Greiter, Matthäus – Psalm. CXIIII. In exitu Israel de Egypto. (Da Israel auß Egypten zoch)

Da Israel auß Egypten zoch
und da das hawß Jacob dannen flock
von disem frembden volcke,
Da war Juda yetz sein hailigthumb
und Israel auch sein herrschafft frumb
under des hymels wolcke.
Das Mör sach das und floch zuhand,
der Jordan sich zu rucken wand,
die berg die sprangen auch daher
in alle höch wie die Wider;
die bühel wie die jungen Schaff
erfrewten sich in solchem lauff.
Alleluia, Alleluia!

Was war dir, mör, das du also flochst,
und du, Jordan, das du zrucken zochst,
da Israel thet kommen?
Ir berg, da jr sprungen wie Wider,
jr bühel, wie junge schaff daher,
also hond wir vernommen?
Vor dem Herren dem gwaltigen,
vor Got Jacob Almechtigen
webet die gantzen erde schon!
der die felsen verwandlen kan
in wasser, so zerfliessen thut,
und stain in wasserbrunnen gut!
Alleluia, Alleluia!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Greiter, Matthäus – Psalm. CXV. Non nobis, domine, non nobis.

(Aus der „Form und ordnung Gaystlicher Gesang und Psalmen rc.“ von 1533. Blatt lxxx.. Findet sich auch schon in der ersten Ausgabe von 1531.)

NIt uns, nit unns, O ewiger Herr,
sonder deinem namen gib die ehr
und deiner gut und trewe!
Warumb solt wir sein der Haiden spott,
das sy sprechen: wa ist nun jr Gott?
das müßt uns all gerewen.
Dann unser Gott im hymel ist,
er machet als, was jn gelüst,
so jener Götzen gschnitzet send
auß Silber, Gold, von menschen hend,
sy haben meüler und reden nicht,
hend augen und doch kain gesicht.
Alleluia, Alleluia!

Sy haben oren und hörend nicht,
hond nasen auch und doch kain geriech,
ist jn ain grosser feele;
Sy haben auch hend und greyffen nit,
sy haben füß, gehen doch kain tritt,
kain red in jren keelen.
Die solch machen, seind auch also
und die auff sy auch hoffen do!
doch Israel und auch Aron
und die den Herren fürchten thon,
die hoffen auf den Herren milt,
der ist jr grosse hülff und schilt.
Alleluia, Alleluia!

Der Herr denckt an uns gnedigklich
unnd wirdt uns auch segnen ewigklich
mitt seinen hailgen gaben,
Wirt segnen das hauß Israel schon
und wirt auch segnen das hauß Aaron,
alle, die an jn glauben!
Er wirdt auch segnen alle die,
die Got den Herren fürchten hie,
sy seyen recht klain oder groß:
der Herr wirdt euch ain besser maß
zu disem segen zuhin thun
auf euch und ewer kinder schon.
Alleluia, Alleluia!

Ir seind, die der Herr gsegnet hat,
durch welchen himmel und erde stat
und alles, das darinnen;
Der himmel auß allen himmlen schon
ist ewig dem Herren underthon,
die erd der menschen kinder;
Die todten werden dir, O Herr,
kain lob verjehen nymmer mer,
noch die da faren in die still
hinunder biß zu jrem zil
wir aber seind zu lob berayt
dem Herren biß inn ewigkait.
Alleluia, Alleluia.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Greiter, Matthäus – Psalm. CXIX. Beati immaculati.

(Aus der „Form und ordnung Gaystlicher Gesang und Psalmen rc“ von 1533, Blatt xxiiij. Findet sich auch schon in der ersten Ausgabe von 1531)

ES seind doch selig alle, die
im rechten glauben wandlen hie,
im gsatze Gottes Herren!
Sy seind doch selig alle sampt,
die sein zeügknuß vor augen hond,
von hertzen jr begeren!
Dann welches übelthäter seind,
die wandlen nit als Gottes kind,
auff seine weg nit halten.
Ach Herre Gott von hymelreich,
du hast gebotten fleyssigkleich,
ja deine bott zu halten!

O Got, das alles leben mein
gerichtet wurd nach gfallen dein,
zu halten deine rechte!
Dann wurd ich nit zu schanden gan,
wann ich gantz fleyssig schawet an
deine gebott all schlechte.
So danck ich dir mit hertzligkait,
der ghricht deiner gerechtigkait,
die du mich lerst mit massen;
Dann deine recht ich halten wil,
mit deiner gnad du zu mir eil,
thu mich nit gar verlassen!

