J. M. Dilherr – Nun laßt uns Gottes Güte

1) Nun laßt uns Gottes Güte
Uns führen zu Gemüte,
Laßt uns des Vaters Segen
Und Liebe recht erwägen.

2) Eh wir ans Licht gesetzet,
Hat er uns hoch geschätzet
Und schon aus Liebestrieben
Ins Lebensbuch geschrieben.

3) Er hat uns aufgenommen
Hier in die Zahl der Frommen,
Gemacht zu seinen Erben,
Daß wir nicht ewig sterben.

4) Er gibt uns zu erkennen
Sein Wort, daß wir ihn nennen
Den gütigen Ernährer
Und freundlichen Bescherer.

5) Er hat für unser Leben
Sein eigen Kind gegeben,
Er ließ es gar als Bürgen
Für uns am Kreuz erwürgen.

6)Dies lasset uns bedenken,
Wenn uns die Sorgen kränken,
Daß der aufs höchste liebet,
Der seinen Sohn hergibet.

7) Er kann uns nichts versagen,
Wenn wir ihm gläubig klagen,
Was wir vonnöten haben
An Seel und Liebesgaben.

8) Wie Vögel in den Lüften
Und Tiere in den Klüften,
Ja Blumen an den Wegen
Uns dies vor Augen legen.

9) Sollt der, der diese heget
Und ihrer fleißig pfleget,
Uns, seine Himmelserben,
Verlassen zum Verderben?

10) Verleih uns, und beschere
Uns, Vater, dir zur Ehre,
Daß wir dir recht vertrauen
Und gänzlich auf dich bauen.

11) Wenn wir nur dieses haben,
So werden uns die Gaben,
Der mir zu diesem Leben
Bedürfen, wohl gegeben.

12) Der Himmel samt der Erden
Muß eh zu nichte werden,
Eh du, Gott, die kannst lassen,
Die dich im Glauben fassen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Martin Möller – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

1) Nimm von uns, Herr, du treuer Gott,
Die schwere Straf und große Not,
Die wir mit Sünden ohne Zahl
Verdienet haben allzumal.
Behüt vor Krieg und teurer Zeit,
Vor Seuchen, Feur und großem Leid.

2) Erbarm dich deiner bösen Knecht.
Wir bitten Gnad und nicht das Recht;
Denn so du, Herr, den rechten Lohn
Uns geben wolltst nach unserm Tun,
So müßt die ganze Welt vergehn
Und könnt kein Mensch vor dir bestehn.

3) Ach Herr Gott, durch die Treue dein
Mit Trost und Rettung uns erschein,
Beweis an uns dein große Gnad,
Und straf uns nicht auf frischer Tat,
Wohn uns mit deiner Güte bei,
Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

4) Warum willst du noch zornig sein
Über uns arme Würmelein?
Weißt du doch wohl, du großer Gott,
Daß wir nichts sind als Erd und Kot;
Es ist ja vor deim Angesicht
Unser Schwachheit verborgen nicht.

5) Die Sünd hat uns verderbet sehr,
Der Teufel plagt uns noch viel mehr,
Die Welt und unser Fleisch und Blut
Uns allezeit verführen tut.
Solch Elend kennst du, Herr, allein,
Ach laß es dir befohlen sein.

6) Gedenk an deins Sohns bittern Tod,
Sieh an sein heilig Wunden rot,
Die sind ja für die ganze Welt
Die Zahlung und das Lösegeld,
Des trösten wir uns allezeit
Und hoffen auf Barmherzigkeit.

7) Leit uns mit deiner rechten Hand,
Und segne unser Stadt und Land,
Gib uns allzeit dein heilges Wort,
Behüt vors Teufels List und Mord,
Verleih ein selges Stündelein,
Auf daß wir ewig bei dir sein.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Justus Gesenius – O heiligste Dreifaltigkeit

1) O heiligste Dreifaltigkeit,
Voll Majestät und Ehren,
Wie kann doch deine Christenheit
Dein Lob genug vermehren?
Du bist sehr hoch und wundersam,
Ganz unbegreiflich ist dein Nam,
Dein Wesen unerforschlich.

2) Wir danken dir, daß deine Gnad,
Auch weil wir hier noch leben,
In deinem Worte so viel
Hat uns offenbar gegeben,
Daß du bist wahrer Gott und heißt
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
Dreifaltig und doch einig.

3) O Vater, aller Dinge Quell
Und Ursprung, sei gepreiset
Für alle Wunder, die so hell
Uns deine Macht erweiset.
Du, Vater, hast vor aller Zeit
Den eingen Sohn von Ewigkeit,
Dein Ebenbild, gezeuget.

