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Schlagwort: Luther

unbekannt – Ein hubsch lied in Scheffers ton

unbekannt – Ein hubsch lied in Scheffers ton

O Herre got, ich ruff dich an,
thu der gerechtigkayt beystan,
Vnnd wendt vovn uns dein zoren:
wir seind verfurt worden!

Vnns hat verfurt die priesterschafft,
das wir so lanng waren behafft,
Wol durch ir falsche lere,
daran must wir vns kere.

Got hat ein münich außerkoren
wol in dem Augustiner orden
Dort in dem sachßner lande,
sagt münich vnd pfaffen ir schande.

Das sy so felschlich haben thon
vnd haben vverfürt den armen man
Mer dann vier hundert iare,
das glaubet fur ware.

Got mocht nit lenger sehen zu,
Martinus Luter het kein ru,
Es mocht nit in im pleiben,
die warheyt wolt er schreiben.

Er schreibet noch auff disen tag,
ist münicht vnd pfaffen ein grosse klag
In alle weite lande,
das er in sagt ir schande.

Sy hettens geren vndertruckt,
die sach, die hat vns recht gelückt,
Man ist das hinder kommen,
es pringt in keinen frummen.

Der guldin schlicker, pabst genant,
hat dem Luter ain brieff gesant:
Er well in darein setzen,
wol in als sein leids ergetzen,

Wöll im geben sein bests bistum;
ich mein, der bapst sey selbs nit frum,
Das er vnns wil betriegen:
der Luter der thut nit liegen.

Solt der Luter geirret han,
sein leib het gemust daran
Zu Wurms auff dem tage,
man thet in falsch verklage.

Das theten die obseruanzer,
sy sind des endecrist vorlauffer
Gewest vil manche tage,
das thut man von im sage.

Martinus ist ain redlich man:
er wolt sich gern bescheiden lan
In alle seinen sachen,
ob man ims falsch künd machen.

Martinus pald sein antwurt gab,
er sprach: was ich geschriben hab,
Darbey wil ich beleibe,
solts kosten meinen leibe.

Der sel kund er mir nichts than,
got wirt der gerechtigkayt bey stan!
Vor fürsten vnd vor herren
der Luter bestund mit eren.

Der kockcelus von wendelstein,
ein dechet zu Franckfurt an dem Mein,
Der kam gen Wurms mit gire,
wolt mit dem Luter disputire.

Er stund vor im recht wie ein fraw;
Graff von Manßfeld gab im ein saw:
Doctor, was welt ir euch zeihen,
ir kumbt mit fantaseyen!

Der doctor must in truaren stan,
schendtlich must er ziehen darvon,
Zug wider haim zu lande,
er bestund in grossen schande.

All doctor waren im vil zu schlecht,
der Luter ist der armen knecht:
Das wol der lieb got walten,
hertzog Fridrich thut ob im halten.

Er helt ob im zu aller frist.
der pabst der ist der antecrist,
Er siecht im wol geleiche:
er verspert vns das himelreiche.

Das vns cristus eroffnet hat
mit seinem pitterlichen tod,
Dar von wil er vns wende;
ich hoff es hab ein ende.

Hertzog Fridrich, ein edler fürst,
nach der gerechtigkayt in durst
An alles wider streben:
got behut im lang sein leben,

Das er so fürstlich hat gethan,
vnd hat beshcützt den gelerten man
So gar an manschem orte,
er lert das götlich worte.

Das schwert fürt er an seiner hand,
das thut dem gulden schlicker ant,
Thut feintlich daran wuten:
got wöll hertzog Fridrich behuten.

Vor aller tirannischer schar,
ich main die grossen pfaffen zwar,
Vnnd die dar wider kriegen,
sy müssen ytzund all liegen.

Vnnd die das liedlin haben dicht,
got hat sy all in seiner pflicht:
Ir keiner wil sich nennen,
got wirt vns all wol kennen.

Ob er vnns nit erkenne wirt,
das selb ein yetlicher wol spirt,
Das wir weren verloren
vnd het mir karthauser ordern.

Hiemit sol es geendet sein,
das liedlin ist gezogen ein
In ein gemeine thone:
got wil vns allen lone.

Quelle: Quellangabe Glaubensstimme

Löffel, Konrad – Der Rosengarten der evangelischen Kirche.

Löffel, Konrad – Der Rosengarten der evangelischen Kirche.

Ain schon new lied in toller Melodey.
(Offenes Blatt in folio. Königl. Bibliothek zu Berlin.)

