Ringwaldt, Bartholomäus – Wend ab deinen Zorn, lieber Gott

1.) Wend ab deinen Zorn,
Lieber Gott, mit Gnaden
Und lass nicht wüten
Deine blut’gen Ruten,
Richt uns nicht streng
Nach unsern Missetaten
Sondern nach Güte!

2.) Denn so du wolltest
Nach Verdienst bestrafen,
Wer könnte deinen Zorn
Und Grimm ertragen?
All’s müsst‘ vergehen,
Was du hast geschaffen,
Vor deinen Plagen.

3.) Vergib, Herr, gnädig
Unsre großen Schulden,
Lass über das Recht
Deine Gnade walten,
Denn du pflegest
Zu schon‘ nach großer Hulde,
Uns zu erhalten.

4.) Sind wir doch arme
Würmlein, Staub und Erden
Mit Erbsünd‘, Schwachheit
Not und Tod beladen:
Warum sollten wir
Gar zu nichte werden
Im Zorn, ohn‘ Gnaden?

5.) Sieh an deines Sohns
Kreuz und bitter Leiden,
Der uns erlöset hat
Mit seinem Blute
Und eröffnen lassen
Sein Herz und Seiten,
Der Welt zu Gute.

6,) Darum, o Vater,
Lass uns nicht verderben,
Dein‘ Gnad‘ und Geist
Durch Christum wollst uns geben.
Mach‘ uns samt ihm
Des Himmelreiches Erben,
Mit dir zu leben.

Ringwaldt, Bartholomäus – Es baut, o Herr, auf dein Geheiß

1.) Es baut, o Herr, auf dein Geheiß
Der Menschen Hand die Erde,
Voll Hoffnung, dass ihr reger Fleiß
Von dir gesegnet werde.
Auf dein Versprechen trauen sie:
„Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh‘,
Solang du lebest, essen.“

2.) Noch immer traf dies Wort auch ein;
Gib ferner deinen Segen,
Dass Saat und Pflanzen wohl gedeihn,
Gib Sonnenschein und Regen.
Der Landmann baut umsonst das Land,
Wenn deine milde Vaterhand
Nicht seine Arbeit segnet.

3.) So kröne denn mit Fruchtbarkeit
Das Land nach deiner Güte,
Und wenn die Aussaat uns gedeiht,
O Vater, so verhüte,
Dass Frost und Sturm und Hagelschlag
Sie nicht zerstörend treffen mag,
Nicht Flut sie überschwemme.

4.) Wir traun auf dich,
O guter Gott, und lassen dich nur walten.
Du kennst am besten unsre Not,
Hast lange Haus gehalten.
So wirst du denn zu deinem Ruhm auch uns,
Dein Volk und Eigentum,
Noch ferner wohl versorgen.

Ringwaldt, Bartholomäus – Allein auf Gott setz dein Vertraun

1.) Allein auf Gott setz dein Vertraun,
Auf Menschenhilf‘ sollst du nicht bau’n,
Gott ist’s allein, der Glauben hält,
Sonst ist kein Glaub‘ mehr in der Welt.

2.) Bewahr dein Ehr‘, hüt‘ dich vor Schand,
Ehr‘ ist fürwahr dein höchstes Pfand,
Wirst du die Schanz einmal versehn,
So ist es um dein‘ Ehr‘ geschehn.

3.) Cläff‘ nicht zu viel, sondern hör mehr,
Das wird dir bringen Lob und Ehr‘.
Mit Schweigen sich verredt niemand,
Sprechen bringt mach’n in Sünd‘ und Schand‘.

4.) Dem Größern weich, acht dich gering,
Dass er dich nicht in Unglück bring‘,
Dem Kleinern auch kein unrecht tu,
So lebst du stets in Fried‘ und Ruh‘.

5.) Erheb‘ dich nicht mit stolzem Mut,
Wenn du bekommen hast groß‘ Gut,
Es ist dir nicht darum gegeben,
Dass du dich dadurch sollst erheben.

6.) Frömmigkeit lass gefallen dir
Viel mehr als Gold, das glaube mir.
Wenn Geld und Gut sich von dir scheidt,
So weicht doch nicht die Frömmigkeit.

7.) Gedenk der Arm’n zu jeder Frist,
Wenn du von Gott gesegnet bist,
Sonst dir das widerfahren kann,
Was Christus sagt vom reichen Mann.

