Paul Eber – Biographie

Paul Eber wurde 1511 zu Kitzingen in Franken von armen, aber rechtschaffenen Eltern geboren, und ob er gleich von Gestalt infolge eines früheren Unglücksfalles klein und verwachsen war, so war er doch an Geist desto größer und stärker. Darum ließen sich’s auch seine Eltern gern ein Opfer kosten und schickten ihn zuerst seit 1523 auf das Gymnasium zu Ansbach und dann seit 1525 auf die Schule zu Nürnberg, wo Joachim Camerarius sein Lehrer war und den Grund zu seiner Bildung legte. Nach sieben Jahren begab er sich nach Wittenberg, um hier unter Luthersund Melanchthons Leitung in dem reinen Lichte des göttlichen Wortes zu wandeln. Er zeichnete sich durch Sittenreinheit und Kenntnisse aus und wurde daher 1537 selbst Lehrer an der Universität zu Wittenberg und Melanchthons vertrautester Freund. Im Jahre 1557 wurde er auch noch in den eigentlichen Kirchendienst berufen, da man ihn zum Schlossprediger und das Jahr darauf an Bugenhagens Stelle zum Stadtpfarrer von Wittenberg und Generalsuperintendenten des Kurfürstentums ernannte. In diesen Ämtern wirkte er unter dem sichtbaren Beistande und Segen Gottes mit der größten Umsicht und Treue bis zu seinem Tode im Jahre 1569. Von seinen Kindern wurde ihm ein in der Pfarrkirche zu Wittenberg noch vorhandenes Denkmal gesetzt, das zugleich ein sinniges Denkzeichen der Reformation ist. Es stellt den Weinberg Christi dar in zwei Abteilungen; links die Papisten, die den Weinberg jämmerlich zerwühlen, die Weinstöcke ausreißen, den Zaun zerbrechen, den Brunnen verschütten: rechts die Reformatoren mit ihren Gehilfen in wohlgetroffenen Bildnissen, wie sie den Weinberg getreulich anbauen, Luther, wie er mit der Hacke das Wüste um reutet, Melanchthon, der mit Joh. Förster Wasser aus dem Brunnen fördert, Bugenhagen und Cruciger, die Pfähle einschlagen, Paul Eber, der Reben anbindet. Eber hat überhaupt sieben Lieder hinterlassen, die sich schon bei seinen Lebzeiten einer allgemeinen Verbreitung erfreuten und als herrliche Zeugnisse der Innigkeit und Kraft seines Glaubens, sowie der Treue und Lauterkeit eines Bekenntnisses anzusehen sind.