HIlff got im höchsten reyche,
gib uns dein innigkeit,
Dein gnad von uns nit weyche,
sich an die Christenheit!
O herr, thu unser walten,
erleücht die hertzen klar:
der glaub ist yetz gespalten,
das vorlang was verhalten
vil mehr dann tausent jar.

Erasmus, du vil werder,
got geb dir gnad und gunst,
Ein liecht auff diser erden,
erfaren hoher kunst!
Du hast trostlich erkecket
all Teütsche nation:
das uns lang was verdecket,
hast du wider auff gewecket,
ob aller kunst ein kron.

Martinus thut erwegen,
sich wagen in den streyt,
Zu wagenleyb und leben
durch glaub der Christenheit
Die warheit recht zu gründen
die hertzen alle sampt
dein feind durch hessig hunden
doch warde under wunden
dein schrifft durch neyder verdampt.

Merck, Carolus, dein jugent,
das sie nit werd versiert,
Das bey dir rechtlich tugent
und gots wort wert gespürt!
Behertz dein Christlich lere
der Teütschen nation,
dein seel bedenck hoch mere
thut weltlich prauch und eere
erlang die ewigen kron.

Lang zeyt seynd wir betrogen
mit manchem blowen dunst:
In teütsch land ist geflogen
der grund götlicher kunst!
O edler rosengarten
gibst uns ein siessen schmack
der hüpschen pluemelein zarten:
o herr, thu sein warten
all stund tag unde nacht!

Manich frücht im garten wachssen,
darinn leicht sonnen glantz,
Ein edler herr von Sachssen
hat jn mit lust gepflantzt;
Darinn da fliessen brunnen
lustig durch grund gegrünt:
den gibt die Gregisch zungen,
darausz all künst entsprüngen,
der jn begirlich tringt.

Im flusz ein gilgen schwebet,
auff erden kurtzen stil,
Ein siessen ruch sie gebet
und hat der bletlen vil:
Die gilg ist hoch zu breysen
dem edlen brunnen flusz
thut sich gantz grüntlich weysen,
der sich dar nach thut fleyssen,
den brunnen trinckt er mit lust.

Der gart in hoher tugent
ist witz und wort genant;
Manichplut in seiner jugent
würt götlich ler erkant;
Philippus, edle koste,
die gilg bist du geheldt:
thu dich teütsch land nit massen,
got würt dich nymmer lassen,
o edler kunst ein held!

Ob ich mich hoch thet fleyssen
altzeyt tag unde nacht,
Den garten hoch zu breyssen,
vernunfft ist vil zu schwach!
Doch will ich bedencken
zu lob manch delen blut
das lied mit frewd zu schencken,
zu eeren allen studenten:
o herr, halt sie in hut!

Der bösen duck
der frummen glück.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Sachs, Hans – Als man zelt fünffzehen hundert jar

Sachs, Hans – Als man zelt fünffzehen hundert jar

Als man zelt fünffzehen hundert jar
Und sechs und viertzig, gleich als war
Der sibenzehend im hornung,
Schwermütigkeit mein hertz durch drung
Und west doch selb nit, was mir was.
Gleich traurig auff mir selber saß,
Legt mich in den gedancken tieff
Und gleich im unmut groß entschlieff.

Mich daucht, ich wer in eynem tempel,
Erbawt nach sechsischem exempel,
Der war mit kertzen hell beleucht,
Mit edlem reuchwerck wol durchreucht.
Mitten da stund bedecket gar
Mit schwartzem tuch ein todtenpar.

Ob dieser par da hieng ein schildt,
Darinn ein rosen war gebild.
Mitten dardurch so gieng ein creutz.
Ich dacht mir: Ach Gott, was bedeuts?
Erseufftzet darob traurigkleich.
Gedacht: Wie wenn die todten-leich
Doctor Martinus Luther wer?

Inn dem tratt auß dem chor daher
Ein weib in schnee-weissem gewand,
Theologia hoch genand.
Die stund hin zu der todten-par.
Sie wand ihr hend und raufft ir har,
Gar kläglich mit weynen durch brach,
Mit seufftzen sie anfieng und sprach:
Ach, das es müß erbarmen Got!
Ligst du denn yetz hie und bist tod?