8.) Hat jemand dir was Gut’s getan,
Da sollst du allzeit denken dran,
Es soll dir sein von Herzen Leid,
Wenn’s deinem Nächsten übel geht.

9.) In deiner Jugend sollst du dich
Zur Arbeit halten fleißiglich.
Danach gar schwer die Arbeit ist,
Wenn du zum Alter kommen bist.

10.) Kehr dich auch nicht an Jedermann,
Der dir vor Augen dienen kann:
Nicht alles geht von Herzensgrund,
Was schön und lieblich redt der Mund.

11.) Lass kein‘ Unfall verdrießen dich,
Wenn gleich das Glück geht hinter sich:
Anfang und Ende nicht gleich sein,
Wie solch’s oft gibt der Augenschein.

12.) Mäßig im Zorn sei allezeit,
Um klein‘ Ursach‘ erheb kein streit,
Durch Zorn das Herz so wird verblendt,
Dass man, was Recht ist, nicht erkennt.

13.) Nicht schäm dich, rat ich allermeist,
Dass man dich lehr‘, was du nicht weißt.
Wer etwas kann, den hält man Wert,
Den Ungeschickten niemand begehrt.

14.) O merk, wenn einer führt ein‘ Klag
Vor dir, so sollst du bald der Sach
Nicht glauben, auch nicht richten fort,
Sondern erst hör’n des Andern Wort.

15.) Pracht und Hoffart meid‘ überall,
Dass du nicht kommest gar zu Fall.
Mancher wär ein wohlhab’ner Mann,
Hätt‘ er Hoffart und Pracht gelahn.

16.) Quäl‘ dich in Kreuz und Trübsal nicht,
Setz nur auf Gott dein Zuversicht.
Es mögen dich viel fechten an,
Dem sei Trotz, der’s nicht lassen kann.

17.) Ruf Gott in allen Nöten an,
Er wird gewisslich bei dir stahn:
Er hilft ein’m jeden aus der Not,
Der nur nach seinem Willen tut.

18.) Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bos‘,
Die Welt ist falsch und sehr gottlos.
Willst du der Welt viel hangen an,
Ohn‘ Schad und Schand kommst nicht davon.

19.) Tracht stets nach dem, was Recht getan,
Ob’s gleich nicht lobet Jedermann,
Es kann’s doch keiner machen so,
Dass Jedermann’s gefallen tu.

20.) Verlass dich nicht auf irdisch‘ Ding,
All zeitlich Gut achte gering.
Darum der Mensch gar weißlich tut,
Der allein sucht das ew’ge Gut.

21.) Wenn jemand mit dir hadern will,
So rat ich, dass du schweigest still
Und ihm nicht helfest auf die Bahn,
Da er gern wollt‘ ein ursach‘ han‘.

22.) Xerxes verließ sich auf sein Heer,
Darüber ward er g’schlagen sehr.
Wenn du musst Krieg führ’n Gott vertrau,
Sonst allezeit den Frieden bau.

23.) Ye läng’r, je mehr kehr dich zu Gott,
Dass du nicht kriegst des Teufels Spott.
Der Mensch ein solchen Lohn wird han,
Wie er im Leben hat getan.

24.) Zier all‘ dein Tun mit Redlichkeit,
Bedenk zum End‘ den letzten B’scheid,
Denn vor getan und nach gedacht,
Hat manchen in groß‘ Leid gebracht.

Hermann, Nikolaus – Wir wollen singn ein‘ Lobgesang

1.) Wir wollen singn ein‘ Lobgesang
Christo, dem Herrn, zu Preis und Dank,
Der Sankt Johann vor ihm hersandt,
Durch ihn sein Zukunft macht bekannt.

2.) Die Buß‘ er predigt in der Wüst‘,
Euer Leben ihr bessern müsst,
Das Himmelreich kommt jetzt herbei,
Tut rechte Buß‘ ohn‘ Gleißnerei.

3.) Viel Volks in die Wüst‘ zu ihm lief,
Mit lauter Stimm‘ er schrie und rief:
Bessert das Leben, es ist Zeit,
Der rechte Richter ist nicht weit.

4.) Die Axt hat er an Baum gelegt,
Welcher kein‘ gute Früchte trägt,
Wird er ins Feuer werfen hin:
Drum seinen Weg bereitet ihm.

