David Hollaz – Es glänzen Immanuels blutige Wunden,

Es glänzen Immanuels blutige Wunden,
es glänzet des Bräutigams goldene Fluth!
darinnen wird’s Siegel des Lebens gefunden!
Den Weg zu der Gnade nur bahnet dies Blut.
O Freude für Sünder!
Blut macht sie zu Kinder;
die erst durch Gesetze des Tod’s sollen sterben,
die machet die Gnade zu göttlichen Erben.

Die Krone und Zierde der seligen Seelen
im Himmel bestehet im blutigen Glanz:
die Gnade geöffneter blutigen Höhlen,
die schenket den Sündern das Himmelreich ganz.
O Freude auf Erden!
was will denn dort werden?
Gibt dieß Blut den Sündern schon hier Seligkeiten;
denkt an das Gejauchze der ewigen Freuden!

Herz denn, ihr Sünder! ihr dürfts nicht bezahlen;
umsonst und aus Gnaden ist alles gethan!
Kommt, laßt eure Herzen mit Blute bemalen,
und zieht diesen Purpur im Glauben frisch an!
Zur Buße bequemen,
im Glauben Gnade nehmen,
das ist eures Jesu begierigster Wille!
Kommt, nehmet, so habt ihr die Fülle!

Glorwürdigster Jesu! Blutsbräut’gam der Frommen!
Gerechtigkeit bist du dem, der sich bekehrt,
laß jeden zu diesem Heilsbrunnen bald kommen,
der sich noch in eigenen Wirken verzehrt!
O Jesu! verkläre
dein Blut! ach! gewähre
uns unsere Bitte für all‘ deine Kinder.
Erhör uns für alle gebeugete Sünder!

So schütte vom Himmel den blutigen Regen
auf deine verderbten Geschöpfte herab;
wir bücken uns nieder, wir bitten um Segen,
daß unser so dürres Holf wieder sich lab‘.
Ach! komm und besprenge
Sünder die Menge
dein theures vollgültiges Gottesblut nieder:
So jauchzet die Erde, der Himmel schallt wieder.

David Hollaz – Wir glauben, daß wir Sünder sind

wie Eines auf das Andere folgt.

Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend rc.

 Wir glauben, daß wir Sünder sind,
wir wollen uns nicht länger wehren!
Sünd, Welt, des Frommseins Ruhm und Ehren,
das werf’n wir dir zu Füßen g’schwind.

Wir nehmen Gnad, weil du’s gern gibst;
wir wollen uns nicht länger wehren;
wir danken dir mit Freudenzähren.
Nun glauben wir, daß du uns liebst.

Nun brennet unser ganzer Sinn,
mit Herzens-Lust und Freud zu wallen,
in deinen Liebeswegen allen:
nun ist’s nicht schwer mehr, wie vorhin.

Bei aller Gnade sind wir klein
und bleiben gern des Heiland’s Sünder,
gehören auch zur Zahl der Kinder,
und gehn im Glauben aus und ein.

So stehn wir fest bei Jesu Blut,
bei Seinem Kreuz! Wir kämpfen, siegen,
Sünd, Teufel, Welt muß unterliegen:
so steh’n wir fest und wohlgemuth.

So gehn wir unter Jesu Fahn
mit so viel tausend tausend Frommen,
wir werden ewig aufgenommen.
Seid treu, es geht gen Himmel an!

John Hooper – Trag willig in dem Ungemach

Trag willig in dem Ungemach
Mit Christus Kreuz und Qualen
Er kann und will es tausendfach
Mit Freuden dir bezahlen.

Dein Herz erschrecke nicht in Not
Hisse das Segel, steig ins Boot
Mach dich bereit
Und sei gewiß, du kommst dort an
Im ewig sichern Hafen dann Für allezeit.

Fürcht nicht den Tod, nicht Spott noch Schand
Gott sei und bleib dein ein’ger Trost
Der fordert’s Blut von ihrer Hand.

Du weißt, daß du einst sterben muß
So magst den Leib du geben
Tod ist nicht Tod – nein,
Eingang in das Leben.

Halt mutig ausgedrückt:
Wenn die Tyrannen droh’n mit Mord,
Dein Kompaß, der ist Gottes Wort
Es geht nach Haus!

Conrad Hubert – Ein Betlied zu Gott um Glauben, Liebe und Erkenntnis

 

(„Ein New Auserlesen Gesangbüchlein rc. Getruckt zuo Strasburg bey Wolffgang Köphl. M.D.XLVII. in 8°. Blatt 112)

O GOT, du Höchster gnaden hort,
verleih, das uns dein göttlich Wort
Von ohren so zu hertzen dring,
das es sein kraft und schein verbring.

Der einig Glaub ist dise krafft,
der steiff an JEsu Christ behafft;
Die werck der Lieb seind diser schein,
dadurch wir Christi jünger seind.

Verschaff bei uns auch, lieber HERr,
das wir durch deinen Geist je mehr
In deinr erkantnüs nemen zu
und entlich bei Dir finden ruw.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer