Ach, könnt ich stille sein,
Und sanfte schlafen ein,
Mein Gott, in deinem Frieden!
Drück mir die Augen zu,
So sinkt mein Geist zur Ruh‘,
Von allem abgeschieden.
Ach, dass ich stille wär;
Das Aug‘ schaut hin und her
Und die Gedanken rasen;
Vernunft, die will sich spreiten,
Die Sinne gar ausgleiten,
Der Will‘ ist nicht gelassen.
So wacker, so zerstreut
Ist meine Sinnlichkeit,
So quäl‘ ich mich beständig:
Es schlafe die Natur;
Mein Herze wache nur,
Dir, meinem Gott, inwendig,
Dem, was sich draußen regt,
Ganz fremd und unbewegt,
Als wär‘ ich nicht im Leben;
Nur dir allein bekannt,
Dir innig zugewandt,
Und leidentlich ergeben.
Geh‘ Welt, und Freude such!
Ich hab‘ hier Freude g’nug;
Ich darf nicht betteln gehen.
Man schelte mich für dumm,
Für traurig und für stumm;
Ich lass mein Herz nicht sehen.
So heimlich und so bloß
Da stillest du mich Müden;
Kriech ich in deinen Schoß;
Da lieg‘ ich wohl verwahrt,
In deiner Gegenwart,
Und schlafe ganz mit Frieden.