Unbekannt – Das fünfte Gloria

Lob Ehr und Preis im süßen Ton
Gott Vater hoch im Himmelsthron
Von Herzen sey gesungen;
Dem Heiland, Christo seinem Sohn,
Der lehr‘ uns seinen Willen thun.
So ist uns schon gelungen;
Dem Heiligen Geist desselben gleich,
Der stärk‘ in uns das Himmelreich
Und treib‘ uns recht zusammen,
Daß wir Christum den Gnaden schatz
Zum Heil finden in Gottes Gesatz.
Wer das begehrt, sprech‘ Amen.

Unbekannt – Kyrie Paschale, deutsch

(Aus dem Val. Bapstschen Gesangbuche von 1545, L Nro. LX.)

KYrie,
Gott, aller welt schöpffer und Vater,
Eleyson!
Christe,
war Gott und mensch geborn,
der du für uns trugest Gottes zorn,
Eleyson!

Kyrie,
Heiliger geist mit Vater und Son ein Gott,
Eleyson!
Kyrie,
hilff uns, das wir in solchem glauben rein
dich anbeten allein
und bleiben die diener dein.
Eleyson!

Selneccer, Nikolaus – Laß mich dein sein und bleiben

1. Lass mich Dein sein und bleiben,
Du treuer Gott und Herr,
von Dir laß mich nichts treiben,
halt mich bei Deiner Lehr.
Herr, lass mich nur nicht wanken,
gib mir Beständigkeit,
dafür will ich Dir danken
in alle Ewigkeit.

2. Herr Jesu Christ, mein Leben,
mein Heil und ein’ger Trost,
Dir tu ich mich ergeben,
Du hast mich teu’r erlöst.
Mit deinem Blutvergiessen,
mit großem Weh und Leid;
Laß mich des auch geniessen
zu meiner Seligkeit!

3. O Heil’ger Geist, mein Tröster,
mein Licht und teures Pfand,
laß mich Christ, mein’n Erlöser,
den ich im Glaub’n erkannt,
bis an mein End‘ bekennen,
stärk mich in letzter Not,
von dir laß mich nichts trennen,
gib einen sel’gen Tod!

Selneccer, Nikolaus – O Herre Gott, in meiner Not

O Herre Gott, in meiner Not
Ruf‘ ich zu dir! Du hilfest mir,
Mein Leib und Seel‘ ich dir befehl‘
In deine Händ‘. Dein’n Engel send‘,
Der mich bewahr‘, wenn ich hinfahr‘
Aus dieser Welt, wenn dir’s gefällt.

2. O Jesu Christ, gestorben bist
Am Kreuzesstamm, du Gotteslamm!
Dein‘ Wunden rot in aller Not,
Dein teures Blut komm‘ mir zugut,
Dein Leid’n und Sterb’n mach mich zum Erb’n
In deinem Reich, den Engeln gleich!

3. O Heil’ger Geist, ein Tröster heißt,
An meinem End‘ dein’n Trost mir send‘!
Verlaß mich nicht, wenn mich anficht
Des Teufels G’walt, des Tods Gestalt!
Mein höchster Hort, nach deinem Wort
Woll’st du mir geb’n das ew’ge Leb’n!

Spangenberg, Johannes – Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit

Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit,
Groß ist dein‘ Barmherzigkeit,
Aller Ding‘ ein Schöpfer und Regierer.
Eleison, eleison!

2. Christe, aller Welt Trost
Uns Sünder allein du hast erlöst.
O Jesu, Gottes Sohn,
Unser Mittler bist in dem höchsten Thron;
Zu dir schreien wir aus Herzensbegier:
Eleison, eleison!

3. Kyrie, Gott Heiliger Geist,
Tröst, stärk uns im Glauben allermeist,
Daß wir am letzten End‘
Fröhlich abscheiden aus diesem Elend.
Eleison, eleison! Amen.

Spitta, Carl Johann Philipp – Sehet, sehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt!

Sehet, sehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt!
Sehet, wie er voll Erbarmen über uns sein Antlitz neigt!
Seht, wie er das Allerbeste für das Allerschlechtste gibt,
seinen Sohn für unsre Sünden; sehet, seht, wie er uns liebt!

Sehet, sehet, welche Liebe unser Heiland zu uns trägt,
wie er alles für uns leidet, selbst, daß man ans Kreuz ihn schlägt,
wie er da auch noch den letzten Tropfen Bluts für uns vergießt!
Sehet, sehet, ob das nicht Liebe, namenlose Liebe ist!

Sehet, sehet, welche Liebe uns erzeigt der heilge Geist,
wie er auch den ärgsten Sünder gern zum Leben unterweist,
wie er strafend, lehrend, tröstend immer zu den Menschen spricht!
O wer priese solche große, dreifach große Liebe nicht!

Schiner, Matthys – Ein gsang zuo der heiligen Dryfaltigkeit.

(„Nüw gsangbüchle rc. Getruckt zuo Zürych by Christoffel Froschouer, Im Jar D. M. XL.“)

Zuom Vatter.

