Durchsuchen nach
Schlagwort: Ruf zur Umkehr

Juda, Leo – Klage Jesu zu dem Menschen, der aus eigenem Muthwillen verdammt wird

Juda, Leo – Klage Jesu zu dem Menschen, der aus eigenem Muthwillen verdammt wird

1522

Sagt an, ihr Menschen allgemein,
Die ihr doch habt von mir allein,
Daß reichlich ausfließt alles Gut,
So Himmel und Erd einschließen thut:
Was blendt euch? was bethört euch so,
Daß ihr das suchet anderswo,
Und nit in mir, der ich der Bronn
Und Ursprung bin, der euch auch gönn‘,
Ja gegentrag‘ euch Solches frei,
Damit euch kein Entschulden sei:
Was habt ihr Arbeit, groß‘ Unruh‘,
Kein Fried‘ kein stete Freud‘ dazu?
Was ficht euch an? was Muthwills Lust?
Was B’gierd‘ habt ihr? hang an umsust
Dem Schatten und dem falschen Wahn,
Da euch kein Nutz mag draus entstahn,
So ich allein die Seligkeit,
Und wahres Heil euch hab‘ bereit?
——————————————
Ein freudenreicher Freund bin ich,
Und dazu stet, theil selber mich
Und, was ich hab‘, mit meinem Fründ.
Wie? daß man doch so Wenig‘ findt,
Die solcher Freundschaft stellen nach
So ich aus Gunst, vergebens doch
Mein’s Reichthums Schatz geb‘ jedermann
Und niemand unbegabet lan?
Ich bin die Straß‘ und Weg allein,
Der alle Menschen gleich gemein
zum Himmel Führ‘; warum geh’n dann
So wenig Leut‘ auf dieser Bahn?
Die ewig‘ Wahrheit ich selbst bin,
Die allen Falsch und Trug treibt hin;
Wie ist das Volk denn so verblendt,
Daß mich so gar jetzt niemand kennt;
Wie sind die Menschen so bethort,
Daß sie nit glauben Gottes Wort?
Mein‘ Zusag‘ ich gar treulich halt‘,
Und hab‘ deß Macht und volle G’walt;
Wie sind denn das so thöricht‘ Leut‘,
Die mir mißtrauen allezeit?
——————————————
——————————————
G’neigt bin ich mit Erbärmd’gen dir,
Wie? daß du doch nit fliehst zu mir,
Als zu einer sichern freien Statt,
Da Sünd‘ und Schuld Verzeihung hat?
——————————————
——————————————
Darum, o Mensch, verläßt du mich,
Und führt in Tod dein‘ Blindheit dich,
Gib mir nit Schuld, klag mich nit an!
Du hast’S dir selbst muthwillig g’than;
Durch mich ist gar ganz nichts versumt.
Wirst du verdammt, dasselb‘ das kumt
Von deiner Bosheit, Muthwill groß;
Die Schuld auf keinen Andern stoß.
Denn was ist noch vorhand, das ich
Nit hab‘ gethan? Bericht deß mich!
So nun dein Herz ist härter viel
Als Marmorstein, und dich nit will
Bewegen solch inbrünst’ge Lieb‘
Die ich so überfließend üb‘
Allzeit gen dir, und dir mein‘ Güt‘
Nit weichen mag dein hartes g’müth;
So dich nit reizt gewisser Lohn,
Den ich dir dort bereitet schon;
So dich kein‘ Furcht der Hölle schreckt,
So dich kein‘ Scham, kein‘ Ehr‘ erweckt,
Ja, so dies All’s dich härter nur
Und noch verstockter macht, wodur
Ein Stahel und ein harter Stein
In Stücke würd‘ zerspalten klein;
Was soll ich väterlicher Gunst
Gen dir erzeigen fürder meh,
So du dich in das ew’ge Weh
Ganz willig und mit Muthwill gibst,
In dem du immer und ewig blibst?
Denn daß ich dich zur Seligkeit,
Die ich euch Allen hab‘ bereit’t,
Woll‘ zwingen wider deinen Will,
Ist meiner G’rechtigkeit zu viel,
So leidet’s Billigkeit gar nicht,
Auch all‘ Vernunft dawider ficht.

