Beruf’ne Seelen, schlafet nicht,
Zur Ewigkeit steht aufgericht’t.
Wir wandeln nur im Schatten hier,
Was träumen wir,
Und zärteln unser träges Tier?
Legt ab die Last, und was euch hält,
Lust, Gunst und Umgang dieser Welt,
Geht aus Natur und Eigenheit.
Seid stets bereit;
Der Bräut’gam kommt, er ist nicht weit.
Wir wollen ihm entgegen geh’n,
Und, was hier stehet, lassen steh’n.
Nehmt seinen Ruf im Geiste wahr,
Hier wird er gar
Den reinen Herzen offenbar.
Bleibt eingekehrt, da man’s geneußt,
Und betet immerdar im Geist,
Dass man euch Zeit und Kraft nicht stehl‘;
Ach, sammelt Öl,
Jetzt, jetzt, damit euch’s dann nicht fehl‘.
Nun, ganz für Gott! dort gilt kein Schein;
Herr, flöß‘ uns Öl der Liebe ein,
Zu uns’res Lebens Treibgewicht
Und Seelenlicht,
Das auch im Tod verlösche nicht.
O Jesu, weck uns selber auf
Zum innig muntern Pilgerlauf:
Hilf wachen, beten, sterben nun,
Und nirgend’s ruh’n,
Bis du uns findest also tun.