Burchard von Kram – Wo ist ein solcher Gott wie Du!

Mel. Vater unser im Himmelreich

Wo ist ein solcher Gott wie Du,
Der über lichten Wolken thront,
Der in der unbeirrten Ruh‘,
Im reinen Licht der Wonne wohnt,
Wo ist ein Gott, an Macht Dir gleich,
Wo ist ein ander Himmelreich?

Und wir, ein sündiges Geschlecht,
Wir fielen ab von Deinem Wort,
Wir taten nicht, was vor Dir recht,
Wir sündigen nun fort und fort, –
Von Dir, o Herr, gerissen los,
Ruhn wir in Satans Höllenschoß.

Wo ist ein solcher Gott wie Du,
Vor dem die Sünde nicht besteht,
Vor dem in einem kleinen Nu
Der Hölle ganze Macht verweht?
Wo ist ein Gott, Dir gleich an Pracht,
Wo ist ein zweiter Herr der Macht?

Und wir, obgleich Du Dich gezeigt
In Deiner Lieb‘ und Majestät,
Obwohl Du nieder Dich gebeugt
Im Sohn, der uns zur Seite steht,
Wir fehlen oftmals jeden Tag
Und sind vor Dir gar krank und schwach.

Und doch, Du lieber Vater, Du
Vergibst so gerne uns die Schuld,
Du lässt uns ein zu Deiner Ruh‘,
Du wartest unser mit Geduld,
Du Gott, allheilig und gerecht,
Verzeihst dem sündigen Geschlecht.

Wo ist ein solcher Gott wie Du?
Der uns’re Missetat vergibt,
Der täglich Du uns winkst herzu,
Der wie kein Andrer uns geliebt?
Wo ist ein Gott, an Lieb‘ Dir gleich,
Wo ist ein ander Himmelreich?

Burchard von Kram – Epheser 6, V. 16 – 17.

Zum Kampfe auf, Ihr Rittersleut‘,
Zum Kampfe in das Feld! –
Seht, wie der Satan Trotz gebeut,
Wie listig er sich stellt,
Und wie er will,
Nachschleichend still,
In allen Euren Sünden
Euch leichtlich überwinden.

Wohl hat er Macht und ist nicht schwach,
Von Fleisch nicht und von Blut,
Dass bang‘ der Mensch erzittern mag,
Hat er nicht Gottes Mut.
Er schwingt sein Schwert,
Den Bogen kehrt
Er zu mit gift’gen Pfeilen,
Euch tödlich zu ereilen.

Wo flieh‘ ich hin, ich armer Sklav‘?
Wo berg‘ ich mein Gebein,
Der ich aus dumpfem, langem Schlaf
Geweckt durch solch ein Schrein.
Wer rettet mich?
Wer kämpft für mich?
O wer will sich des Armen
In solcher Not erbarmen?

Dort blicket hin! Auf Gottes Thron,
Da liegt das Kampfgezeug,
eilet rasch zum Menschensohn,
Der rüstet selber Euch.
Von Ihm geleit’t,
Fort in den Streit!
Wer will Euch nun besiegen?
Doch nicht der Fürst der Lügen!

Legt an der Wahrheit helles Kleid
Und schmücket Eure Brust
Mit Christi Blutgerechtigkeit,
Da stutzt der Herr der Lust
Und alle List
Vergeblich ist,
Wie er das Schwert mag schwingen,
Das kann Euch nicht bezwingen.

Und als die Stiefel ziehet an
Den unerschrocknen Mut,
Dass Ihr auf dornenvoller Bahn,
Trotz Hass und blinder Wut,
Bekennet frei
Den Heiland treu!
Wie nur an Seinem Segen
Euch auf der Welt gelegen!

Fasst unerschrocken nun den Schild
Des Glaubens! Halt’t ihn fest.
Der ist geziert mit Christi Bild,
Geschmückt aufs allerbest‘.
Von Satans Schwert
Bleibt ‚r unversehrt!
Nun wird der Feind geschlagen,
Leicht könnt Ihr ihn verjagen.