Hiller, Philipp Friedrich – Alle, die sich Menschen nennen

Hiller, Philipp Friedrich – Alle, die sich Menschen nennen

Mel.: Alles ist an Gottes Segen.

1.
Alle, die sich Menschen nennen, Lernet doch den Adel kennen, Den der Mensch von Jesu hat;
Jesus, als ein Kind geboren, Bracht’ uns wieder, was verloren, Ehre an der Schande Statt.

2.
Wie Er Menschheit angenommen, Wird Er zum Gericht auch kommen, Sichtbar als des Menschen Sohn;
Alles Auge wird Ihn sehen, Auch den Stich, am Kreuz geschehen, Herrlich auf des Vaters Thron.

3.
Lasset doch den Sohn uns küssen, Betet an zu Seinen Füßen, Dankt Ihm für den Ehrstand,
Glaubt Ihm, ehret Sein Befehlen, Liebt Ihn, laßt Ihm eure Seelen, Denn Sein Zorn ist bald entbrannt.

4.
Er macht los von Satans Ketten, Er kann von dem Tode retten, Er macht von der Sünde frei.
Haßt man Ihn, so ist kein Zweifel, Daß man noch ein Sklav’ vom Teufel, Noch ein Knecht der Sünde sei.

5.
Mach’ mein Herz zum Wappenschilde, Zier es, HErr, mit Deinem Bilde, Schreib’ ihm Deinen Namen ein;
Und zum Zeichen Deines Stammes Laß es roth im Blut des Lammes, Weiß in Deiner Unschuld sein.

6.
Lieber wär’ ich nie geboren, Als wenn ich als Mensch verloren Und ein Kind der Hölle bin!
Stell’ mich einst zu Deiner Rechten In der Zahl von Deinen Knechten, Ewig Dir zu dienen, hin!

Hiller, Philipp Friedrich – Sünder, kommt zu Christi Krippen

Hiller, Philipp Friedrich – Sünder, kommt zu Christi Krippen

Mel.: O Durchbrecher aller Bande.

1.
Sünder, kommt zu Christi Krippen, Seht, hier liegt der Menschensohn;
Von Ihm sang mit reinen Lippen Sein Prophet im Geiste schon,
Und der Engel frohe Schaaren Künden Sein Geburtsfest an.
Kommt, die wir verloren waren, Laßt uns seh’n, was Gott gethan.

2.
Gott sandt’ Seinen Sohn auf Erden, Der nahm Menschenfleisch an sich,
Daß wir Gottes Kinder werden. Froher Glaube, rühme dich!
Nunmehr gehen nicht verloren, Die in Christo Kinder sind.
Lieber wär’ ich nicht geboren, Als in Christo nicht ein Kind.

3.
Vater, der den Sohn gegeben, Dir sei Ehre für den Sohn.
Heiland, der uns kam zum Leben, Dir sei Dank auf Deinem Thron.
Führ’ des Vaters Wohlgefallen Bis zum Himmel an uns aus,
Da wir Kinder nicht nur lallen Von dem Lob in’s Vaters Haus.

Hiller, Philipp Friedrich – Tolle Menschen schämt doch euch!

Hiller, Philipp Friedrich – Tolle Menschen schämt doch euch!

Mel.: Gott sei Dank in aller Welt.

1.
Tolle Menschen schämt doch euch! Seid nicht Roß und Mäulern gleich.
Sieh’, der du vernünftig bist, Wie der HErr so freundlich ist.

2.
Seiner Sonne holdes Licht Glänzt dir in das Angesicht;
Jede Blume lacht dich an, Die Gott prächtig angethan.

3.
Höre, was dir in der Luft Zu dem Lob des Schöpfers ruft;
Wie die Saite lieblich klingt; Wie die Kehle reizend singt.

4.
Fühlest du, was sanft und zart; Schmeckst du, was von süßer Art;
Riecht dir etwas angenehm: Lobe Gott ob allem dem.

5.
Doch Er will nicht Gott allein, Er will auch dein Vater sein;
Sei Sein Kind, und sei erfreut Ueber Seiner Freundlichkeit.

6.
Lobe Gott nicht nur als Knecht, Nur in Christo lobt man recht,
Und wer glaubt, sieht einst im Licht Gottes freundlich Angesicht.

