine Gerechtigkeit läßt Er erfahren;
Aller Welt Ende ersiehet es nun,
Wie Er der Wahrheit und Gnade gedenket,
Die er einst Israels Hause geschenket.

3. Alle Welt jauchze dem Höchsten dort oben,
Singet Ihm Alle mit frohem Gesang!
Denn Er ist hoch über Alles erhoben,
lobet den Herren mit heiligem Klang!
Eilt, daß ihr Harfen und Psalmen erhebet,
Rühmet den König, der ewiglich lebet!

4. Lasset Posaunen und Saitenspiel hören,
Jauchzet dem Herrlichen, jauchzet dem Herrn!
Er ist der König, ein König der Ehren,
Danket und lobt Ihn von nah und von fern!
Brause, du Meer, und was drinnen sich reget,
Jauchze mit, was sich auf Erden beweget!

5. Seht, Er erscheinet, erhebt das Gesichte,
Er will den Erdenkreis richten mit Recht,
Schlichten und sichten mit rechtem Gerichte;
Freue sich jeder begnadigte Knecht!
Haltet euch fertig, ihre Völker, und sehet,
Daß ihr vor seinem Gerichte bestehet!

Unbekannt – Psalm 90.

Herr Du bist unser Schutz,
und Zuflucht stets gewesen,
Zu dem wir alle fliehn,
Daß wir im Grund genesen.
Eh‘ Berge, Erd‘ und Welt
Geworden in der Zeit,
Bist Du von Ewigkeit,
O Gott, zu Ewigkeit!

2. Dem Tode gibst Du uns,
Weil wir verschuld’te Sünder,
Und sprichst: kommt wiederum
Zu mir, ihr Menschenkinder!
Vor Dir sind tausend Jahr‘
Wie eines Tages Frist,
Der gestern schon vorbei,
Wie eine Nachtwach‘ ist.

3. Du reißest sie dahin,
Gleich wie ein Rauch hinfähret;
Sie sind gleich wie ein Schlaf,
Wie Gras, das bald versehret,
Das früh in Halmen schießt,
und in der Blüthe steht,
Des Abends aber schnell
Verdorret und vergeht.

4. Das macht dein Zorn, daß wir
Also zunichte werden,
Dein Grimm, daß wir so schnell
Fort müssen von der Erden;
Denn unsre Missethat
Stellst Du vor Dich in’s Licht,
Und unsre Sündenschuld
Hell vor dein Angesicht.

5. Darum durch deinen Zorn
So schnell vorüberfahren
Die Tage unsrer Zeit
Sammt allen unsern Jahren.
Wir bringen meistens zu
Die kurze Lebenszeit
Gleich wie ein leer Geschwätz
In Tand und Eitelkeit.

6. Der Lebensjahre sind
Uns siebzig nur gegeben,
Wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr.
o ein elendes Leben!
Da lauter Müh‘ und Noth,
Und wenig Freud‘ und Wonn‘.
Es fähret schnell dahin,
Als flögen wir davon.

7. Wer glaubet aber das?
Wer lernt, sich innig scheuen
Vor deinem großen Zorn,
Vor deinem starken Dräuen?
Ach Herr, gib Du uns doch
Das Ende stets in Sinn,
Damit wir unser Herz
Zur Weisheit lenken hin!

8. Ach, Herr Gott, willst Du denn
So lange mit uns rechten?
Herr, kehre Dich zu uns,
Sei gnädig deinen Knechten!.
Früh wollst Du füllen uns
Mit deiner Gütigkeit,
Damit wir fröhlich sein
In dieser Lebenszeit.

9. Erfreue uns nun auch
Nach unsern Trauertagen,
Nachdem wir lange Zeit
Erlitten schwere Plagen;
Laß deine Knechte sehn
Dein Werk und deinen Rath,
Und ihre Kinder auch,
Herr, deine Stärk‘ und That!

10. Nun, unser Gott, der Herr,
Der wolle uns erhalten,
Und lasse über uns
Stets seine Güte walten.
Ja, fördre gnadenvoll,
Herr, unsrer Hände Thun,
Und lass‘ uns ewiglich
In deiner Liebe ruh’n!

unbekannt — Psalm 90.

