Ludwig Helmbold wurde 1532 zu Mühlhausen in Thüringen geboren und erhielt daselbst auch seine erste Ausbildung. Im Jahre 1547 bezog er wohlvorgebildet die Universität Leipzig und zwei Jahre später die Universität Erfurt. Nach vollendeten Studien wurde er als Lehrer in seine Vaterstadt berufen, ging aber schon 1552 wieder nach Erfurt, wurde 1554 Magister der Künste und hielt nun Vorträge über die Dichtkunst. Im Jahre 1562 wurde er als Konrektor an der neugegründeten Augustinerschule zu Erfurt angestellt und neun Jahre später, nachdem er das Jahr zuvor um der Verfolgungen der katholischen Partei willen sein Lehramt hatte niederlegen und Erfurt verlassen müssen, als Diakonus an der Liebfrauenkirche in Mühlhausen. In dieser Stellung wirkte er 15 Jahre lang mit großer Treue und echt evangelischem Geiste, so dass er 1586 zum Pastor und Superintendenten an der St. Blasiuskirche daselbst berufen wurde. Auch in diesem Amte ließ er nicht ab, mit großem Ernst für seine Gemeinde zu sorgen und suchte besonders auch unter den Geistlichen seines Sprengels dahin zu wirken, dass sie in Amt und Leben eine würdige Haltung bezeugten und fleißig forschten in der Wahrheit. Er starb 1598.
Die Dichtkunst, womit er schon als Knabe sich am liebsten beschäftigt hatte, war seine beständige Begleiterin durchs Leben und verließ ihn selbst auf dem Sterbebette nicht; denn auch aus dieser Zeit stammen noch so manche seiner Lieder und Verse. Er dichtete viel in Lateinischer Sprache; jedoch seit 1563 mehr in deutscher Sprache, und erhielt deshalb auch von seinen Zeitgenossen den Beinamen des deutschen Asaph. Vom Kaiser Maximilian II. hatte er bereits 1566 auf dem Reichstage zu Augsburg den Dichterlorbeer empfangen. Geistliche Lieder hat er überhaupt 300 hinterlassen, von denen 41 in kirchlichen Gebrauch kamen. Sie sind kernig und gehaltvoll und dabei einfach und anspruchslos, lassen aber doch bisweilen die Sprache eines Gelehrten und Lateiners erkennen.