4) Du hast gemacht den Erdenkreis
Nach deinem Wohlgefallen,
Uns Menschen drauf zu deinem Preis,
Daß wir dein Lob erschallen.
Auch wird durch deines Mundes Wort
Dies alles immer fort und fort
Erhalten und regieret.

5) Drum steh, o Vater, ferner bei uns,
Deinen armen Kindern,
Und alle unsre Schuld verzeih uns
Bußbeflißnen Sündern;
Aus unsern Nöten mannigfalt
Errette uns, und hilf uns bald,
Wie du uns hast versprochen.

6) O Jesu Christe, Gottes Sohn,
Von Ewigkeit geboren,
Uns Menschen auch im Himmelsthron
Zum Mittler auserkoren,
Durch dich geschicht, was nur geschicht,
O wahrer Gott, o wahres Licht
Vom wahren Gott und Lichte.

7) Du bist des Vaters Ebenbild
Und doch vom Himmel kommen;
Als eben war die Zeit erfüllt,
Hast du Fleisch angenommen
Und uns erworben Gottes Huld,
Bezahlet unsre Sünd und Schuld
Durch dein unschuldig Leiden.

8) Nun sitzest du zur rechten Hand
Des Vaters hoch erhoben,
Beherrschest alle Leut und Land
Und dämpfst der Feinde Toben.
Hilf uns, o wahrer Mensch und Gott,
Wir wollen dir für deinen Tod
Und alle Wohltat danken.

9) O Heilger Geist, du werte Kron,
Erleuchter unsrer Sinnen,
Der du vom Vater und dem Sohn
Ausgehest ohn Beginnen,
Du bist allmächtig und ohn End,
Der Vater und der Sohn dich sendt,
Im Glauben uns zu leiten.

10) Herr, du gebierest durch die Tauf
Uns wiederum aufs neue,
Und nachher nimmst du uns auch auf,
Wenn du gibst wahre Reue,
Durch dich wird unsre Hoffnung fest,
Und wenn uns alle Welt verläßt,
Bleibst du bei uns im Herzen.

11) Wir bitten dich demütiglich,
Daß es ja mög durchdringen,
Was wir für Seufzer oft vor dich
In unsrer Not vorbringen,
Und wenn die letzte Stund da ist,
So hilf, daß wir auf Jesum Christ
Getrost und selig sterben.

12) Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
Für alle Gnad und Güte
Sei immerdar von uns gepreist
Mit freudigem Gemüte.
Des Himmels Heer dein Lob erklingt
Und Heilig, Heilig, Heilig singt;
Das tun auch wir auf Erden.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

David Denicke – Herr Gott, der du erforschtest mich

1) Herr Gott, der du erforschtest mich
Und kennst mich aus und innen,
Mein Tun und Lassen kommt vor dich,
Sehn, Stehen und Beginnen.
Was ich verborgen denk und dicht,
Siehst du von fern und fehlest nicht,
Du prüfest Herz und Nieren;
Du kannst auch, wenn ich bin allein
Und gerne wollt verborgen sein,
All meine Weg ausspüren.

2) Es ist kein Wort in meinem Mund,
So ich dir könnt verhehlen;
Du, Herr, siehst recht des Herzens Grund,
Was steckt in meiner Seelen;
Du schaffest ja, was ich vollbring,
Wie groß es ist und wie gering,
Ich kanns ohn dich nicht richten;
Wenn aber du durch deine Gnade
Verstand mir gibst, auch Hilf und Rat,
So kann ich alles schlichten.

3) Wie du die Deinen wunderlich,
O Gott, hier pflegst zu führen,
Versteh ich nicht und lasse mich
Bloß deine Gnad regieren.
Wo soll ich hin vor deinem Geist?
Denn du auch die Gedanken weißt,
Es hilft vor dir kein Fliehen.
Führ ich gen Himmel, bist du da,
Auch in der Höll trittst du mir nah,
Kann dir mich nicht entziehen.

4) Nun, großer Gott, weil deine Hand
Mich überall kann finden
Und all mein Tun dir ist bekannt,
So hüt ich mich vor Sünden.
Denn Dunkel ist wie Licht bei dir;
Was himmlisch war, kommt klar herfür,
Ich kann dir nicht entgehen.
Was ich getan, geredt, gedacht,
Das wird vor deinen Thron gebracht,
Da muß ich vor dir stehen.