Hier ist mein Fels, hier will ich stehen!
Gott, mein Gesang, mein Psalm, mein Lob!
Eh noch mit ihrer Berge Höhen
Die Welt aus Wassern sich erhob,
Warst Du schon da, schon Gott wie heut,
Schon Vater einer Ewigkeit.

2. Dein Odem bläs’t in Staub der Erden,
Der plötzlich aufwallt, niedersinkt
Und Menschen sterben, andre werden,
So bald dein Arm aus Wolken winkt.
Wir Staub aus Staub, von gestern her,
Du ewig, ewig eben Der!

3. Dir ist die Zeit von tausend Jahren
Und eine Stunde einerlei;
Und eines Menschen Tage fahren,
So reißend wie ein Strom vorbei.
Sein Leben fliehet wie ein Traum,
Wie Schatten, wie ein Wasserschaum.

4. Wie wallend Gras im feuchten Thale,
Das noch des Morgens blühend steht,
Und nun versengt vom Mittagsstrahle,
Durch Schnitterhände hingemäht:
So ist ein Mensch, o Gott vor Dir!
So blühen, fallen, welken wir.

5. Das ist dein Zorn, daß wir vergehen,
Das ist dein Grimm und dein Gericht!
Denn alle unsre Sünden stehen
Entblößt vor deinem Angesicht!
Wie ein Geschwätz, wie Märchen fliehn
Des Menschen Jahre vor Dir hin.

6. Das kurz gesteckte Ziel der Tage
Ist siebzig, höchstens achtzig Jahr;
Ein Inbegriff von Müh‘ und Plage,
Auch wenn es noch so köstlich war.
Geflügelt eilt mit uns die Zeit
In eine lange Ewigkeit.

7. Herr, so verleihe, daß am Grabe
Ein jeder Sünder seinen Tod
Und jenen Stuhl vor Augen habe,
Der mit Gericht und Hölle droht!
Flamm‘ den Gedanken in ihm an,
Der wahre Klugheit zeugen kann.

8. Nun eilet hin, ihr Menschentage!
Schnell wie ein Strom von Felsen stürzt,
Stürzt schneller, so wird doch die Plage
Des Lebens einmal abgekürzt.
Wie Wolken, die der Wind zerstreut,
Wie Sonnenlauf sei meine Zeit.

9. Hier ist mein Fels, hier will ich sitzen
Gott heißt der Fels, mein Psalm, mein Lob!
Eh‘ noch die Welt mit Felsenspitzen
Aus Wasserstrudeln sich erhob,
War er schon Gott, schon Gott wie heut‘,
Schon Vater einer Ewigkeit!

unbekannt – Psalm 87.

Zion fest gegründet stehet
Hoch auf dem Heil’gen Berge, sehet!
Und ihre Thore lieber Gott,
Mehr als alles, was er liebet;
Ja, Zion, das einst war betrübet,
Jauchzt nun dem Herren Zebaoth.
Zion, du Gottesstadt!
Die er getröstet hat,
Wunderdinge
Werden in dir,
Du schöne Zier,
Geprediget nun für und für.

2. Gott läßt seine Stimme schallen,
Daß aller Götzen Tempel fallen,
Und Völker sehnsuchtsvoll Ihm nahn!
Indier und wilde Mohren
Stehn tausendfach schon neu geboren,
Und beten Ihn als Kinder an!
Was einst von Felsenart,
Wird liebend, mild und zart
Selges Zion!
Wie reich bist du!
Wie strömet Ruh‘
Und Freude dir und Leben zu!

3. Stets wird man in deinen Pforten
Voll Ruhms verkünden aller Orten:
„Der Herr, der Höchste, bauet sie!“
Und Gott wird ausrufen lassen
Bei allem Volk, auf allen Straßen:
Steht auf, und kommt gen Zion früh!
Da ist das beste Theil,
Da blüht das ewige Heil
Und dort oben,
Wo immerdar
Der Heil’gen Schaar,
Gott preisend, hält das Jubeljahr!

unbekannt — Psalm 84

Wie lieblich ist dein Wohnplatz doch,
O Du Herr Zebaoth!
Den deine sel’ge Klarheit noch
Durchstrahlt, o großer Gott!

