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Schlagwort: Frieden

Klepper, Jochen – Nun ruht doch alle Welt

Klepper, Jochen – Nun ruht doch alle Welt

Nun ruht doch alle Welt.
0 Herz, wie willst du’s fassen?
Die Erde liegt im Streit,
von allem Heil verlassen,
ist friedlos weit und breit
und wider dich gestellt.

Doch der die Erde schuf,
hat deine Angst gesehen
und hat sich aufgemacht,
will dir zur Seite stehen,
ein Helfer voller Macht.
Hell klingt sein Friedensruf.

Wie wird die Welt so still.
0 Herz, wie sollst du’s glauben?
Du trägst so schwere Last.
Die Welt will alles rauben,
was du so heiß umfaßt.
Des Leidens ist kein Ziel.

Doch der das A und 0,
der Anfang und das Ende,
tritt heut in deine Zeit
und legt in deine Hände
das Pfand der Seligkeit.
Das macht dich reich und froh.

Die Welt jauchzt fröhlich auf.
0 Herz, wie kann’s dich wecken?
Dich hat die Not versteint.
Der Erdkreis hat viel Schrecken
zu deiner Qual vereint
und türmt sie dir zu Hauf.

Doch der das Leben gab,
den Mund mit Odem füllte,
spricht selbst dir Tröstung zu.
Kein Schmerz, den er nicht stillte!
Kein Werk, das er nicht tu!
Dein Heiland kommt herab!

Die Tannen freuen sich.
Die Hürden auf dem Felde
erhellt ein klarer Schein.
Komm, Engel, komm und melde:
Was bricht zur Nacht herein?
Kommst du und meinst auch mich?

Gott Lob! In deinem Licht
darf ich das Licht erschauen,
das Kind, den Herrn der Welt!
Ihm will ich mich vertrauen,
er ist es, der mich hält
und rettet im Gericht.

Schmolck, Benjamin – Ach! daß wir Friede sollten hören,

Schmolck, Benjamin – Ach! daß wir Friede sollten hören,

Ach! daß wir Friede sollten hören,
in unsers Gottes Heiligthum,
so wird uns keine Furcht bethören,
denn Gott ist unser Sieg und Ruhm.
Wir stimmen ein mit unserm Liede:
du Friedefürst, gieb Friede, Friede!

Laß Güt‘ und Treue sich begegnen,
es küsse Fried‘ und Recht sich hier,
laß Sieg und Glück vom Himmel regnen,
auf Erden wachse Treu‘ herfür.
Wir stimmen ein mit unserm Liede:
du Friedefürst, gieb Friede, Friede!

So singt man in gerechten Hütten,
so klingt, was deinen Ruhm erhöht;
du wirst mit Gutem uns beschütten,
daß unser Land im Wachsthum steht.
Wir stimmen ein mit unserm Liede:
du Friedefürst, gieb Friede, Friede!

Geistlicher Liederschatz
Sammlung der
vorzüglichsten geistlichen Lieder für
Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Rinckart, Martin – Vater unser der Elenden

Rinckart, Martin – Vater unser der Elenden

Vater unser der Elenden,
Willst du nicht mehr Vater sein?
Willst du gar dein Herz abwenden
Von uns, deinen Kinderlein?
Jesu, Jesu, Gottes Sohn,
Der du bist in’s Himmelthron,
Soll denn nun dein Stuhl auf Erden
Ganz und gar gestürzet werden?

Hörst du nicht, wie dein Name
Und dein theuerwerthes Wort
Und dein rechter Kirchensame
Wird gelästert fort und fort?
Wie Viel unter Christenschein
Heiden und Unchristen sein?
Soll denn nun dein Nam‘ auf Erden
Ganz und gar vertilget werden?

Soll denn nun zu Gut und Frommen
Dein heilwärtig Gnadenreich
Uns und keinem Menschen kommen?
Willst du denn der Erden gleich
Kirchen, Schulen und Altar
All‘ umkehren ganz und gar?
Soll denn nun dein Reich auf Erden
Von uns selbst zerstöret werden?

Alles geht nach Satans Willen;
Welt und Fleisch ihm stimmet zu.
Kannst du sie denn nicht mehr stillen,
Und uns schaffen Fried‘ und Ruh‘?
Aller Himmel Himmels-Heer‘
Dienen willig deiner Ehr‘;
Und dein Wille soll auf Erden
Nimmermehr erfüllet werden?