5) Herr, meine Seel erkennt mit Preis,
Daß du mich hast bereitet,
Und daß ich bin auf dein Geheiß
Ans Tageslicht geleitet;
Durch deine Vorsorg Fleisch und Pein
Und alle Glieder an mir sein,
Dein Aug hat mich erwählet:
Da ich noch ungeboren war,
Hast du schon Stunden, Tag und Jahr
Im Lebenslauf gezählet.

6) Ich danke dir und preise dich
Für solche große Taten,
Und daß du mir so wunderlich
An Leib und Seel geraten.
Sehr köstlich ist dein Werk an mir;
Wenn ich erwach, bin ich bei dir
Und warte deiner Gnaden;
Ich glaube fest, daß meine Sünd
Durch Christum mir vergeben sind,
Daß sie mir nicht mehr schaden.

7) Den Vorsatz gib mir, Herr, dabei,
Daß ich, was bös ist, meide,
Die gottlos Rotte fern mir sei,
Von Frommen mich nicht scheide;
Daß ich nur lieb, was dir gefällt,
Und hasse, was ist von der Welt,
Auch ihren Trotz nicht achte,
Halt dein Gebot, hör gern dein Wort,
Im Glauben und in Hoffnung fort
Das Ewige betrachte.

8) Erforsch mich, Gott, ergründ mein Herz,
Durchsuch all mein Gedanken,
Und siehe, ob ich hinterwärts
Und auf die Seit woll wanken.
Bin ich vielleicht auf bösem Weg,
So führ du mich den rechten Steg,
Der nach dem Himmel weise,
Daß ich vom Sündendienste frei
Und dir, o Herr, gefällig sei,
Bis ich von hinnen reise.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Olearius – Gelobet sei der Herr

1) Gelobet sei der Herr,
Mein Gott, mein Licht, mein Leben,
Mein Schöpfer, der mir hat
Mein Leib und Seel gegeben,
Mein Vater, der mich schützt
Von Mutterleibe an,
Der alle Augenblick
Viel Guts an mir getan!

2) Gelobet sei der Herr,
Mein Gott, mein Heil, mein Leben,
Des Vaters liebster Sohn,
Der sich für mich gegeben,
Der mich erlöset hat
Mit seinem teuren Blut,
Der mir im Glauben schenkt,
Das allerhöchste Gut!

3) Gelobet sei der Herr,
Mein Gott, mein Trost, mein Leben,
Des Vaters werter Geist,
Den mir der Sohn gegeben,
Der mir mein Herz erquickt,
Der mir gibt neue Kraft,
Der mir in aller Not
Rat, Trost und Hilfe schafft!

4) Gelobet sei der Herr,
Mein Gott, der ewig lebet,
Den alles lobet, was
In allen Lüften schwebet!
Gelobet sei der Herr,
Des Name heilig heißt:
Gott Vater, Gott der Sohn
Und Gott der werte Geist.

5) Dem wir das Heilig jetzt
Mit Freuden lassen klingen
Und mit der Engel Schar
Das Heilig! Heilig! singen,
Den herzlich lobt und preist
Die ganze Christenheit.
Gelobet sei mein Gott
In alle Ewigkeit!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Tobias Clausnitzer – Wir glauben all an einen Gott

1) Wir glauben all an einen Gott,
Vater, Sohn und Heilgen Geist,
Der uns hilft in aller Not,
Den die Schar der Engel preist,
Der durch seine große Kraft
Alles wirket, tut und schafft.

2) Wir glauben auch an Jesum Christ,
Gottes und Marien Sohn,
Der vom Himmel kommen ist
Und uns führt ins Himmels Thron
Und uns durch sein Blut und Tod
Hat erlöst aus aller Not.

3) Wir glauben auch an Heilgen Geist,
Der von beiden gehet aus,
Der uns Trost und Beistand leist
Wider alle Furcht und Graus.
Heilige Dreifaltigkeit,
Sei gepreist zu aller Zeit!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johannes Franck – O Gott, der du in Liebesbrunst

1) O Gott, der du in Liebesbrunst
Ganz gegen uns entbrennest
Und dich aus unerforschter Gunst
Selbst unsern Vater nennest,
Der du im hohen Himmel bist
Und alles siehst, was niedrig ist,
Auch uns selbst hast gelehret,
Wie man recht kräftig beten soll,
Gib, daß der Mund dich Eifers voll
Von ganzem Herzen ehret.