Zuo dir schry ich, gott vatter, Herr,
von anfang biß zu ende,
Begnade mich mit diner leer,
din göttlich kunst mir sende,
Dinr wyßheit solt ouch geben mir,
dinr sterck unnd krafft zuschicken,
zu tugend machen min begir,
und füren in den stricken,
Herr, diner lieb, das ich mich yeb
und läb nach dinem willen,
uff das ich müg on allen lug
din grechtigkeit erfüllen.

Zuo Gott dem Sun.

Herr JEsu Christ, den wäg leer mich,
zeig mir die rechten straasse,
Die richtig ist, ins himmelrych,
das ich falsch weg verlasse,
Und wandle, Herr, nach diner leer,
dinn fußtritt dir nachgange,
sunst nichts wil ich begeren mer,
dann das ich gnad erlange
Von dir, min Gott, der mich uß not
so thür hast söllen kouffen
mit dinem blut und wasser gut,
uß dinen wunden glouffen.

Zuo Gott dem Heiligen geist.

Heiliger geist, zu dir ich schry,
salb mich mit diner güte!
Din gnad mir leist und won mir by,
vor sünden mich behüte.
Uß diner krafft güß mir das yn,
uff das ich sicher wandle
und in dem gantzen läben min
gar wider dich nit handle,
Sunder das ich demütigklich
müg lyden hie uff erden
der welte zwang min läbenlang
und darnach sälig werden.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Rambach, Johann Jakob – Mein Schöpfer, steh mir bei

1. Mein Schöpfer, steh mir bei
Sei meines Lebens Licht!
Dein Auge leite mich,
Bis mir mein Auge bricht!
Hier leg‘ ich Herz und Glieder
Vor dir zum Opfer nieder;
Bestimme meine Kräfte
Für dich und dein Geschäfte!
Du willst, daß ich der Deine sei:
Mein Schöpfer, steh mir bei!

2. Mein Heiland, wasche mich
Durch dein so teures Blut,
Das alle Flecken tilgt
Und lauter Wunder tut!
Schließ die verirrte Seele
In deine Wundenhöhle,
Daß sie von Zorn und Sünde
Hier wahre Freiheit finde!
Ich bin verloren ohne dich:
Mein Heiland, wasche mich!

3. Mein Tröster, gib mir Kraft,
Wenn sich Versuchung zeigt!
Regiere meinen Geist,
Wenn er zur Welt sich neigt!
Lehr mich den Sohn erkennen,
Ihr meinen Herrn auch nennen,
Sein Gnadenwort verstehen,
Auf seinen Wegen gehen!
Du bist, der alles Gute schafft:
Mein Tröster, gib mir Kraft!

4. Gott Vater, Sohn und Geist,
Dir bin ich, was ich bin.
Ach, drücke selbst dein Bild
Recht tief in meinen Sinn!
Erwähle mein Gemüte
Zum Tempel deiner Güte,
Verkläre an mir Armen
Dein gnadenreich Erbarmen!
Wohl mir, wenn du der Meine heißt:
Gott Vater, Sohn und Geist!

Rambach, Johann Jakob – Ich bin getauft auf deinen Namen

1. Ich bin getauft auf deinen Namen,
Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist,
Ich bin gezählt zu deinem Samen,
Zum Volk, das dir geheiligt heißt,
Ich bin in Christum eingesenkt,
Ich bin mit seinem Geist beschenkt.

2. Du hast zu deinem Kind und Erben,
Mein lieber Vater, mich erklärt,
Du hast die Frucht von deinem Sterben,
Mein treuer Heiland, mir gewährt.
Du willst in aller Not und Pein,
O guter Geist, mein Tröster sein.

3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe,
Treu‘ und Gehorsam zugesagt,
Ich hab‘ aus deines Geistes Triebe
Dein Eigentum zu sein gewagt,
Hingegen sagt‘ ich bis ins Grab
Des Satans schnöden Werken ab.

4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite
Bleibt dieser Bund wohl feste stehn;
Wenn aber ich ihn überschreite,
So laß mich nicht verlorengehn!
Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an,
Wenn ich hab‘ einen Fall getan!

5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue
Leib, Seel‘ und Herz zum Opfer hin.
Erwecke mich zu neuer Treue
Und nimm Besitz von meinem Sinn;
Es sei in mir kein Tropfen Blut,
Der nicht, Herr, deinen Willen tut.

6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen,
Ich bleibe mit dir unvermengt.
Hier ist zwar ein befleckt Gewissen,
Jedoch mit Jesu Blut besprengt.
Weich, eitle Welt, du Sünde, weich,
Gott hört es, ich entsage euch.

7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken,
Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist!
Halt mich in deines Bundes Schranken,
Bis mich dein Wille sterben heißt!
So leb‘ ich dir, so sterb‘ ich dir,
So lob‘ ich dich dort für und für.

Luther, Martin – Der Du bist drei in Einigkeit

Der du bist drei in Einigkeit,
Ein wahrer Gott von Ewigkeit;
Die Sonn‘ mit dem Tag von uns weicht:
Laß leuchten uns dein göttlich Licht.

2. Des Morgens, Gott, dich loben wir,
Des Abends auch beten für dir,
Unser armes Lied rühmt dich
Jetzt und immer und ewiglich.

3. Gott Vater, dem sei ewig Ehr,
Gott Sohn der ist der einig‘ Herr,
Und dem Tröster heiligen Geist,
Von nun an bis in Ewigkeit.