Simon Dach – Biographie

Simon Dach wurde 1605 zu Memel geboren und ging, nachdem er zuerst die Schule seiner Vaterstadt besucht hatte, im 14. Lebensjahre nach Königsberg und später nach Wittenberg und Magdeburg, um seine Schulstudien zu vollenden. Schon frühe zeigte er große Anlagen, namentlich für Musik, und widmete sich daher, als er auf der Universität zu Königsberg Theologie und Philologie studierte, ganz besonders auch dem Studium der Beredsamkeit und Dichtkunst, und wurde bald in letzterer ein Muster und Vorbild für ganz Preußen. Seine erste öffentliche Anstellung erhielt er 1633 als Kollaborator an der Domschule zu Königsberg. In dieser Zeit schloss er mit Robert Roberthin, dem Kurfürstlichen Rat bei der preußischen Regierung, der sich seiner besonders annahm und ihn ermunterte, sich der deutschen Dichtkunst zu widmen, sowie mit Heinrich Albert und einigen andern einen innigen Freundschaftsbund, wodurch sein Name in kurzer Zeit berühmt wurde. Dieser Bund war die sogenannte Königsberger Dichterschule, welche sich als eine besondere Zweigschule der ersten schlesischen Dichterschule bildete. Im Jahre 1636 wurde er Konrektor an der Domschule und 1639 Professor der Poesie an der dasigen Universität, nachdem er zuvor den großen Kurfürsten mit einem Gedichte begrüßt hatte. Von da ab stand er überhaupt in einem gewissen zutraulichen und herzlichen Verhältnisse zum Kurfürsten und besang alle seine Taten und Ereignisse seines Hauses. Auch erhielt er als Lohn für diese Lieder zum Preise des Kurfürsten und seines Hauses das Landgut Cuxheim zum Geschenk. Im Jahre 1640 wurde er Magister und 1649 sogar Rektor Magnificus der Universität. Nach Roberthins Tode 1648 bemächtigte sich seiner ein tiefer Ernst, so dass er von nun an sich ausschließlich dem geistlichen Liede widmete, während er früher mit anmutiger Leichtigkeit und naiver Treuherzigkeit sich auf dem Gebiete des weltlichen Liedes bewegt hatte. Er starb im Jahre 1659.

Die Zahl seiner geistlichen Lieder beläuft sich auf 150, die er meist bei bestimmten Veranlassungen, namentlich bei Sterbefällen angesehener und befreundeter Personen, dichtete. Sie zeichnen sich durch große Leichtigkeit der Sprache und Gefälligkeit des Ausdrucks aus und tragen das Gepräge natürlicher Herzlichkeit und frommer Innigkeit an sich. Sie erschienen teils in Heinrich Alberts „musikalischer Kürbishütte“, teils in den Königsberger Gesangbuchsausgaben, am vollständigsten in der vom Jahre 1690.