Den Helm des Heils nehmt auf Eu’r Haupt,
Als Schwert fasst Gottes Wort!
Ihr hättet es wohl nie geglaubt,
Dass Ihr dringt siegend fort.
Nicht mehr in Flucht
Eu’r Heil nun sucht!
Hinaus ins Feld getreten
Mit Gottesmut.

Zum Kampfe auf, Ihr Rittersleut‘!
Euch ziemt so froher Krieg.
Entreißt dem Satan seine Beut‘,
Euch lacht ein sichrer Sieg!
Voll Heldenmut
Kämpft bis aufs Blut,
Des Himmels reiche Kronen,
Die werden Euch belohnen.

Burchard von Kram – Pfingstlied.

Mel. Wer nur den lieben Gott lässt walten rc
.
Dir braust ein neues Lied entgegen,
Dir unerforschtem Gott und Geist,
Der Du auf immer neuen Wegen
Uns an Dein Herz zu ziehen weißt,
Dir tönt aus dankerfüllter Brust
Ein Jubellied voll Himmelslust.

Du bist das Licht, das ewig reine,
Das bange Herzen freudig macht.
Du bist die Sonne, deren Scheine
Voll Schrecken weicht die dunkle Nacht.
Du bist ein nie versiegter Quell
Voll Lebenswasser, stark und hell.

Du hast Dich wieder offenbaret,
O heil’ger Geist, im Wunderweh’n!
O sich‘ voll Hoffnung hier gescharet
Ein Volk zum Himmel aufwärts seh’n.
Sie warten Deiner! Komm herab
Mit wundervoller Liebesgab‘.

Du bist vom Heiland uns verheißen,
Du Tröster, lieb und hochgeehrt,
Du sollst den Schleier nun zerreißen,
Der uns den Blick zum Vater wehrt.
O komm herbei, Du Gotteskraft,
Die neuen Sinn und Herzen schafft.

O sich uns schwache Menschenkinder,
Die ohne Dich des Teufels Beut‘
Und ganz verlorne, arme Sünder,
Was ohne Dich uns nicht ‚mal reut.
O komm als Streiter auf den Plan
Und nimm Dich unsers Jammers an.

Gott, heil’ger Geist, eins mit dem Sohne
Und mit dem Vater eins, o komm,
Lass Dich herab von Deinem Throne
Und mache uns’re Herzen fromm.
Füll‘ uns mit Deinem klaren Licht,
Dem es ja nicht an Macht gebricht.

Komm, heil’ger Geist, hör‘ unser Flehen,
Nimm ab von uns der Erde Leid!
Hilf uns; zum rechten, brünst’gen Flehen,
Sind wir ja erst durch Dich bereit.
O komm, o komm, wir harren Dein,
Wir wollen ganz Dein eigen sein.

Burchard von Kram – Römer 13, V. 11-14.

Mel. Ich dank Dir schon durch Deinen Sohn

Erwacht! Erwacht! Die Zeit ist nah,
Reißt Euch aus Schlafes Armen!
Das Heil der Welt, der Herr ist da,
Er will sich Eu’r erbarmen.

Entschwunden ist die dunkle Nacht,
Das Licht hereingebrochen,
Zerstreuet ist des Teufels Macht,
Sein Zepter ist zerbrochen.

D’rum leget ab der Sünde Kleid,
Schmückt Euch mit Lichtes Waffen,
So wird der Herr aus bitterm Leid
Euch Freud‘ und Wonne schaffen.

Die Sonne kommt! Ein heller Tag
Ist über uns erschienen.
Wer ist es, der noch keck vermag
Der Finsternis zu dienen?

Herbei! herbei! Der Herr ist da,
Er öffnet Seine Arme,
Ist Dir mit sichrer Hilfe nah,
Dass Er sich Dein erbarme.

O komm vertrauend an Sein Herz!
O komm in Seine Arme,
Er zieht Dich freundlich himmelwärts,
O komm in Seine Arme!