5.) Den Weizen wird er sammeln ein,
Die Auserwählten in sein‘ Scheun‘,
Die Gottlosen wird er wie Spreu
Verbrennen und wie Stroh und Heu.

6.) Die Schriftgelehrt’n schalt er gar sehr,
Die Gleißner wie die Pharisäer.
‚Ihr rühmt euch Kinder Abrahae
Und seid nichts desto frömmere.‘

7.) Man fragt ihn: Ob er Christus wär?
‚Ich bin’s nicht, bald wird kommen er.
Der lang vor mir gewesen ist,
Der Welt Heiland, der wahre Christ.‘

8.) Er zeigt ihn mit dem Finger sein,
Sprach: ‚Das ist Gottes Lämmelein,
Das trägt die Sünd‘ der ganzen Welt,
Sein Opfer Gott allein gefällt.

9.) Ich bin viel zu gering dazu,
Dass ich auflösen sollt sein‘ Schuh,
Taufen wird er mit Feu’r und Geist,
Wahrer Sohn Gott’s er ist und heißt.‘

10.) Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Dess‘ Vorläufer Johannes ist.
Hilf, dass wir folgen seiner Lehr‘,
So tun wir ihm sein‘ rechte Ehr‘.

Hermann, Nikolaus – Verzage nicht, o frommer Christ

1.) Verzage nicht, o frommer Christ,
Der du von Gott erschaffen bist,
Obgleich die Zeit ist schwere.
Vertrau du deinem lieben Gott,
Er ist’s, der dich ernähre.

2.) Hat er dir doch zu seiner Zeit
Im Augenblick dein Seel‘ und Leib,
Auch das natürlich‘ Leben
Ohn‘ all‘ dein Müh‘, Sorg‘ und Arbeit
Von Mutterleib gegeben.

3.) Dennoch nährt Gott die Vögelein,
Die für sich selbst nichts sammeln ein
Und in den Lüften schweben.
Sie säen nicht, sie ernten nicht,
Doch frist’t ihnen Gott das Leben.

4.) Was sind die klein‘ Waldvögelein,
Die uns zu gut erschaffen?
Sind wir doch gar viel besser,
Wie sollte Gott vergessen dein,
Weil du dich ihm verlässest?

5.) Sieh an die schönen Blümlein zart,
In weitem Feld an allem Ort
Wachsen aus Staub und Erden,
Die doch so bald in kurzer Fahrt
Zunichte müssen werden.

6.) Ob sie schon sind dahin gericht,
Dass sie nähen und spinnen nicht,
Doch schmückt sie Gott gar schöne,
So zart, dass ihnen nichts gebricht
An Tugend, Kraft und Zierde.

7.) Weil Gott kleidet das grüne Gras
Und ziert es schön über die Maß,
Das doch gar bald verdorret.
Wie vielmehr wird Gott uns das tun,
Dieweil er für uns sorget.

8.) Wie ein Vater für seinen Sohn,
Also wird Gott uns reichlich tun,
Wie uns Christus tut sagen.
Drum seid getrost, spricht Gottes Sohn
Und lasst die Heiden zagen.

9.) Wer ist, der seiner Läng‘ ein Ell‘,
Ob er gleich hätt‘ drum große Qual,
Mit Sorgen kann zusetzen?
Ob er gleich leid’t groß‘ Ungemach
Und kümmert sich im Herzen?

10.) Lass fahren, was nicht bleiben will,
Denn Gott, der Herr, nach seinem Ziel
Hat allbereits gemessen
Dein Teil, und wird dir’s geben wohl,
Er wird dein‘ nicht vergessen.

11.) Sprich nicht in Mangel und in Not:
Wo werden wir denn nehmen Brot,
Dass wir nicht Hunger leiden?
Wir haben gar ein klein‘ Vorrat,
Womit soll’n wir uns kleiden?

12.) Denn der himmlische Vater dein,
Der für uns trägt die Sorg‘ allein,
Weiß wohl, was wir bedürfen.
Sieh nur, dass du die Sorgen dein
Im Glaub’n auf ihn mögst werfen.

13.) Such erst sein Reich und G’rechtigkeit
Und sei in dem allzeit bereit,
Fleißig in allen Dingen.
So werden dir zur rechten Zeit
All‘ Sachen wohl gelingen.