2) Laß deines hohen Namens Ruhm,
Dem sich die Throne beugen,
Und dem der Engel Fürstentum
Pflegt Ehre zu erzeigen,
Vor dem sich Luft und Erdreich bückt
Und die erschrecklich Höll erschrickt,
Bei uns dreiheilig heißen.
Gib reine Lehr, und hilf dazu,
Daß wir uns, großer Gott, wie du
Der Heiligkeit befleißen.

3) Vergönn uns, Herr, dein Gnadenreich
Auch noch in diesem Leben,
Bis daß wir dermaleinst zugleich
Mit dir in Freuden schweben.
Dein werter Geist, der wohn uns bei,
Daß unser Herz nicht irdisch sei;
Er schenk uns seine Gaben,
Daß wir in dieser Wanderzeit
Den Vorschmack süßer Ewigkeit
Und Himmelssehnung haben.

4) Herr, was du willst und dir gefällt,
Muß auch vollendet werden
Gleichwie in deinem Himmelszelt,
Also bei uns auf Erden.
Hilf, daß wir dir gehorsam sein
In Lieb und Leid, in Lust und Pein.
Laß uns, wenn du betrübest,
Bedenken, daß du, Herr, uns schlägst
Und es also zu machen pflegst
Mit denen, die du liebest.

5) Gib uns heut unser täglich Brot
Und, was den Leib ernähret.
Wend ab die schwere Kriegesnot,
Die Leut und Land verheeret,
Daß wir gesund in Fried und Ruh
Das kurze Leben bringen zu,
Gesegn all unsre Sachen,
Treib Teurung ab und Pestgefahr,
Hilf, daß wir dir uns trauen gar
Und dich nur lassen machen.

6) Daß unser sündge Adamsart
Durch schreckliches Verbrechen
Gar oftmals ist dein Widerpart,
Wollst du, o Herr, nicht rächen,
Gleichwie auch wir aus Herzensgrund
Denselben, die durch Tat und Mund
Uns Leid antun, vergeben.
Herr, gib uns einen sanften Geist,
Der auch denselben Guts erweist,
Die uns stehn nach dem Leben.

7) Verleih auch einen Heldenmut,
Wenn wir jetzt sollen kämpfen
Mit Teufeln, Welt und unserm Blut,
Hilf, daß sie uns nicht dämpfen.
Sei du der rechte Mittelsmann,
Und nimm dich unser treulich an,
Lehr unsre Arme kriegen,
Daß wir behalten Oberhand
Und, wenn der Feind ist übermannt,
Mit großen Freuden siegen.

8) Und weil in diesem Jammertal
Nichts Gutes ist zu hoffen,
Weil nichts als Elend, Müh und Qual
Allhier wird angetroffen,
So steh uns in dem Unfall bei,
Und mach uns von demselben frei,
Bis daß die Zeit wird kommen,
Daß wir zu deiner Herrlichkeit
Aus sterblicher Beschwerlichkeit
Ganz werden aufgenommen.

9) Denn dein, Herr, ist das Reich und Thron,
Wir sind die Untersaßen.
Es muß vor deiner Allmacht Kron
All ander Macht verblassen.
Ob alle Welt gleich wird vergehn,
Bleibt deine Kraft doch ewig stehn,
Lob, Preis sei deinem Namen.
Weil Jesus selbst so bitten heißt
Und uns die rechte Betkunst weist,
Sind wir erhöret. Amen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Ludwig Andreas Gotter – Herr Jesu, Gnadensonne

1) Herr Jesu, Gnadensonne,
Wahrhaftes Lebenslicht,
Laß Leben, Licht und Wonne
Mein blödes Angesicht
Nach deiner Gnad erfreuen
Und meinen Geist erneuen,
Mein Gott, versag mirs nicht.

2) Vergib mir meine Sünden,
Und wirf sie hinter dich,
Laß allen Zorn verschwinden,
Und hilf genädiglich;
Laß deine Friedensgaben
Mein armes Herze laben.
Ach Herr, erhöre mich.

3) Vertreib aus meiner Seelen
Den alten Adamssinn,
Und laß mich dich erwählen,
Auf daß ich mich forthin
Zu deinem Dienst ergebe
Und dir zu Ehren lebe,
Weil ich erlöset bin.

4) Befördre dein Erkenntnis
In mir, mein Seelenhort,
Und öffne mein Verständnis
Durch dein heiliges Wort,
Damit ich an dich gläube
Und in der Wahrheit bleibe
Zu Trotz der Höllenpfort.

5) Tränk mich an deinen Brüsten,
Und kreuzge mein Begier
Samt allen bösen Lüsten,
Auf daß ich für und für
Der Sündenwelt absterbe
Und nach dem Fleisch verderbe,
Hingegen leb in dir.