Willst du uns kein Brod mehr geben,
Oder ist zu kurz dein‘ Hand?
Wovon sollen wir denn leben?
Feind und Freund verheert das Land;
Alles lieget brach und öd‘,
Alles ist voll Krieg und Fehd‘:
Ach soll denn kein Fried‘ auf Erden
Nimmermehr geheget werden?

Willst du uns denn ewig hassen
Und ohn‘ Ende zürnen nun?
Keine Missethat erlassen
Denen auch, die Buße thun?
Jesu, unser Heil und Hort,
Wo ist dein Versöhnungswort?
Ach soll denn dein Blut auf Erden
So umsonst vergossen werden?

Lässest du uns so versuchen
Und hinfallen ganz und gar,
Daß dir auch die Frommen fluchen
In Anfechtung und Gefahr?
Hilf, o Helfer, hilf bei Zeit
Deiner armen Christenheit!
Ach soll nun die Höll‘ auf Erden
Auch von uns erbauet werden?

Alles Uebel hat betroffen
Leib und Seele, Gut und Ehr‘;
Haben wir denn nichts zu hoffen
Und gar kein Erlösung mehr?
Komm, du Himmels-Friedefürst!
Komm! nach dir uns allen dürst’t,
Ehe wir mit dir auf Erden
Gar zu Koth und Nichte werden!

Amen! Herr, in deinem Namen,
Du getreuer Amens-Gott,
Ist ja alles Ja und Amen,
Du hast über Höll‘ und Tod
Reich und Kraft und Herrlichkeit
Vor und in und nach der Zeit.
Amen! Herr, in deinem Namen,
Sei es alles Ja und Amen!

Rappard, Dora – Der Reiter auf dem roten Pferd.

Rappard, Dora – Der Reiter auf dem roten Pferd.

Off. 6.4

Es fährt wie im Sturm durch den hohen Wald;
Bald tönt’s wie ein klagendes Rufen;
Wie donnerndes Tosen erdröhnt es bald,
Wie Stampfen von mächtigen Hufen.
O wehe! Es reitet heut‘ über die Erde
Der Reiter, der grimme, auf rotem Pferde.

Er nimmt uns den Frieden hinweg vom Land,
Und Ströme von Blut sich ergiessen.
Es lodert des Hasses verheerender Brand,
Und Herzen wie Stahl sich verschliessen.
Was Jahre der sorgenden Arbeit erstritten,
Das blitzende Schwert hat im Nu es zerschnitten.

Und einsame Herzen im Kämmerlein,
Sie leben in Angst und in Sehnen.
O was für ein Schrei dringt zum Himmel ein!
Was fliessen für Ströme von Tränen!
Die Helden sie legten das Leben danieder;
Sie kommen nicht wieder , sie kommen nicht wieder!

Doch über dem Reiter auf rotem Ross
Und über dem Ringen und Toben,
Und über der Völker gewaltigem Tross
Geh’n hoch einen Thron wir erhoben,
Darauf sitzet Einer, in Heiligkeit prächtig 1),
Der König der Könige, gnädig und mächtig.

Er ist’s, der das Zepter in Händen hält,
Ihm fallen im Staub wir zu Fusse:
Erbarme dich, Herr, deiner sterbenden Welt!
Wir flehen in Reue und Busse;
Wohl haben verdient wir dein schweres Gerichte,
Doch wende vergebend zu uns dein Gesichte.

Du hast uns verwundet mit blutigem Schwert,
Nun heile von Grund aus den Schaden.
Das Volk deiner Weide, dir ist es ja wert,
Drum gib ihm noch Zeiten der Gnaden!
Ruf ab jenen Reiter auf rotem Pferde:
Gib Frieden, o Jesu, gib Frieden auf Erde!

—-

Rappard – Durch Leid zur Herrlichkeit
1) Off. 4, 3

Luther, Martin – Verleih uns Frieden gnädiglich

Luther, Martin – Verleih uns Frieden gnädiglich

„De Pacem Domine“, deutsch

Verleih uns Frieden, gnädiglich,
Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist doch ja kein ander nicht,
der für uns künnte streiten,
Denn du, unser Gott, alleine.