14.) Wenn’s sich anließ, als wollte nu
Not, Mangel, Angst und auch dazu
Unglück mit Haufen kommen.
So lass dich’s nicht erschrecken nun,
Glaub‘ es wird sein dein Frommen.

15.) Wirst du nun alle deine Not
Im Leben dein, bis in den Tod,
Nach Gottes Will’n recht tragen,
Kommt Zeit, kommt Rat, der treue Gott
Wird dich nicht lass’n verzagen.

16.) Hilf, Helfer, hilf aus aller Not,
Bescher‘ uns auch das täglich Brot,
Hilf allen gläub’gen Leuten,
Die jetzo leiden Angst und Not
In diesen schweren Zeiten.

17.) Verlass uns nicht, Herr Jesu Christ,
Weil du auch arm gewesen bist
Und in Kummer so schwere,
So hilf uns auch zu jeder Frist,
An Leib und Seel‘ ernähre.

18.) Du gibst allhier auf dieser Welt,
Ein’m jeden nicht viel Gut und Geld,
Du weißt die rechten Maßen.
Jedoch wirst du, wenn dir’s gefällt
In keiner Not uns lassen.

19.) Denn Geld und Gut nicht allezeit
In Not, Angst und Gefährlichkeit
Den Menschen kann erfreuen,
Vielmehr an gut’m Gewissen leit‘,
Solches kann den Mut erneuen.

20.) Ein gut‘ Gewissen nimmt man mit sich,
Das glaubt ein Christ ganz sicherlich,
Wenn man scheidet von hinnen.
Sonst bleibt alles hinter sich,
Wenn wir das recht besinnen.

21.) Darum halt immer fest an Gott,
Es sei so groß, als woll‘, die Not,
Lass dir nichts Lieber’s werden.
Wer Gott vertraut, sich genügen lässt,
Der Reichste ist auf Erden.

22.) Wenn uns nun naht jetzund der Tod,
So tröst‘ du uns, o Herre Gott,
Um deines Sohnes Namen.
Hilf uns endlich aus aller Not
Durch Jesum Christum! Amen!

Hermann, Nikolaus – O heiligs Kreuz, daran Christus starb

1.) O heiligs Kreuz, daran Christus starb,
Und das Leben uns erwarb,
Singen wolln wir dein‘ Kampf und Streit,
Wie der Feind durch dich unten leit!
Dein Triumph, Sieg und Herrlichkeit
Rühmt man in der Welt weit und breit.

2.) Kein Wald hat auf dem ganzen Erdreich
Ein‘ Baum, der sich dir vergleich:
Du grünst und blühst lieblich und fein,
Holdselig deine Blätter sein,
Preisen muss man auch deine Zweig‘,
Kein Baum trägt Frücht‘ deinen gleich.

3.) O, wie gar ein‘ holdselige Last
An dei’m Stamm du getragen hast!
O, wie teuer sind deine Äst‘,
Dran sich Gottes Sohn hängen lässt,
Und seine Arm‘ an dir ausgespannt,
Dass alles zu sich zieh sein Hand!

4.) Da unser aller Vater Adam
Verführt wurd durchs Weib Evam,
Welche die Schlang‘ erstlich versucht
Und betrug durch des Baumes Frucht,
Dass sie sündigten wider Gott
Und fielen in sünd‘, Schand und Tod:

5.) Solch’s jammert die göttlich‘ Majestät
Und beschloss in ihrem Rat:
Der Schad‘, durch ein Baum verursacht,
Sollt am Baum werden wiederbracht
Und am Holz sollt werden gebüßt
All’s, was am Holz gesündigt ist.

6.) Also wollt‘ des Feindes Trug und List,
Dadurch der Mensch verführet ist,
Mit gleichem Maß und ‚Schwingigkeit
Vergelten die göttlich‘ Weisheit:
Die Arznei sollt den Ursprung ha’n,
Darum erstlich der Schad herkam!

7.) Als nun herbei kam die selige Zeit,
Bestimmt von der Dreifaltigkeit,
Wurd‘ vom Vater ins Fleisch gesandt
Sein Sohn der Welt zu ei’m Heiland,
Und ein Jungfräulein schwanger war
Und den Schöpfer der Welt gebar.

8.) Da wurd er, wie sonst ein Kindlein klein,
Gewickelt in Windelein.
Er wuchs und ging in Knechtsgestalt
Bis dass er dreißig Jahr wurd‘ alt,
Da wurd‘ sein‘ Gottheit offenbar
Durch sein‘ Wunden, Leben und Lehr‘.