6) Ach zünde deine Liebe
In meiner Seelen an,
Daß ich aus innerm Triebe
Dich ewig lieben kann
Und dir zum Wohlgefallen
Beständig möge wallen
Auf rechter Lebensbahn.

7) Nun, Herr, verleih mir Stärke,
Verleih mir Kraft und Mut,
Denn das sind Gnadenwerke,
Die dein Geist schafft und tut;
Hingegen meine Sinnen,
Mein Lassen und Beginnen
Ist böse und nicht gut.

8) Darum, du Gott der Gnaden,
Du Vater aller Treu,
Wend allen Seelenschaden,
Und mach mich täglich neu,
Gib, daß ich deinen Willen
Stets suche zu erfüllen,
Und steh mir kräftig bei.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg – Nach dir, o Gott, verlanget mich

1) Nach dir, o Gott, verlanget mich,
Mein Gott, ich denke stets an dich;
Zieh mich nach dir, nach dir mich wend,
Aus Zion deine Hilfe send.

2) Die Sonnenblum folgt ihrer Sonn,
So folg ich dir, o meine Wonn;
Nur wünsch ich, daß ich könnte hier
Ganz frei von Sünden folgen dir.

3) Doch leider hat der Sünde Gift
Solch übel in mir angestift,
Daß sich der matte Geist nicht kann
Davor recht schwingen himmelan.

4) Ach wer wird mich befreien doch
Von meinem schweren Sündenjoch?
O Herr, ich sehne mich nach dir,
Befreie mich, und hilf du mir.

5) Es ist mein Will nach dir gericht,
Doch das Vollbringen mir gebricht;
Und wenn ich auch hab Guts getan,
Klebt doch Unreines noch daran.

6) Gedenke, daß ich bin dein Kind,
Vergib und tilge meine Sünd,
Daß ich zu dir mit freiem Lauf
Mich schwingen könne himmelauf.

7) Den Sinn der Welt rott in mir aus,
Sei du nur Herr in meinem Haus;
Den Schild des Glaubens mir verleih,
Und brich des Feindes Pfeil entzwei.

8) Nach dir, mein Gott, laß mir forthin
Gerichtet sein den ganzen Sinn;
Ich eigne dich mir gänzlich zu
Und such in dir nur meine Ruh.

9) Hinweg, hinweg, du schnöde Lust,
Bleib mir auf ewig unbewußt.
Was fortan mich vergnügen soll,
Des ist allein der Himmel voll.

10) Ach alles, was mich reißt von dir,
Du höchstes Gut, das treib von mir,
In dir, mein Gott in dir allein
Laß hinfort meine Freude sein.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Bartholomäus Crasselius – Dir, dir, Jehova will ich singen

1) Dir, dir, Jehova, will ich singen,
Denn wo ist noch ein solcher Gott wie du?
Dir will ich meine Lieder bringen,
Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu,
Daß ich es tu im Namen Jesu Christ,
So wie es dir durch ihn gefällig ist.

2) Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,
Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
Dein Geist in meinem Herzen wohne
Und meine Sinne und Verstand regier,
Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl
Und dir darob im Herzen sing und spiel.

3) Verleih mir, Höchster, solche Güte,
So wird gewiß mein Singen recht getan,
So klingt es schön in meinem Liede,
So bet ich dich im Geist und Wahrheit an,
So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor,
Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor.

4) Denn der kann mich bei dir vertreten
Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind,
Der lehret mich recht gläubig beten,
Gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind
Und ein Miterbe Jesu Christi sei
Daher ich Abba, lieber Vater! schrei.

5) Wenn dies aus meinem Herzen schallet
Durch deines Heilgen Geistes Kraft und Trieb,
So bricht dein Vaterherz und wallet
Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb,
Daß mirs die Bitte nicht versagen kann,
Die ich nach deinem Willen hab getan.

6) Was mich dein Geist selbst bitten lehret,
Das ist nach deinem Willen eingericht
Und wird gewiß von dir erhöret,
Weil es im Namen deines Sohns geschieht,
Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin
Und nehme von dir Gnad um Gnade hin.

7) Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe!
Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit
Und weiß daß all gute Gabe,
Die ich von dir verlange jederzeit,
Die gibst du und tust überschwenglich mehr,
Als ich verstehe, bitte und begehr.

8) Wohl mir ich bitt in Jesu Namen,
Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt;
In ihm ist alles Ja und Amen,
Was ich von dir im Geist und Glauben bitt.
Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit,
Daß du mir schenkest solche Seligkeit!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States