Paul Flemming – Biographie

Paul Flemming, geboren 1609 zu Hartenstein im sächsischen Erzgebirge, besuchte die Fürstenschule zu Meißen und studierte in Leipzig Medizin. Hier gab er schon 1631 lateinische und deutsche Gedichte heraus. Der Kriegsunruhen wegen floh er jedoch 1633 nach Holstein und ging mit einer Gesandtschaft des Herzogs von Schleswig-Holstein nach Moskau, von wo er 1635 zurückkehrte. In demselben Jahre unternahm er eine zweite Gesandtschaftsreise nach Persien, die er, obwohl unter großen Mühen und Gefahren zu Wasser und zu Lande, bis 1639 glücklich zurücklegte. Doch hatte seine Gesundheit sehr gelitten, so dass er schon im folgenden Jahre 1640 zu Hamburg starb, wo er sich eben als Arzt niederlassen wollte, nachdem er zuvor mit großem Ruhme zu Leyden in Holland die medizinische Doktorwürde erhalten hatte.

Als Dichter hat er sich besonders der weltlichen Poesie gewidmet und nahm sich dabei Opitz zum Muster. In dessen Manier übersetzte er die Bußpsalmen und schrieb Klagelieder über das unschuldige Leiden und Sterben Christi in schleppenden Alexandrinern und geschmacklosen Bildern. Allein später kam er von dieser bloßen Reimerei zurück und dichtete, namentlich in der letzten Zeit, aus voller Seele und innerem Herzensdrange. Und das gilt im vollsten Maße von dem vorstehenden Liede, das ein herrliches Zeugnis seiner Glaubenskraft und gottseligen Gemütsstimmung ist.