Johann Frank wurde 1618 zu Guben in der Niederlausitz geboren, wo sein Vater Advokat und Ratsherr war. Nach dessen frühzeitigem Tode nahmen sich seine Anverwandten und Freunde des vaterlosen Waisen an und ließen ihn in den gelehrten Schulen zu Cottbus, Stettin und Thorn heranbilden, bis er im Jahre 1637 die Universität Königsberg bezog, um die Rechte zu studieren. Hier weckte Simon Dach, das Haupt der Königsberger Dichter, die ihm reichlich verliehene Dichtergabe, die denn auch Frank bis an sein Ende getreulich pflegte. Nach vollendeten Studien kehrte er nach Guben zurück und ließ sich dort als Rechtsanwalt nieder. Sehr bald erwarb er sich das allgemeine Vertrauen, so dass er 1648 Ratsherr, 1661 Bürgermeister und 1670 sogar Landesältester wurde. Er starb im Jahre 1677 und hat im ganzen 110 Lieder hinterlassen, die er, nebst seiner „Vater unser Harfe“ – 300 Bearbeitungen des Vaterunser nach bekannten Kirchenmelodien und anderen poetischen Arbeiten, in seinem geistlichen Sion“ vom Jahre 1674 erscheinen ließ.
Als Liederdichter nimmt Frank einen sehr hohen Rang ein und wird deshalb wohl nicht mit Unrecht dem Paul Gerhardt zur Seite gestellt, da seine Lieder ihrem inneren Gehalte nach den Gerhardtschen – am nächsten verwandt sind.