O du trewer und küner heldt,
Von Gott, dem Herren, selb erwelt,
Für mich so ritterlich zu kempffn,
Mit Gottes wort mein feind zu dempffn,
Mit disputirn, schreybn und predigen,
Darmit du mich denn thetst erledigen
Auß meiner trübsal und gezwencknuß,
Meyner babylonischen gfencknuß,
Darinn ich lag so lange zeyt
Biß schier inn die vergessenheyt
Von mein feinden in hertzen leyd,
Von den mir mein schnee-weisses kleyd
Vermayligt wurd schwartz und besudelt,
Zerrissen und scheutzlich zerhudelt,
Die mich auch hin und wider zogen,
Zerkrüppelten, krümbten und bogen!

Ich wurd geradprecht, zwickt und zwagt,
Verwundt, gemartert und geplagt
Durch ir gotlose menschen lehr,
Das man mich kaum kund kennen mehr.
Ich galt endtlich gar nichts bey in,
Biß ich durch dich erledigt bin,
Du thewrer held, auß Gottes gnadn,
Da du mich waschen thetst und badn
Und mir wider reynigst mein wat
Von iren lügen und unflat.

Mich thetst du auch heylen und salben,
Das ich gesund steh allenthalben,
Gantz hell und reyn, wie im anfang.
Darinn hast mich bemühet lang,
Mit schwerer arbeyt hart geplagt,
Dein leben offt darob gewagt,
Weil babst, bischöff, künig und fürsten
Gar sehr nach deinem blut was dürsten,
Dir hindter-dückisch nach gestelt.
Noch bist du als ein Gottes held
Blieben warhafft, trew und bestendig,
Durch kein gefar worden abwendig
Von wegen Gottes und auch mein.
Wer wirt nun mein verfechter sein,
Weyl du genummen hast ein end?
Wie wird ich werden so ellend?

Verlassen in der feinde mit?
Ich sprach zu ir: O fürcht dir nit,
du heylige! sey wolgemut!
Got hat dich selbs in seyner hut,
Der dir hat überflüssig geben
Vil treflich männer, so noch leben.
Die werden dich handhaben fein
Sampt der gantz christlichen gemeyn;
Der du bist worden klar bekand
Schir durchauß in gantz teutschem land.
Die all werden dich nicht verlassen,
Dich reyn behalten aller massen
On menschen lehr, wie du yetz bist.
Darwider hilfft kein gwalt noch list.
Dich sollen die pforten der hellen
Nicht überweltigen noch fellen.

Darumb so laß dein trawren sein,
Das doctor Martinus allein
Als ein uberwinder und siger,
Ein recht apostolischer krieger,
Der seynen kampff hie hat verbracht
Und brochen deiner feinde macht
Und ietz auß aller angst und not
Durch den milt barmhertzigen Got
Gefordert zu ewiger rhu!
Da helff uns Christus allen zu,
Da ewig freud uns aufferwachs
Nach dem elend! das wünscht Hans Sachs.

Rhegius, Urbanus – Verteutschung des Fasten Hymps zu diser zeit

Rhegius, Urbanus – Verteutschung des Fasten Hymps zu diser zeit

Christe qui lux

Christ, der du bist des liecht und tag,
des yetz uns Wittemberg vermag;
Glauben wir recht dem liechtes schein,
so Martin Luther fieret ein!

Wir bitten, herr, dein haylig gyet,
das sy uns Martin Luther bhiet,
Durch den du yetz an liecht hast bracht
des Bapsts gesetz, die finster macht.

Unnser augen yetz sehen clar
JEsum, der uns verborgen war
Durch falsche leer und menschen gschwetz
und auch durch Teüffelisch gesetz.

Herr, unnser schirmer sey und bleyb,
das Martin Luther noch frisch schreyb,
Den du erweckt hast unns zu gut,
des beut er dar sein leyb und blut.

Gedenck an uns, O got und herr,
seyt das du uns durch Christus leer
Offentlich macht den Entenchrist,
yetz mengklichem vor vor augen ist.

Wir schreyen yetz in diser qual:
o Herr, erleucht die heupter all,
Dir wider seynd dem gottes wort,
so loben sy dich hye und dort!

Gott vatter, sun, herr Jesu Christ,
hayliger gayst ain tröster ist
Yetz in gferlicher letsten zeyt
ich hoff, der Junstag sey nit weyt.

Nun hören wir yetz offentlich,
das der from hertzog Friderich
Das haylig grab erfunden hatt,
darinn das hayl der Christen statt.

