Carl Bernhard Garve – Lob des Wortes.

Wort von Gotteskraft, durch dich

Wird das Herz sich aufgeschlossen,

Und ein Feld eröffnet sich,

Wo dem Himmel Ernten sprossen.

Keiner Weltmacht kann gelingen,

Was Du hilfst in Kraft vollbringen.

 

  1. Selig, die an Gottes Wort

Geist und Herz so gern erquicken,

Und vom Baum, der nie verdorrt,

Blätter der Gesundheit pflücken,

Und in seinen Bergwerksgründen

Immer neue Schätze finden!

Carl Bernhard Garve – Dein Wort, o Herr! ist milder Thau

Dein Wort, o Herr! ist milder Thau

Für trostbedürft‘ge Seelen.

Laß keinem Pflänzchen deiner Au

Den Himmelsbalsam fehlen!

Erquickt durch ihn,

laß jedes blüh’n,

Und in der Zukunft Tagen

Dir Frucht und Saamen tragen.

 

  1. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert,

Ein Blitz, der Felsen splittert,

Ein Feuer, das im Herzen zehrt,

Und Mark und Bein erschüttert.

O laß dein Wort

Noch fort und fort

Der Sünde Macht zerscheitern

Und alle Herzen läutern!

 

  1. Dein Wort ist uns der Morgenstern

für unsre Pilgerreise.

Es führt auch Thoren hin zum Herrn,

Und macht die Einfalt weise.

Dein Himmelslicht

Verlösch‘ uns nicht;

Es leuch‘ in jede Seele,

Daß keine Dich verfehle!

Adolph Morahi – An deiner Rede will ich bleiben,

An deiner Rede will ich bleiben,

Du treuer Heiland Jesus Christ!

Und ob auch keiner d’ran verbliebe,

Ich weiß ja, was dein Wort mir ist;

Wie aus der Sünde tiefstem Jammer,

Wie aus des Todes finstrer Nacht,

Wie aus der Hölle Hast und Banden

Dein theures Wort mich frei gemacht.

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

D’rauf läßt sich’s bauen felsenfest;

Ich weiß ja, daß von deinen Worten

Du kein’s zur Erde fallen läßt.

Eh‘ sollen Berg und Hügel weichen,

Eh‘ stürzt der ganze Weltkreis ein,

Eh‘ auch das Kleinste deiner Worte,

Herr Jesu, unerfüllt wird sein!

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

Kein Wörtlein d’rin sei mir zu klein;

Das kleinste Wort aus deinem Munde

Muß größer als die Welt ja sein.

Du sprachst ein Wort und sie erstanden

Die Creaturen sonder Zahl;

Du sprichst ein Wort und Herzen schmelzen,

Die Härter sind, als Erz und Stahl.

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

Wie Kindlein an der Eltern Mund;

Ach, laß an deinem Wort mich hangen

So fest noch in der letztem Stund‘

Und nimm dann mit dem Kuß des Friedens

Zu Dir dein theu’r erkauftes Kind,

Dahin, wo ohne Wort Dich schauen,

Die deine rechten Jünger sind.

Adolf Patze – Psalm 1.

Wohl dem, der nicht wandelt

Nach Gottloser Rath,

Nicht in Lüsten wandelt

Auf der Sünder Pfad!

Wohl dem, der sich findet

Von den Spöttern fern,

Sel’ge Lust empfindet

Am Gesetz des Herrn!

 

  1. Wohl dem, der vom Worte

Redet Tag und Nacht,

Nicht am Sündenorte

Mit den Thoren lacht!

Der gleicht einem Baume,

Der gepflanzet steht,

Wo am Baches-Saume

Sanfte Kühlung weht.

 

  1. Frucht, die golden glänzet,

Schmückt so lieblich ihn,

Und sein Haupt umkränzet

Unverwelklich Grün.

All sein thätig Regen

Ist von Heil umweh’t;

Und der Herr gibt Segen,

Daß es wohl geräth.

 

  1. Aber weh‘ Gottlosen!

Sie vergehn wie Spreu;

Denn des Glückes Rosen

Bleibt nicht lange treu.

Wie der Wind zerstreuet

Dürrer Wüste Staub,

Sind sie, wenn Gott dräuet,

Seines Zornes Raub.

 

  1. Nicht besteh’n die Sünder,

Wenn einst im Gericht

Ueber Erdenkinder

Gott den Stab nun bricht!

Und wo zu Gemeinen

Durch der Liebe Band

Sich Gerechte einen,

Werden sie verbannt.

 

  1. Der Gerechten Pfade

Sind dem Herrn bekannt,

Seine mächtige Gnade

Segnet ihre Hand;

Doch gottlosem Treiben

Hemmet Er die Bahn,

Schnell will Er zerstäuben

Ihres Stolzes Wahn!