Carl Heinrich von Bogatzky – Biographie

Carl Heinrich von Bogatzky, geboren 7,9,1690 auf dem Rittergute Jankowe in Niederschlesien. Sein Vater war kaiserlicher Oberstlieutenant, und seine Mutter, eine geborne v. Kalkreuth, wie seine Großmutter, eine fleißige Beterin. Er genoss in seiner Jugend eine fromme Erziehung und kam als vierzehnjähriger Knabe als Page an den Hof zu Weißenfels. Hier las er während einer vierteljährigen Krankheit die ganze Bibel durch und fasste den Entschluss, hinfort sein Leben dem Dienste Gottes zu weihen und die Sünde zu meiden. Daher bereitete er sich zu Breslau auf die Universitätsstudien vor und bezog danach 1712 die Universität Jena, um sich den Rechtswissenschaften zu widmen, wo er so fleißig studierte, dass wohl in dieser Zeit der Grund zu seiner nachherigen Kränklichkeit und Schwachheit gelegt wurde. Auf den Rat seines Gönners des Grafen Reuß von Köstritz, Heinrichs XXIV., durch dessen Unterstützung er studieren konnte, reiste er nach Halle, um August Hermann Franke zu hören, und bald wurde er durch dessen Einfluss bestimmt, 1715 nach dort überzusiedeln, um Theologie zu studieren. Während dieser Zeit seines theologischen Studiums von 1716-1718 verfertigte er sein „güldenes Schatzkästlein“, das im Jahre 1718 zu Breslau erschien und eine Sammlung evangelischer Sprüche und Verheißungen enthielt, die schon vielen tausend Seelen eine rechte Herzerquickung und Herzstärkung geworden sind. Wegen seiner andauernden Kränklichkeit konnte er jedoch kein öffentliches Predigtamt annehmen; aber desto eifriger widmete er sich nun der Privatseelsorge und wirkte mit reichem Segen, namentlich auch in den höheren Ständen, auf Reisen, in Erbauungsstunden und durch Schriften. Nachdem er längere Zeit zu Glaucha in Schlesien, oft unter großer äußerer Not, da er alle seine Habe mit den Armen teilte, und nachmals seit 1734 in Saalfeld gelebt hatte, er 1746 in das hallesche Waisenhaus und war auch hier durch Abhaltung von regelmäßigen Erbauungsstunden für die Studierenden, sowie durch zahlreiche erbauliche Schriften für das Reich Gottes tätig. Seine letzte Schrift aus dem Jahre 1770 enthielt Gebete über das Schatzkästlein. Er starb im freudigen Aufsehen auf den Herrn am 15.6.1774.

Als Dichter verdient er große Anerkennung, und allenthalben weht uns aus seinen Liedern Geistesfeuer und Glaubenswärme an, obgleich sie öfter nicht volkstümlich genug und zu sehr in die alttestamentliche Bildersprache gekleidet sind. Sie erschienen seit 1725 erst einzeln zerstreut in seinen Erbauungsschriften, 1749 aber gesammelt unter dem Titel: „Übung der Gottseligkeit in allerlei geistlichen Liedern.“ Die dritte Auflage von 1771 enthielt 411 Lieder.