Selneccer, Nikolaus – Dir sei Dank, o Herr Christe,

Nach eigener Melodie.

Dir sei Dank, o Herr Christe,
Daß du erstanden bist.
Herrlich ist dein Verdienste,
Der große Sieg dein ist.
Der Feind ist überwunden,
Der Tod kein Macht mehr hat.
Alls Leid ist nun verschwunden,
Wir sind nun frei entbunden
Durch dich, o treuer Gott.

Der Tod ist nun verschlungen
In den Triumph und Sieg.
Es ist Christo gelungen.
Christmensch mit Freuden sprich:
Tod, wo ist nun dein Stachel?
Höll, wo ist nun dein Sieg?
Verstopft ist Teufels Rachen,
Seins Reich ist nun zu lachen.
Dank sei Gott ewiglich.

Gott hat den Sieg uns geben
Durch Jesum seinen Sohn.
In ihm han wir das Leben,
Er ist der Gnadenthron.
In ihm wollen wir leben
Auch hier auf dieser Welt,
Nach dem Ewigen streben
Und auferstehn zum Leben
Ohn aller Sünd Entgelt.

O Jesu Gottes Sohne,
Du unser Bruder bist.
Führ uns zum Gnadenthrone,
Zu dir all Zuflucht ist.
Du sitzt zus Vaters Rechten,
Dein ist Gewalt und Macht.
Ach Herr thu uns verfechten,
Steh bei dein armen Knechten,
Die ja sonst niemand acht.

Gieb uns ein christlich Leben,
Gieb uns ein selges End,
Der du dich für uns geben
Und alles hast vollendt,
Von Todten auferstanden,
Gen Himml gefahren bist,
Sitzt zu des Vaters Handen,
Bist Herr in allen Landen,
Und uns das Ewig giebst.

Kyrieleis wir singen,
Halleluja dazu.
Vor dir solchs wohl mag klingen,
Wenn wir sagen: Jesu,
Jesu du lieber Meister,
Du treuer Siegesfürst,
Heiland und Herr der Geister,
Nach dir jetzt stets am meisten
Unser arm Seelen dürst.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Aus tiefer Noth ich ruf zu dir,

Psalm 130 – Aus tiefer Noth

Der sechste Bußpsalm (Psalm 130.)
Nach eigener Melodie

Aus tiefer Noth ich ruf zu dir,
Mein Gott und Herr, mit groß Begier.
Mein Schrein und meines Flehens Stimm
Mit deinen Ohren Herr vernimm.

So du willst rechnen Sünde zu,
Ach wer soll alsdann haben Ruh?
Wer wird vor dir o Herr bestehn,
Müssen wir nicht Alle vergehen?

Aber bei dir Vergebung ist,
Daß man dich fürcht ohn Falsch und List.
Wer nach dem Heil der Seelen tracht,
Der hab auf dein Erbarmung Acht.

Ich harr des Herrn ganz unverzagt,
Auf seine Gnad seis stracks gewagt.
Mein Seele harret für und für,
Auf sein Wort hoff ich mit Begier.

Mein Seel wart auf den Herren fromm,
Wenn ich gleich leide um und um,
Von einer Morgenwache an
Bis zur andern so lang sie kann.

Israel hoff und sei gewiß,
Daß Gott der Herr barmherzig ist.
Ist doch beim Herrn die Gnad so groß,
Daß sie durchaus hat keine Maß.

Erlöser ist sein lieber Sohn,
Der für uns all hat gnug gethan,
Von allen Sünden machet rein,
Die nur an ihn des Glaubens sein.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Sei du Richter, o Herre Gott

1. Sei du Richter, o Herre Gott,
führ du mein’ Sach’ in aller Not.
Dem rechten Teil steh allzeit bei,
mein Gott und mein Erretter sei.

2. Von bösen Leuten leite mich,
mit falscher Zung’ sie schmähen dich.
Du bist allein mein’ Stärk’ und Trost,
daß du mich allzeit hast erlöst.

