Georg Weißel – O Tod, wo ist dein Stachel nun?

1) O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Wo ist dein Sieg, o Hölle?
Was kann uns jetzt der Teufel tun,
wie bös er sich auch stelle?1Wie grausam er sich stelle
Gott sei gedankt, der uns den Sieg
so herrlich hat nach diesem Krieg
aus Gnad und Gunst gegeben!2Durch Jesum Christ gegebenä

2) Wie wehrte sich die alte Schlang,3Wie sträubte sich die alte Schlang
als Christus mit ihr kämpfte!
die so mit List als Macht zudrang4Mit List und Macht sie auf ihn drang
damit er sie nicht dämpfte.5Jedennoch er sie dämpfte
die ihn oft in die fersen stach;6Ob sie ihn in die Fersen sticht
jedoch verlor sie ihre sach;,7So sieget sie doch darum nicht
der Kopf ward ihr zertreten.

3) Lebendig kommt der Herr herfür,8Lebendig Christus kommt herfür
und nimmt den Feind gefangen,
zerbricht der Hölle Schloss und Tür,
trägt weg den Raub mit Prangen.
Nichts hält in seinem Siegeslauf9Nichts ist, das in dem Sieges Lauf
den starken Helden Gottes auf,10Den starken Held kann halten auf
er ist der Überwinder.11Alls liegt da überwunden.

4) Des Todes Gift, der Höllen Pest
Ist unser Heiland worden.
Wenn Satan gleich noch ungern lässt
vom wüten, rauben, morden,
und, da er sonst nichts schaffen kann,
klagt tag und nacht, was wir getan:12Nur tag und nacht uns klaget an
so ist er doch verworfen.

5) Des Herren Rechte, die behält
den Sieg und ist erhöhet;
des Herren Rechte siehe! fällt,13des Herren Rechte mächtig fällt
was ihr entgegen stehet.
Tod, Teufel, Höll und alle Feind
die so von ihr gedämpfet seind,,14Durch Christi Sieg gedämpfet seind
dass kraftlos worden.15Ihr Zorn ist kraftlos worden.

6) Es war getötet Jesus Christ,
und sieh, er lebet wieder.
Weil nun das Haupt erstanden ist,
stehn wir auch auf, die Glieder.
Denn wer an Jesum Christum glaubt,16so jemand Christi Worten glaubt
bleibt nicht im Tod, als wie sein Haupt;17Im Tod und Grabe der nicht bleibt
er lebt, ob er gleich stirbet.

7) Wer täglich hier in wahrer Reu
mit Christo auferstehet,
ist dort vom andern Tode frei,
als der ihn nicht angehet.
Der Tod hat ferner keine Macht,18Genommen ist dem Tod die Macht
das Leben ist uns wiederbracht19Unschuld und Leben wiederbracht
und unvergänglichs Wesen.

8) Das ist die reiche Osterbeut,
der wir teilhaftig werden:
Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit
im Himmel und auf Erden.
Hier sind wir still und warten fort,
bis unser Leib wird ähnlich dort
Christi verklärtem Leibe.

9) Der alte Drach und seine Rott
hingegen wird zu schanden.
Erlegt ist er mit Schimpf und Spott,
da Christus auferstanden,
weil Christi Sieg der Glieder ist,20Des Hauptes Sieg der Glieder ist
drum kann mit aller Macht und List
Er ihnen nicht mehr schaden.21uns Satan nicht mehr schaden.

10) O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Wo ist dein Sieg, o Hölle?
Was kann uns jetzt der Teufel tun,
wie grausam er sich stelle?
Gott sei gedankt, der uns den Sieg
so herrlich hat in diesem Krieg
aus Gnad und Gunst gegeben!22Durch Jesum Christ gegeben.

Text: Georg Weissel (1644) ev. auch L. Laurentii nach anderen Quellen

Oettingischews Gesangbuch, 1769
Varianten aus dem Lübeckischen Gesang-Buch von 1726

unbekannt – Mein GOtt, obgleich dein weiser Rat

Mein GOtt, obgleich dein weiser Rat
Nach Adams Fall uns Sündern
Das Paradies verschlossen hat,
So gabst Du deinen Kindern
Doch wiederum ein Paradies
Aus Vaterhuld, und solches hieß
Der Garten deiner Kirche.

Derselben Grund soll Jesus sein,\\
Der liebte die Gemeine,\\
Und dass sie unbefleckt und rein\\
Ihm dargestellt erscheine,\\
Hat er, mein Gott, durch eignes Blut\\
Sich als sein Eigentum und Gut \\
Die Kirche selbst erworben.

Er sandt hierzu sein reines Wort \\
Und der Apostel Lehre \\
An jedes Volk, an jeden Ort,\\
Dass alle Welt es höre.\\
Wo nun die Gnadenmittel sind,\\
Wo man sie rein und lauter find’t,\\
Da ist die wahre Kirche.

Zwar stellt sich mancher Heuchler ein,
Als Unkraut bei dem Samen.
Er ist ein Christ, doch nur zum Schein,
Trägt ohne Kraft den Namen,
Ist nur der sichtbar’n Kirche Glied,
Doch ist ein großer Unterschied
Der unsichtbaren Kirche.

Denn da muss man in Werk und Tat
Den Christennamen weisen,
Das Wort, das uns berufen hat,
Muss man durch Werke preisen.
Wer GOttes Wahrheit lauter lehrt,
Durch Buße, Glauben, Leben ehrt,
Den liebt GOtt und die Kirche.

Die Kirche ist ein Himmelreich,
Ein Tempel ein Gebäude,
Dem Garten und dem Acker gleich,
Gibt eine Seelenweide.
An Christi Haupt ist sie der Leib,
Ist unsre Mutter, Christi Weib,
Ein Hochzeitsmahl, ein Weinberg.

Ach GOtt, befestige den Grund,
Den deine Gnade bauet.
Ach JEsu, stärke Du den Bund,
Der dich mit uns vertrauet.
Ach guter Geist, sei hoch gepreist,
Wir sind durch dich ein Leib und Geist
In deiner Kirche worden.

Gib Lehrer, welche stets dein Wort
Der Kirche lauter lehren,
Gib Hörer, die auch immerfort
Vollbringen, was sie hören.
Ach wehre selbst der Ketzerei,
Ach steure du der Heuchelei
Und allen Kirchenfeinden!

Doch müssen hier noch Rotten sein,
Womit die Kirche streitet,
So führ‘ uns in den Himmel ein,
Den JEsus uns bereitet.
Triumph, Lob, Ehre, Preis und Macht
Sei dort dem Lamm und GOtt gebracht,
Triumph, da siegt die Kirche.

Gefunden im Hannoverschen Kirchen-Gesangbuch o.J.