9.) Als er nun sein Lauf vollendet hat‘,
Wurd‘ er durch den Hohen Rat
Geschlagen an des Kreuzes Stamm‘,
Wo er der Welt Sünd‘ auf sich nahm
Und bezahlt mit großer Geduld,
Was Adam und wir ha’n verschuld’t.

10.) Essig und Gall‘ ließ man in sein‘ Mund,
Ein Speer ihm sein Seit‘ verwundt,
Draus floss Wasser mit rotem Blut,
Das der Welt Sünd‘ abwaschen tut,
Dadurch wurd‘ durch seinen Tod
Mit dem Menschen versühnet Gott.

11.) O, du holdseliger Kreuzesstamm,
Der zu solchen Ehren kam,
Das du trugest der ganzen Welt
Einig’s Opfer und Lösegeld,
Und dich färbet mit seinem Blut
Das Lamm Gottes, das höchste Gut!

12.) Ehr sei Gott Vater im Himmels-Thron
Und Christo, sein’m einigen Sohn,
Samt dem heiligen Geist, der gleich ist
Gott Vater und dir, o Herr Christ,
Von nun an bis in Ewigkeit!
O, du heilge Dreifaltigkeit!

Hermann, Nikolaus – Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch

1.) Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch,
Es kam von seinem Thron,
Zu gründen unter uns sein Reich,
Herab des Höchsten Sohn.

2.) Er kam nach seines Vaters Rat
Mit Heil uns zu erfreun
Und uns ein Führer auf dem Pfad
Zur Ewigkeit zu sein.

3.) Er kam, durch seiner Wahrheit Macht
Zu Gott uns hinzuziehn.
Vor seinem Lichte muss die Nacht
Des Aberglaubens fliehn.

4.) Er lehrt uns jedes Unrecht scheun
Und gibt uns Kraft dazu.
Er schenket uns, wenn wir’s bereun,
Begnadigung und Ruh‘.

5.) Er bringt den Trost der bessern Welt
Vom Himmel uns herab.
Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt
Den frommen Geist kein Grab.

6.) Eröffnet ist uns nun die Tür
Zu seinem Himmelsreich.
O Christen, wie beglückt sind wir.
Lobt Gott, und freuet euch.

Hermann, Nikolaus – Halleluja, stimmt an ein Lied und preist des Himmels

1.) Halleluja, stimmt an ein Lied
Und preist des Himmels hohe Güt‘,
Springt, hüpft, frohlockt mit Freuden.
Da Christus aus dem Grabe steigt,
Und sich den Jüngern wieder zeigt,
Nach überstandnem Leiden:
Da der Siegherr
Triumphieret,
Jubilieret,
Da das Leben
Hat dem Tod Valet gegeben.

2.) O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Was kann uns jetzt die Hölle tun?
Der Teufel legt darnieder.
Die Sünde mag uns schrecken nicht
Mit Gottes strengen Zorngericht:
Hier ist schon Rat dawider.
Jesus Christus,
Jetzt erstanden,
Macht zu Schanden,
Was kann quälen
Und betrüben unsre Seelen.

3.) So bald der dritte Tag brach an,
Nachdem war dieser Gottesmann
In’s finstre Grab geleget,
Begab viel Wunderdinge sich,
Die Erde ward ganz kräftiglich
Des Morgens früh beweget.
Da sich plötzlich,
Gleichsam blitzend,
Niedersitzend,
Nicht ohn‘ Grauen,
Ließ ein Himmelsbote schauen.

4.) Die Grabeshüter wurden blass,
Wie dieser auf den Steinen saß,
Vor Angst und großem Schrecken.
Sie hielten allda keine Ruh‘
Und eilten nach der Stadt hinzu,
Den Handel zu entdecken.
Da sich kecklich
Die verkehrten
Schriftgelehrten
Solche Sachen
Unternahmen falsch zu machen.

5.) Triumph! Was tust du, lose Rott‘?
Du bringst dich selbst in Hohn und Spott,
Mit allen deinen Tücken!
Erst meinst du, durch die Hüter soll
Der Sachen sein geraten wohl,
Da dieses nicht will glücken,
Wie kein Grabstein,
wie kein Siegel
Hilft, noch Riegel,
Will durch Lügen
Endlich du die Welt betrügen?