O herr, so ryeffen wir dich an,
wöllest allen den bey gestan,
Die schützen, schirmen deim wort,
so loben sy dich hie und dort.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Hailmann, Ludwig – Ein schöner Neüwer Bergrayen (LObt Got jr frommen Christen,)

Hailmann, Ludwig – Ein schöner Neüwer Bergrayen (LObt Got jr frommen Christen,)

Getruckt zu Laugingen, durch Emanuel Saltzer, M. D. LXV

Wackernagel vermuthet, daß der von ihm gedruckte Text nach einem kl. Fol. Blatte der Berliner Bibliothek, schon 1517 gleich nach Ausgang der lutherischen Thesen gedruckt sei.

LObt Got jr frommen Christen,
freut euch unnd jubiliert:
Mit Dauid dem Psalmisten,
der vor der Arch hofiert.
Die Harpffen hört man klingen,
in Teutscher Nation,
darumb vil Christen tringen,
zum Euangelion.

Von Mitternacht ist kommen,
ein Euangelisch Mann:
Hat die Schrifft für genommen,
damit gezaiget an.
Das vil der frommen Christen,
bößlich betrogen seind,
durch falsche lehr der Sophisten
und jre Wäschel kindt.

Die jetzund grimig schreyen,
wenns auff d Cantzel stahn:
Mord uber die Ketzereye,
der Glaub will untergahn.
Des geweyhten wassers kraffte,
will niemands achten mehr,
darzu der Priesterschaffte
thut man kein zucht noch Ehr.

Wer glaubt des Luthers lehre,
ist ewigklich verdampt:
Dergleich unnd anders mehre,
schreyen sie unuerschampt.
Damit vil Christen treyben,
vom Euangelion,
die bey dem Scoto bleiben,
und seiner Opinion.

Ir Gsalbeten und Beschornen,
laßt ab vonn solchen thant:
Das recht habt jr verloren,
seyt gewarnet unnd ermannt:
Gott will jetz an euch straffen,
den Mord und grossen NEyd,
den jr mit seinen Schaffen
habt getriben lange zeyt.

Gar bald wirdt niderfallen,
Mammon der ewer Abgot.
Und euch Gottlosen allen,
zu schanden und zu spott.
Im ist durchs Luthers lere
genommen all sein macht,
wolt euch nit bekeren,
jhr werdt mit jhm verjagt.

Herr her jhr lieben Brüder,
all die recht Christen sein.
Zum Fendlein tracht ein jeder,
Ehr wolln wir legen ein.
Die Feind wolln wir angreiffen,
ich man das beschorne gschlecht,
Ich hör die Trummen und pfeyffen,
her her jhr lieben knecht.

Ein jeder soll auch hören,
wer unser Hauptman ist.
Der König aller Ehren,
unser Herr Jhesus Christ.
Der will uns helffen streyten
in aller angst und noth,
yetzt in den letzten zeyten
als er versprochen hat.

In Trummen unnd in pfeiffen
will Gott kein gfallen han
Zun waffen woll wir greiffen,
den harnisch legen an.
Den Paulus hat geschlagen,
in seiner Liberey,
Schilt, Helmm, Bantzer unnd kragen
ein Schwert ist auch darbey.

Laßt sie nun ienherhawen,
das arm Beschorn geschlecht.
Die auff jr werck fast bawen,
und auff jr Geistlich Recht.
Ir Gschütz hat nit woll troffen,
ist vil zu hoch gericht,
noch eins seind sie verhoffen,
es wird sie helffen nicht.

mit dem thund sie sich rüsten,
hab ich vernommen wol:
Der Bapst in Jares fristen,
ein Concilium halten soll.
Darinnen soll man sehen,
ob Luthers lehr sey war,
wie soll aber dem geschehen,
der nit erlebt das Jar.

Auff Christum soll er schawen,
der unser Hauptmann ist:
Auff seine Wort vertrawhen,
kein lug noch arge list.
An jm nie ward erfunden
auch kein betrieglichkeit,
wer Luther uberwunden,
würd mancher Sophist erfrewt.

Nym yetz also für gute,
du gesalbte geschmirbt Sect:
Gott halt in seiner hute,
all die er hat erweckt,
Durch Euangelisch lere,
vom schlaff der Gleyßnerey,
dem Glory, preiß und Ehre,
immer und Ewig sey.

Ihr fürsten und jhr Herren,
habt kein verdrieß daran:
Das wort Got helfft handhaben,
darzu den Christen man.
Gott wirdts euch widergelten,
in seinem höchsten Tron,
wen Seel und Leib sich scheiden
und müssen schnell dauon.

Gödeke, Karl – Elf Bücher deutscher Dichtung