2. Mein Herze will allein um Dich
In deinem Vorhof sein,
Mein Leib und Seele freuen sich
In Dir, o Gott, allein!

3. Der Vogel kennet nun sein Haus,
Wo er in Frieden sitzt;
Die Taube flieget ein und aus,
Wo deine Hand sie schützt.

4. Wohl denen, die beständig gern
Zu deinem Hause ziehn,
Und wenn sie stehen vor dem Herrn,
Von Dank und Freude glühn!

5. Wohl denen, die auf deine Macht
Im Glauben immer sehn,
Und so von Herzen Tag und Nacht
Auf deinen Wegen geh’n!

6. Die durch das bittre Jammerthal
Geduldig, wallen hin,
Und machen Brunnen überall
Zum reichen Trostgewinn!

7. Die Lehrer werden ausgeschmückt
Mit Segen zu dem Krieg.
Damit der Feind werd‘ unterdrückt
Durch deiner Gnade Sieg.

8. Da soll man sehen klar und frei,
Daß der lebend’ge Gott,
Der Helfer stets in Zion sei,
Der Herrscher Zebaoth!

9. Merk auf mein Beten, und vernimm,
Gott Jacobs, unser Schild,
Doch deiner Knechte schwache Stimm‘,
Und o erhör‘ sie mild!

10. Es ist viel besser, einen Tag
In deinem Vorhof sein,
Als daß ich tausend haben mag
Im schnöden Weltverein.

11. Ich will viel lieber an der Thür
In deinem Hause stehn,
Als draußen wohnen für und für,
Wo deine Feinde gehn.

12. Denn Du, o Gott, bist Sonn‘ und Schild,
Der Ehr und Gnade gibt,
Und alles reichlich wohl vergilt
Dem, der Dich herzlich liebt!

13. Es wird auch nie ein Mangel sein
Beim Frommen in der Noth;
Wohl dem, der sich verläßt allein
Auf Dich, Herr Zebaoth!

unbekannt – Psalm 63.

Gott, Du bist mein Gott, meine Zier,
Ich wache frühe auf zu Dir,
Es dürstet meine Seele
Nach Dir, o Gott!
Hilf meiner Noth,
Daß ich mich nicht so quäle.

2. Nach Dir mein Herz verlanget sehr
Im Lande, da es wüst und leer,
Da gar nicht ist zu sehen
Ein Wasserquell;
Ach, meine Seel,
Die will vor Durst vergehen!

3. Gib mir, daß ich im Heiligthum
Dich möge schaun in deinem Ruhm,
In deiner großen Stärke!
Und deine Macht
Sammt deiner Pracht
Und deine Wunderwerke.

4. Denn deine große Gütigkeit,
Die sich erstrecket weit und breit,
Ist besser denn das Leben.
Mein Mund soll Dir,
Herr, für und für
Lob, Preis und Ehre geben!

5. Also will ich mein Lebelang
Mit einem schönen Lobgesang,
Herr! deinen Ruhm besingen,
Und mich empor
Zum hohen Chor
Der Himmelsbürger schwingen!

6. Wenn dahin sich erhebt mein Herz,
So wird der Geist, befreit vom Schmerz.
Zu großer Freud‘ erhoben;
o daß mein Mund
Dich alle Stund‘
So fröhlich sollte loben!

7. Wenn ich zu Bette lege mich,
So denke ich, mein Gott, an Dich,
An deine große Güte;
Und in der Nacht,
Wann ich erwacht,
So dichtet mein Gemüthe.

8. Denn Du bist meine Hülf‘ allein,
In Dir kann ich vergnüget sein,
Und deiner Flügel Schatten
Der deckt mich zu
In süßer Ruh,
Und labet sanft mich Matten.

9. Zu Dir sich meine Seel gesellt!
Und deine Rechte mich erhält.
Sie aber, die da stehen
Nach meiner Seel,
Die werden schnell
Zur Gruft der Erde gehen.