3. Warum willst jetzt verstoßen mich,
da ich doch wahrlich trau auf dich?
Warum läßt mich so traurig sein,
von meinen Feinden leiden Pein?

4. Ach Herr, send mir dein Licht und Wort,
welch’s ist mein’s Herzens Trost und Hort.
Laß mich in deiner Wahrheit gehn,
so will ich allzeit wohl bestehn.

5. Auf deinem Berg, bei deinem Thron,
bei dei’m Altar, in Freud’ und Wonn’,
der du mein’s Herzens Leben bist,
will wohnen ich, ohn’ alle List.

6. Ich will dir danken, Herr mein Gott,
der du mich führst aus aller Not,
und tröstest mich in allem Leid,
gibst meinem Herzen Lebens Freud.

7. Mein’ Seel’, was bist du zaghaft sehr?
ich bringe dir ja gute Mär.
Sei guter Ding, und harr auf Gott,
sei unverzagt, es ist kein Spott.

8. Du wirst sehen sein Hilfe groß,
wirst ihm danken ohn’ alle Maß.
Amen, solch’s g’scheh den Frommen all,
so Gott preisen mit großem Schall.

Selneccer, Nikolaus – Herr Gott! Nun sey gepreiset,

1. Herr Gott! Nun sey gepreiset,
wir sag’n dir großen Dank;
du hast uns wohl gespeiset,
gegeb’n ein’n guten Trank,
dein‘ Mildigkeit zu merken
und unsern Glaub’n zu stärken,
daß du seyst unser Gott.

2. Ob wir solch’s hab’n genommen
mit Lust und Uebermaaß,
dadurch wir möchten kommen
vielleicht in deinen Haß;
so wollst du’s uns aus Gnaden,
Herr, ja nicht lassen schaden
durch Christum deinen Sohn.

3. Also wollst all’zeit nähren,
Herr, unsre Seel‘ und Geist,
in Christo ganz bekehren
und helfen allermeist,
daß wir die Sünde meiden,
stark seyn in allem Leiden
und leben ewiglich.

4. O Vater aller Frommen!
geheiligt werd‘ dein Nam‘:
laß dein Reich zu uns kommen;
dein Wille mach‘ uns zahm;
gieb Brot; vergieb die Sünde;
kein Arg’s das Herz entzünde;
lös‘ uns aus aller Noth!

Geistlicher Liederschatz

Selneccer, Nikolaus – Ach Herr, gieb uns ein rechten Sinn

Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort.

Ach Herr, gieb uns ein rechten Sinn,
Daß wir nirgend gehn anders hin
Denn zu dir und zu deinem Wort
Und fliehn des Teufels Tück und Mord.

Laß uns still sein und hoffen fest,
Es ist ja dies das allerbest:
Wer glaubt an dich, Herr Jesu Christ,
Und leiden kann und duldig ist.

Verleih, daß wir die Predigt dein
Groß achten und gehorsam sein.
Und laß uns weisen mit diem Wort,
Welchs ist des Herzens Trost und Hort.

Wer dir nicht folgt und dein Wort hört,
Der ist an Seel und Leib bethört
Und wird zerschmettert ewiglich.
Behüt uns Herr genädiglich.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Ohn Gottes Vaters Gnad und Hut

Nach eigener Melodie

Ohn Gottes Vaters Gnad und Hut,
Ohn Gottes Sohnes Leib und Blut,
Ohn heilgen Geistes Licht und Glut
Hat der Mensch weder Kraft noch Muth,
Und bleibt ohn alles Erb und Gut.

Denn Gottes Vaters höchstes Gut,
Und Gottes Sohnes theures Blut,
Des heilgen Geistes werther Muth
Ist unser einiges Erbgut.
Selig ist, der dies hält in Hut.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nicolaus – In Christi Namen komm zu Gott

1564

In Christi Namen komm zu Gott,
Durch ihn klag ihm all deine Noth,
Aus seinem Geist sprich: Vater mein,
Laß mich dein Kind und Erbe sein.