Wa bessert nun ain jüngling zart
seinn weg, dann so er sich bewart
nach deinen worten allen?
Hab dich von gantzem hertzen mein
gesucht, O Herr: nit laß mich hin
von deinn gebotten fallen!
So hab ich doch die rede dein
verborgen inn mein hertz hinein,
das ich vor dir nit sünde.
Gebenedeyt du, Herre Got,
leer mich durch deine gut und gnad,
das ich dein rechte finde.

Nun hab ich mit den lefftzen mein
alle gericht des mundes dein
bekennet und erzölet;
Im weg deiner zeügknuß, O Herr,
mit lust zu wandlen hab ich mer
dann all reichtumb erwölet.
In deim beuelch red ich allain,
dann menschen gsatz seind gar nitt rayn:
ich schaw auff deine pfade;
Nach deinen rechten lust mich vil,
dein wort ich nit vergessen wil,
verleych mir du dein gnade!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Greiter, Matthäus – Psalm. CXIX. Retribue servo tuo.

(Aus der „Form und ordnung Gaystlicher Gesang und Psalmen rc.“ von 1533, Blatt xxx. Findet sich auch schon in der ersten Ausgabe von 1531.)

HIlff, Herre Got, dem deinen knecht,
auf das ich auch mög leben recht
und halten deine worte!
Thu auff mein augen, das ich sech,
das ich die grossen wunder spech
deins gsatz an allen orten!
Ich bin doch nur ain gast auff erd,
und bitt, das nit verborgen werd
vor mir deine gebotte;
Mein seel falt vor verlangen ab,
das ich nach deinn gerichten hab
allzeyt, O Herre Gotte!

Die stoltzen thust du schelten hie,
verfluchet seind auch alle, die
an deinn gebotten feelen.
Wend ab von mir all schand unnd schmach,
dann deiner zeügknuß kumm ich nach
und thu es nit verhelen.
Die fürsten raten wider mich,
aber dein knecht der übet sich
an deinen worten blossen;
So hab ich grossen lust zu hand
an dein zeügknussen allen sampt,
die seind meins radts genossen.

Mein seel klebt an dem staub der erd,
mach, das ich leb und selig werd
nach deinem wort ye mere!
Hab meine weg erzelen thon,
so hastu mir geantwurt schon,
dein rechte du mich lere!
Den rechten weg zayg du mir an
deines gehayß, so will ich dan
von deinen wundern sagen;
Mein seel vor angst erliget gar:
sterck mich in deinen worten klar,
Herr Gott, erhör mein klagen!

Den falschen weg nymm von mir hin,
verleich mir du die gnade dein
in deim gesetz zu leben!
Den waren weg hab ich erwölt
und hab in kain vergeß gestölt
deine gericht darneben.
Ich hang an deinen zeügnussen,
ich bitt, O herr, laß mich an den
nur nit zu schanden werden!
Ich lauff den weg deiner gebot,
du hast getröst, O Herre Got,
mein hertz allhie auff erden.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Greiter, Matthäus – Psalm. CXXV. Qui confidunt in domino

Nun welche hie jr hoffnung gar
auff Got den Herren legen,
Die bleiben steht unwanckerbar
und lond sich nit bewegen;
Ir glaub ist satt,
kain mangel hat,
von Gott hat er die stercke,
darumb spricht man:
sy werden bstan
gleych wie Zion der berge.

Dann umb die statt Hierusalem
da ist gar vil gebürge,
Damit der feynd kain zugang nem,
das er sy nit erwürge:
Also thut Gott
in aller not
sein glaubig volck umbgeben
und bey jm stan
von yetzund an
und biß ins ewig leben.

Got ist gerecht und alweg gut,
der wirt auch nit zu lassen
Der sünder und gottlosen rut
über die Gotsgenossen,
Auff das der ghrecht
nit werd geschmecht,
das er in sünd nit falle,
mit seiner hend
das doch Gott wend,
behütt die frummen alle.

O Herr, thu wol den frommen all,
die recht im glauben leben!
Die aber tretten in abfall
und sich in irrthumb geben,
Die wirt der Herr
verwerffen serr,
mit den sündern zerstören;
aber on fel
hab Israel
den friden Gottes Herren!