Gerhardt, Paul – Ist Ephraim nicht meine Kron

Gerhardt, Paul – Ist Ephraim nicht meine Kron

1. Ist Ephraim nicht meine Kron
Und meines Herzens Wonne,
Mein trautes Kind, mein treuer Sohn,
Mein Stern und meine Sonne,
Mein Augenlust, mein edle Blum,
Mein auserwähltes Eigentum
Und meiner Seelen Freude?

2. Ich höre seines Seufzens Stimm
Und hochbetrübtes Klagen:
Mein Gott hat mich, spricht Ephraim,
Gestraft und wohl geschlagen.
Er sucht mich heim mit harter Zucht,
Das ist mein Lohn, das ist die Frucht
Und Nutzen meiner Sünden.

3. Hör alle Welt! Ich bin getreu
Und halte mein Versprechen:
Was ich geredt, da bleibt es bei,
Mein Wort werd ich nicht brechen.
Das soll mein Ephaim gar bald
Erfahren und mich dergestalt
Recht aus dem Grund erkennen.

4. Ich denk noch wohl an meinen Eid,
Den ich geschworen habe,
Da ich, aus lauter Gütigkeit,
Mich ihm zu eigen gab;
Ich sprach: Du hast mein Herz erfüllt
Mit deiner Lieb, ich bin dein Schild
Und wills auch ewig bleiben.

5. Ich will mit meiner starken Hand
Dich als ein Vater führen,
Ich selbst will dich und auch dein Land
Aufs best und schönste zieren.
Und wirst du mir gehorsam sein,
So soll dich meines Segens Schein
Ohn alles End erfreuen.

6. Wo du dich aber bösem Rat
Wirst von mir wenden lassen,
So will ich deine Missetat
Heimsuchen, doch mit Maßen;
Und wenn du wieder kehrst zu mir,
So will ich wieder auch zu dir
Mich mit Erbarmen kehren.

7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim,
Sucht Gnad in meinen Armen,
Drum bricht mein Herze gegen ihm
Und muß mich sein erbarmen.
Der Unmut fällt mir mit Gewalt,
Mein Eingeweide hitzt und wallt
In treuer Lieb und Gnade.

8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir,
Bereuet eure Sünden
Und suchet Gnad an meiner Tür,
Ihr sollt sie reichlich finden!
Wer sich mit Ephraim bekehrt,
Wird auch mit Ephraim erhört
Und hier und dort getröstet.

Arndt, Ernst Moritz – Kommt her, ihr seid geladen

Arndt, Ernst Moritz – Kommt her, ihr seid geladen

Kommt her, ihr seid geladen,
der Heiland rufet euch,
der süße Herr der Gnaden,
an Huld und Liebe reich;
der Erd und Himmel lenkt,
will Gastmahl mit euch halten
und wunderbar gestalten
was er in Liebe schenkt.

Kommt her, verzagte Sünder,
und werft die Ängste weg;
kommt her, versöhnte Kinder,
hier ist der Liebesweg.
Empfangt die Himmelslust,
die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise
erquicket jede Brust.

Kommt her, betrübte Seelen,
die Not und Jammer drückt,
mit Gott euch zu vermählen,
der wunderbar beglückt.
Kommt, legt auf ewig ab
der Sünde bange Säumnis;
empfanget das Geheimnis,
das Gott vom Himmel gab.

O Wonne kranker Herzen,
die mir von oben kam!
Verwunden sind die Schmerzen,
getröstet ist der Gram.
Was von dem Himmel fleußt,
hat lieblich sich ergossen;
mein Herz ist gar durchflossen
vom süßen Liebesgeist.

Drum jauchze, meine Seele,
hell aus der Sündennacht!
Verkünde und erzähle
die tiefe Wundermacht,
die unermeßlich süß
ein Born der Liebe, quillet
und jeden Jammer stillet,
der fast verzweifeln ließ.

Drum jauchze, meine Seele,
drum jauchze deinem Herrn!
Verkünde und erzähle
die Gnade nah und fern,
den Wunderborn im Blut,
die selge Himmelsspeise,
die auf verborgne Weise
dir gibt das höchste Gut.

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“