6.) Triumph! Der Herr dringt durch den Stein,
Den Hütern lässt er’s Grab allein
Und zeigt sich der Marien.
Die, was sich hab begeben dar,
Der hochbetrübten Jüngerschar
Erzählet ohn‘ Verziehen.
Ferner schafft er,
Dass die Brüder
Hin und wieder
Oft ihn sehen,
Kund zu tun sein Auferstehen.

7.) Viktoria, da steht der Held,
Und zeiget sich der ganzen Welt,
Als einen Überwinder.
Der hat dem Krieg ein Loch gemacht
Und nun den Frieden wiederbracht‘
Zum Trost der armen Sünder.
Singet, springet,
lasset hören,
Gott zu Ehren,
Freud‘ und Wonne!
Jetzt, jetzt scheint uns die Gnadensonne.

8.) O, starker Simson , dessen Macht
Der Seelenfeind hat umgebracht
Und ihre Werk zerstöret.
Nimm gnädig an den Lobgesang,
Womit von uns du wirst zum Dank
Demütig jetzt verehret.
Großer Siegsherr,
Hier auf Erden,
Bis wir werden
Besser droben
Dermaleinst dich können loben.

Hermann, Nikolaus – Gesegnet sei uns dieser Tag

1.) Gesegnet sei uns dieser Tag,
Daran der Feind darnieder lag.
Der Herr, der Helden größter Held,
Hat ihn mit starkem Arm gefällt.

2.) Ja alles, alles, was uns droht,
Die Sünde, Elend, selbst den Tod
Hat überwunden Jesus Christ,
Als er vom Tod erstanden ist.

3.) Verschlossen in dem Grabe lag
Der Herr nur bis zum dritten Tag.
Und dann hält ihn des Grabes Schoß
Nicht weiter fest, er reißt sich los.

4.) Der Heiland siegt‘ und drang empor
Aus seiner Gruft. Der Tod verlor
Von nun an alle seine Macht.
Das Leben ist an’s Licht gebracht.

5.) Erlöst durch Gottes starke Hand,
Die unser Elend abgewandt,
Verehren wir den, welcher kam
Und unsre Lasten auf sich nahm.

6.) Was ist denn, das uns ferner droht,
Wenn wir dem göttlichen Gebot
Getreu sind und von Sünden rein,
Mit Eifer uns der Tugend weihn?

7.) Dann trifft das schreckliche Gericht
Der Sünde unsre Seele nicht.
Uns kommt des heilands teures Blut,
Das er für uns vergoss, zu gut.

8.) Dein Leiden, Herr, dein Tod und Grab
Drang uns die herbsten Tränen ab.
Doch dieser Tag, da du, o Herr,
Vom Tod erstandst, erfreut uns sehr.

9.) Drum, großer Sieger, singen wir
Ein jauzend Halleluja dir.
Dich preisen wir, o Jesu Christ!
Der du vom Tod erstanden bist.

Hermann, Nikolaus – Freuet euch, ihr lieben Christen

1.) Freuet euch, ihr lieben Christen,
Freuet euch von Herzen sehr,
Euch ist geboren Christus,
Recht gute neue Mär,
Es singen uns die Engel
Aus Gottes hohem Thron
Gar lieblich tun sie singen,
Fürwahr ein’n süßen Ton.

2.) Also tun sie uns singen:
Das Kindlein ist euch hold.
Es ist des Vaters Wille,
Der hat’s also gewollt.
Es ist euch dagegeben,
Dadurch ihr sollet han
Des Vaters Gunst und Segen,
Sein Gnad‘ ist aufgetan.

3.) Nicht lasset euch erschrecken
Sein klein‘ gering‘ Gestalt.
Was tut er drunter decken?
Sein mächtig‘ groß‘ Gewalt.
Er liegt dort in der Krippen
Im Elend, Jammer groß,
Doch ist er aller Ding‘ ein Herr,
Sein Herrschaft hat kein Maß.

4.) Tod, Teufel und die Hölle
Haben den Sieg verlorn.
Das Kindlein tut sie fällen,
Ganz nichts gilt jetzt ihr Zorn.
Ihr Macht, die ist gekränket,
Da ist kein Zweifel an,
Das Kindlein tut sie fällen,
Das sei euch kund getan.