Siegmund von Birken – Biographie

Birken, Sigmund v. (Betulius), stammte aus dem zu seiner Zeit noch meist protestantischen Böhmen, in welchem Österreich die evangelische Lehre bekanntlich unterdrückt hat. Er ist der Sohn eines Geistlichen, geboren zu Wildenstein bei Eger am 25. April 1626. In der zartesten Kindheit musste er mit seinem Vater, der Religion wegen, fliehen, kam nach Nürnberg und besuchte das Gymnasium zu Sct. Ägidien. Dann wollte er sich zu Jena dem Studium der Rechte widmen, wendete sich aber, auf Bitten seines Vaters, dem geistlichen Stande zu. Durch den Nürnberger Harsdörfer, der ihn seiner Dichtergaben wegen liebte, wurde er 1644 unter dem Namen Florian in den peguesischen Blumen-Orden1Der Patrizier und Ratsherr G. Ph. v. Harsdörfer, und der gekrönte Dichter und Pfarrer J. Klai haben diesen Orden 1644 gestiftet,, einen Verein für Poesie und Sprachbildung zu Nürnberg, der noch besteht, aufgenommen, wurde dessen Vorstand, und trat 1658 auch in den größeren, ähnlichen Verein der fruchtbringenden Gesellschaft ein. Nachdem er von 1645 an Informator zweier Wolfenbüttlischer Herzoge und einer Mecklenburgischen Prinzessin zu Danneberg gewesen war, beehrte ihn Kaiser Ferdinand 1654, wegen eines gut aufgeführten Schauspieles in Nürnberg, mit seinem kaiserlichen Bilde an einer goldenen Kette. Dann wurde er 1679 in die Akademie zu Padua aufgenommen und endlich kaiserlicher adelicher Hof- und Pfalzgraf, so wie gekrönter Poet. Auf Piccolominis Auftrag war er Festordner, Redner und Dichter beim westphälischen Friedensfestmahle 1650 zu Nürnberg. Er starb, 55 Jahre alt, am 12. Juni 1681 zu Nürnberg. Aus mehreren seiner Werke sind 52 Lieder in verschiedenen Gesangbüchern aufgenommen worden. Auf seiner Flucht ans Böhmen fand der Knabe ein Blättchen Papier, auf welchem das Vater-unser stand, und worin ein Pfennig eingewickelt war, und reichte dies seinem unruh- und sorgenvollen Vater zu dessen großen Beschämung und Glaubensstärkung, worauf sie voll Trostes weiter zogen.