Erweiterung aus der „Form und ordnung Gaystlicher Gesang und Psalmen rc. (Straßburg) 1533

Verleych unns frieden gnedigklich,
Herr Gott, zu unsern zeyten,
Es ist doch hie kain ander nicht
der für uns künde streytten,
on dich, unser Gott, allayne.

Wann der du hailgen mut und rath,
auch rechte werck erschaffen thust,
Gib uns das hertz auß deiner gut
an deinem hailgen wort allain
mit festem glauben hangen thu.

Und das wir alle gsündigt han,
das wölst du unns nitt messen zu,
Sonder nach deiner barmhertzigkait
den zorn von uns wenden,
umb Jesus Christus willen.

Das bitt wir alle sampt zu gleych,
auff das wir zu unser zeyt
Durch deinen schutz unnd milte hand
vor feynden still unnd sicher
in deinem loben leben thun.

Gerhardt, Paul – Wie ist so groß und schwer die Last

Gerhardt, Paul – Wie ist so groß und schwer die Last

1. Wie ist so groß und schwer die Last,
Die du uns aufgeleget hast,
O aller Götter Gott!
Gott, der du streng und eifrig bist
Dem, der nicht fromm und heilig ist.

2. Die Last, die ist die Kriegsflut,
So jetzt die Welt mit totem Blut
Und heißen Tränen füllt;
Es ist das Feur, das hitzt und brennt,
So weit fast Sonn und Mond sich wendt.

3. Groß ist die Last, doch ist dabei
Dein starker Schutz und Vatertreu
Uns gar nicht unbekannt:
Du strafst, und mitten in dem Leid
Erzeigst du Lieb und Freundlichkeit.

4. Wir unsers Teils sind dir verpflicht´t
Dafür, daß du dein Heil und Licht
Uns niemals ganz versagt;
Viel andre hast du abgelohnt,
Uns hast du ja noch oft verschont.

5. Wie manchmal hat sich hier und dar
Ein großes Wetter der Gefahr
Um uns gezogen auf;
Dein Hand, die Erd und Himmel trägt,
Hat Sturm und Wetter beigelegt.

6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht
Der Feinde List und große Macht
Uns, deine Herd umringt;
Du aber, o du treuer Hirt
Hast unserm Wolf zurückgeführt.

7. Viel unsrer Brüder sind geplagt,
Von Haus und Hof dazu verjagt:
Wir aber haben noch
Beim Weinstock und beim Feigenbaum
Ein jeder seinen Sitz und Raum.

8. Sieh an, mein Herr, wie Stadt und Land
An vielen Orten ist gewandt
Zum tiefen Untergang;
Der Menschen Hütten sind zerstört,
Die Gotteshäuser umgekehrt.

9. Bei uns ist ja noch Polizei,
Auch leisten wir noch ohne Scheu
Dem Herren seinen Dienst;
Man lehrt und hört ja fort und fort
Alltäglich bei uns Gottes Wort.

10. Wer dieses nun nicht will verstehn,
Läßts in die Luft und Winde gehn
Und bei so hellem Licht
Nicht Gottes Gnad und Güt erkennt,
Der ist fürwahr durchaus verblendt.

11. O frommer Gott, nimm von uns hin
Solch Unvernunft, richt unsern Sinn,
Daß wir zur Dankbarkeit
Mit Lobgesang und süßem Ton
Uns finden stets vor deinem Thron.

12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Tun,
Allein dir, dir, o Gnadenbrunn,
Gebührt all Ehr und Ruhm.
Wir haben Zorn und Tod verschuldt,
Du zahlest uns mit Lieb und Hulld.

13. Laß diese Lieb, als eine Glut,
In uns entzünden Herz und Mut,
Gib engeliche Brunst,
Daß alle unsre Äderlein
Zu singen dir bereitet sein.

14. Laß auch einmal nach so viel Leid
Uns wieder scheinen unsre Freud,
Des Friedens Angesicht,
Das mancher Mensch noch nie einmal
Geschaut in diesem Jammertal.

15. Sind wir nichts wert, so sieh doch an
Die, so kein Unrecht je getan,
Die kleinen Kinderlein;
Solln sie denn in der Wiegen noch
Mittragen solches schweres Joch?

16. Erbarm dich, o barmherzigs Herz,
So vieler Seufzer, die Schmerz
Uns aus dem Herzen zwingt.
Du bist ja Gott uns nicht ein Stein,
Wie kannst du denn so harte sein?

17. Wir sind an bösen Wunden krank,
Voll Eiter, Striemen, Kot und Stank,
Du Herr bist unser Arzt!
Geuß ein, geuß ein dein Gnadenöl,
So wird geheilet Leib und Seel.

18. Nun, du wirsts tun, das glauben wir,
Obgleich noch wenig scheinen für
Die Mittel in der Welt.
Wenn alle Menschen stille stehn,
Dann pflegt dein Helfen anzugehn.

Gerhardt, Paul – Gott Lob! Nun ist erschollen

Gerhardt, Paul – Gott Lob! Nun ist erschollen

1. Gott Lob! Nun ist erschollen
Das edle Fried- und Freudenwort,
Daß nunmehr ruhen sollen
Die Spieß und Schwerter und ihr Mord.
Wohlauf und nimm nun wieder
Dein Saitenspiel hervor,
O Deutschland, und sing Lieder
Im hohen, vollen Chor.
Erhebe dein Gemüte
Und danke GOtt und sprich:
Herr, deine Gnad und Güte
Bleibt dennoch ewiglich.

2. Wir haben nichts verdienet
Als schwere Straf und großen Zorn,
Weil stets noch bei uns grüner
Der freche, schnöde Sündendorn.
Wir seind fürwahr geschlagen
Mit harter, scharfer Rut,
Und dennoch muß man fragen:
Wer ist, der Buße tut?
Wir sind und bleiben böse,
Gott ist und bleibet treu,
Hilft, daß sich bei uns löse
Der Krieg und sein Geschrei.

3. Sei tausendmal willkommen,
Du teure, werte Friedensgab!
Jetzt sehn wir, was vor Frommen
Dein Bei-uns-wohnen in sich hab.
In dir hat Gott versenket
All unser Glück und Heil;
Wer dich betrübt und kränket,
Der drückt ihm selbst den Pfeil
Des Herzleids in das Herze
Und löscht aus Unverstand
Die güldne Freudenkerze
Mit seiner eignen Hand.

4. Das drückt uns niemand besser
In unsre Seel und Herz hinein
Als ihr zerstörten Schlösser
Und Städte voller Schutt und Stein;
Ihr vormals schönen Felder
Mit frischer Saat bestreut,
Itzt aber lauter Wälder
Und dürre, wüste Heid;
Ihr Gräber voller Leichen
Und tapfren Heldenschweiß
Der Helden, derer gleichen
Auf Erden man nicht weiß.

5. Hier trübe deine Sinnen,
O Mensch, und laß die Tränenbach
Aus beiden Augen rinnen;
Geh in dein Herz und denke nach:
Was GOtt bisher gesendet,
Das hast du ausgelacht;
Nun hat er sich gewendet
Und väterlich bedacht,
Vom Grimm und scharfen Dringen
Zu deinem Heil zu ruhn,
Ob er dich möchte zwingen
Mit Lieb und Gutestun.

6. Ach laß dich doch erwecken,
Wach auf, wach auf, du harte Welt,
Eh als das letzte Schrecken
Dich schnell und plötzlich überfällt!
Wer aber Christum liebet,
Sei unerschrocknes Muts;
Der Friede, den er gibet,
Bedeutet alles Guts.
Er will die Lehre geben:
Das Ende naht herzu,
Da sollt ihr bei Gott leben
In ewgen Fried und Ruh,

Georg der Fromme – GEnad mir, HERR, ewiger Gott

Georg der Fromme – GEnad mir, HERR, ewiger Gott

GEnad mir, HERR, ewiger Gott,
das mir kein not
geb ursach, das ich von dir fleuch!
Behüt mich, HERR, für falschem rath,
das himelbrod,
der seelen speis, mir nicht entzeuch!
Dein wort gib mir zu aller stund
durch lerers mund,
das ich vernim
meins HERren stim,
mich darein geb,
bis ich dir, HERR, mein geist auffgeb!

ORdnung zu machen gib mir lehr,
das auch dein ehr
dem gmeinen man hie werd bekand.
Mein underthan, HERR, zu dir ker,
damit sich mehr
die Christlich schar in meinem land.
Behüt uns, HERR, für falscher sect,
die sich jetzt regt
an manchem end,
dadurch wird geschend
der Christlich glaub!
Ach, HERR, deins worts uns nicht beraub!