Von wegen sein wirst du erhört
Und allzeit aller Bitt gewährt.
Wenn dein Herz seufzet: Jesu Christ,
So bald du ganz in Gnaden bist.

Wer JEsum nicht mit sich zu Gott
Thut bringen stets in aller Noth,
Der schreit vergebens, und verzagt
Und wird an Seel und Leib geplagt.

Hilf Jesu, lieber Herre mein,
Daß wir ehren den Namen dein,
Durch dich zum Vater kommen fort
Und selig werden hie und dort.

Mützell – Geistliche Lieder der evangelischen Kirche aus dem sechszehnten Jahrhundert

Selneccer, Nikolaus – Kommt nun herzu ihr Christen all

Mel. Vom Himmel hoch.

Kommt nun herzu ihr Christen all
Und lobet Gott mit reichem Schall.
Dem Herr zu danken seid verpflicht,
Kommt fröhlich vor sein Angesicht.

Jauchzet dem Hort mit Freuden viel,
Mit Psalmen und mit Saitenspiel,
Singet dem Herrn mit neuem Muth,
Sein Sohn ist unser Fleisch und Blut.

Preise all seine Wunderthat,
Was er an uns gewendet hat,
Daß alle Welt mög hören das
Und sich zu ihm bekehren laß.

Der Herr ist groß und wunderbar
Und sitzt ob aller Engel Schaar.
All Heiden Götter Götzen sind,
Des Herren gleich man nirgend findt.

Den Himmel hat er fein gebaut,
Der aller Menschen Herzen schaut.
Die Erd, die Berg und alles Land
Ist in seiner göttlichen Hand.

Sein ist das Meer, er hats gemacht,
Und was die Erd für Frücht hat bracht.
Erkennet, daß er ist der Herr,
Laßt uns all dienen seiner Ehr.

Kommt laßt uns knieen früh und spat,
Denn der Herr uns erschaffen hat.
Wir sind sein Schaf und seine Leut,
Er führt uns recht auf guter Weid.

Sehr unser Heiland Jesus Christ,
Der in der armen Krippen ist,
Ist unser König unverrückt,
Sein Reich gar herrlich hat geschmückt.

Vom End zu End sein Wort ausbreit,
Das soll bestehn in Ewigkeit,
Gleich wie du selber ewig bist,
O zartes Kind Herr Jesu Christ.

Deß freuet sich das Erdreich ganz,
Die Inseln sehen neuen Glanz.
Er thut Wunder, giebt Grechtigkeit,
Erlöst vom Tod und allem Leid.

Gott Vater an sein Gnad hat dacht
Und den Heiland herfürgebracht.
Christus der ewig Gottessohn
Ist unser Bruder worden nun.

Er steht in seiner Christenheit,
Da lebt man seiner Grechtigkeit,
Ganz herrlich, prächtig und mit Freud,
Andächtig wider alles Leid.

Dawider trotzt das höllisch Heer
Und brauset gräulich wie das Meer.
Daß ein Theil stracks sein Lehr vernicht,
Blutig das andre gegen ficht.

Doch Er sitzt hoch in seinem Thron
Und läßt sein Wort stets fürder gehn.
Er macht uns heilig fromm gerecht,
Er thut seins Vaters Willen recht.

So ihr nun hört sein Stimme heut,
So folget ihm als fromme Leut,
Verstocket ja nicht euer Herz
Und wendet euch nicht hinterwärts.

Folget des heilgen Geistes Sinn,
Hasset das Arg und liebet ihn.
Bei seiner Lehr bleibt immerdar,
So soll euch schaden kein Gefahr.

Ihr Grechten freut euch, danket Gott,
Der euch sein Sohn geschenket hat.
Nehmt euch nur keinen andern für,
Er ist allein der Gnaden Thür.