GIb mir auch fried in dieser zeit,
das nicht durch streit
werd brüderliche lieb zertrent.
An dir nu all mein wolfart leit,
für has und neid
behüt mich, HERR, bis an mein end!
Dazu verleyh mir deinen sinn!
du weist, ich bin
noch fleisch und blut,
dasselbig thut
nach seiner weis:
dafür ich bitt mit gantzem vleis.

MARCK, sted und land befehl ich dir
aus trewer gir,
der ich sol pflegen hie auff erd.
Getrewe reth verordne mir,
daran man spürt,
das gericht und recht versehen werd
Nach rechter mas und billigkeit,
mit solchem bescheid,
das recht und gleich
werd arm und reich
geteilet mit:
des ich dich, HERR, von hertzen bitt.

GRAFen und die des Adels sein,
den gib auch ein,
das sie verstehn den rechten grund,
Und allzeit thun den willen dein
in rechtem schein,
das gib in, HErre, zu rechter stund,
Damit dein nam durch alle stend
werd hoch genent
bey jung und alt
in solcher gestalt,
durch all dein ehr
erhalt uns all in deiner lehr!

ZU dir hertzlich ich schrey und bit,
verlas mich nit
und leit mich, HERR, in deinem weg!
Teil mir vernunfft und weisheit mit,
nicht von mir trit,
all meiner hendel selber pfleg,
Das mich der feind nicht uberwind
mit listen geschwind,
der er sich vleist,
sein zorn beweist
und ist ergrimt:
dein zukunfft im sein gewalt benimbt!

BRANd doch für lieb dein Göttlichs hertz,
da du herwertz
gedachst an unser angst und not.
Denn solches war warlich kein schertz,
da du mit schmertz
willig auffnampst den bittern tod,
Damit des Vaters zorn verging,
da dich umbfieng
des todes angst;
bis vorhin lanst
verkündet war:
desselben frucht an mir nicht spar!

Denn ob ich, HERR, dein weg verlür
zur rechten thüg,
so gieng ich irr in meinem trit;
Sey mir dein bitters leiden für,
mein hertz anrür,
den rechten glauben teil mir mit,
Das ich behar bis an mein end:
wenn sich zutrent
mein seel und leib,
als denn vertreib
den feind von mir,
mein letztes end befehl ich dir.

BURCK fried gib uns in deinem thron!
nicht für ein lohn,
allein aus gnad erbarm dich mein.
Noch eins ich bit in diesem thon:
ach HERR! verschon,
las dir trewlich befohlen sein,
Meins brudern seel nim gnedig an:
du weist, ich kan,
im helffen nicht:
allein ich bit
umb gnad und huld:
vergib im, HERR, sein sund und schuld!
Amen.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
Weitere Texte des Autoren in der Glaubensstimme

Claudius, Matthias – Kriegslied

Claudius, Matthias – Kriegslied

s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

2. Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

3. Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

4. Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten uber mich?

5. Wenn Hunger, böse Seuch‘ und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

6. Was hülf mir Kron‘ und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Capito, Wolfgang – Bitte um Frieden

Capito, Wolfgang – Bitte um Frieden

Gib Fried zu unser Zeit, o Herr,
Groß Noth ist jetzt vorhanden.
Der Feind begehrt nichts anders mehr
Dann daß er bring zu Schanden
Den Namen Christ
Und dämpf mit List
Wahren Gotts Dienst auf Erden.
Solchen erhalt
Aus deiner Gwalt
Du hilfst allein in Gfährden 1).

Gib Fried, den wir verloren han
Durch Unglaub und bös Leben!
Dein Wort hast uns geboten an,
Dem wir all widerstreben;
Denn wir zum Theil
Dieß unser Heil
Mit frevlem Gwalt austreiben,
Zum Theil ohn Grund
Bekennen rund,
Ohn herzlich Frommkeit bleiben.

Gib Fried, auch deinen Geist uns send,
Der unser Herz durch Reue
Und Leid um unser Sünd behend
In Jesu Christ erneue,
Auf das dein Gnad
All Schand und Schad,
All Furcht und Krieges Laste
Von uns abkehr,
Dadurch dein Ehr
Bei allem Volk erglaste 2). Amen.

—-

1) Gefahr
2) erglänze, erglühe