Ach Herr, du bist mein treuer Gott,
Vergiebst all Sünd und Missethat.
Ach Jesu Christ du süßer Hort,
Sei uns gnädig allhie und dort.

Du werthes Licht, komm in mein Herz,
Laß mich dein sein, still allen Schmerz.
Gieb Stärk und mehr des Glaubens Trost,
Herr Christ, du hast mich ja erlöst.

Nun freu sich alle Christenheit,
Gotts Sohn ist unsre Grechtigkeit,
Ja unser Fleisch, Blut, Haut und Bein,
Trotz allen Teufeln insgemein.

Amen, das giebst du liebes Kind,
Daß wir nun deine Brüder sind.
Dir sei Lob, Preis und Ehr allein,
Herzallerliebstes Jesulein. Amen.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Ein Kind von einer Jungfrau zart

Weihnachtslied aus Jesaja 9.

Nach eigener Melodie

Ein Kind von einer Jungfrau zart
Uns Alln zu gut geboren ward.
Der Sohn des Vaters Ebenbild
Ist uns gegebn aus Gnaden mild.
Sein Herrschaft auf der Schulter sein
Hat er und alle Freiheit fein,
Dadurch er alles überwindt,
Die Höll, Tod, Teufel und die Sünd
Und was den Seinen schaden kann,
Hat er alles gar abgethan.

Sein Nam ist hoch voll Ruhm und Ehr,
Wunderbar wird er genennet sehr;
Denn er ist wahrer Mensch und Gott.
Und hilft uns frei aus aller Noth.
Wunderbar ist sein Amt und Reich,
Das bleibt allhie und dort zugleich,
Er giebt uns allen guten Rath,
Sein Wort erfüllt er mit der That,
Und steht uns bei und sagt uns fein
Wie wir sollen gesinnet sein.

Er ist des Vaters Lust und Freud,
Durch ihn wird Alles erhalten heut.
Er heißet Kraft und starker Gott,
Der Alls in seinen Händen hat.
Und wie er ist des Vaters Kraft,
Also er uns all Stärke schafft,
Und ist der Held, der uns bewacht,
Und uns mit Gnaden stets anlacht,
Er auch die Feind gefangen hat,
Den Teufel, Sünd, Höll, Welt und Tod.

Er ist der ewig Vater gut,
Der uns stets hält in seiner Hut.
Wie ein Vater den Kindern ist,
Also ist er zu aller Frist.
Giebt Leben und Gerechtigkeit,
Heiligen Geist und Seligkeit.
Er ist der Friedfürst auserkorn,
Ohn den wir sonst wärn all verlorn.
Durch ihn liebt uns der Vater groß,
Wir sitzen nun in seinem Schoß.

Deß solln wir billig danken Gott,
Der uns sein Sohn gegeben hat.
Und hat so sehr das menschlich Geschlecht
Geliebet nur aus Gnaden schlecht,
Daß er seins Sohns verschonet nicht,
Ließ ihn werden veracht, vernicht,
Geschmäht, getödt, sterben, vergehn,
Daß wir an ihm solln auferstehn.
Nun ist er raus aus aller Noth.
So danken wir dem lieben Gott. Amen.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Wir danken dir, Herr Jesu Christ

Wider die Rottengeister und falschen Lehrer.

Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort.

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Daß du unser Haupt worden bist,
Hilf daß wir folgen deiner Lehr
Und suchen sonst kein Heiland mehr.

Ach Gott, es geht gar übel zu,
Auf dieser Erd ist keine Ruh;
Viel Secten und groß Schwärmerei
Auf einem Haufen kommt herbei.

Herr Jesu Christ, dein ist die Ehr,
Erhalt dein Wort und heilsam Lehr.
Erweis dein Majestät und Thron,
O Gottes und Marien Sohn.

Straf doch der losen Schwätzer Tand,
Die binden wolln dein rechte Hand,
Daß alle Welt erkenne dich
Und ehr dein Namen ewiglich.

Selneccer – Himmelfahrt