Luther, Martin – Jesus Christus, unser Heiland

Ein Lobgesang auf das Osterfest

1. Jesus Christus, unser Heiland,
Der den Tod überwand,
Ist auferstanden,
Die Sünd hat er gefangen.
Kyrieleison.

2. Der ohn Sünd war geborn,
Trug für uns Gottes Zorn,
Hat uns versöhnet,
Daß uns Gott sein Huld gönnet.
Kyrieleison.

3. Tod, Sünd, Leben und auch Gnad,
Alles in Händen er hat,
Er kann erretten
Alle, die zu ihm treten.
Kyrieleison.

Krummacher, Friedrich Adolf – Tod, wo ist Dein Stachel

Tod, wo ist dein Stachel,
Hölle, wo dein Sieg,
seit der Fürst des Lebens
aus dem Grabe stieg?
Nacht, wo ist dein Grauen,
dunkle Sterbensnacht,
seit der Ostermorgen
hell uns angelacht?

Mag auch zitternd brechen
dieses arme Herz –
unsre Seele schwingt sich
jauchzend himmelwärts!
Mag der Leib zerfallen
und im Staub vergehn –
einst verklärt unsterblich
wird er auferstehn.

Vor dem Auferstandnen
flieht der Zweifel Heer,
und es kann uns schrecken
kein Verwesen mehr!
Ja, wir schaun frohlockend
in die Gruft hinein,
gleich als sähn wir aufwärts
in den Sonnenschein!

Großer Ostermorgen,
wenn des Menschen Sohn
einst mit seinen Engeln
kommt vom Himmelsthron;
wenn die Saat, die heil’ge,
die das Grab bedeckt,
zu erneutem Leben
seine Stimme weckt!

Dann mit andern Zungen,
mit erhöhtem Klang,
werden Millionen
singen den Gesang:
Tod, wo ist dein Stachel,
Hölle, wo dein Sieg,
seit der Fürst des Lebens
aus dem Grabe stieg?

Heyden, Sebald – Von der Aufferstehung Christi.

(766 Geistliche Psalmen rc. Nürnberg M.DC.VII. in 8°, Seite 568.)

Christus, Gottes Sohn, unser HERR,
der durch unserer Sünden schwer
Nah kam biß in der Helle not,
der ist erstanden von dem Todt!
Alleluja.

Deß solln wir alle frölich seyn
und jhm Lobsngen in der Gemein,
Der unns seins Vatters Lieb unnd Gnad
durch sein Urstend versigelt hat.
Alleluja.

Denn wo Er nicht erstanden wer,
so hetten wir unns nimmermehr
Keins Heils wider den Todt getröst,
wern auch von Sünden nicht erlößt.
Alleluja.

Drumb Er uns mit so grossem fleiß
solch sein urstend in mannich weiß
Dur sich selbs unnd sein Engel klar
bezeuget hat gantz offenbar.
Alleluja.

Denn er biß an den dritten Tag
in Todes band begraben lag
Und nachmals mit Gewalt erstund,
denn jn der Tod nit halten kundt.
Alleluia.

Gleich wie solchs in der Schrifft bedeut
durch Jonam vor ein lange zeit,
Den der Wallfisch drey Tag verschlund
und nachmals wider gab gesund.
Alleluia.

In dem er seinen Sieg beweist
an Sünd, Todt, Hell unnd bösen Geist,
Die Er allsampt gaschlagen hat
am Creutz durch seinen bittern Todt.
Alleluia.

Und hat plündert deß starcken Hauß,
jhm sein Harnisch gezogen auß,
Den er viel stärcker uberwandt
und in die Hell mit Ketten band.
Alleluia.

Darbey wir nun auch sehen gwiß,
daß dem HErren der Schlangen Biß
In die Ferschen nit hat geschadt,
da Er jhr jhren Kopff zertratt.
Halleluia.

Und hie steht unsers Glaubens grund,
daß Christus von dem Todt erstund,
Damit Er sein Gottheit bewieß
und macht der Tauffe Bund gewiß.
Halleluia.

Daß wir nun gar kein zweiffel han,
Gott hab sein Tod genommen an
Zur Bezahlung für unser Sünd
und halt uns nun für liebe Kind.
Halleluia.

Demanch wir auch gelauben das,
daß wir endlich in gleicher maß
Vom Todt wider werden erstehn
und mit Christo zum Leben gehn.
Halleluia.

Das gib uns, O HErr Jesu Christ;
der du vom Todt erstnden bist
Unnd wahrer GOtt selbst ewiglich,
daß wir mit Frewden sehen dich!
Halleluia!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Gerhardt, Paul – Sei fröhlich alles weit und breit

1. Sei fröhlich alles weit und breit,
Was vormals war verloren,
Weil Heut der Herr der Herrlichkeit,
den Gott selbst auserkoren
zum Sündenbüßer, der sein Blut
am Kreuz vergossen uns zu gut,
vom Tod ist auferstanden.

2. Wie schön hast du durch deine Macht,
du wilder Feind des Lebens,
Den Lebensfürsten umgebracht:
Dein Stachel ist vergebens
durch ihn geschossen, schnöder Feind,
du hättest wahrlich wohl gemeint,
er würd im Staube bleiben.

3. Nein, nein! Er trägt sein Haupt empor,
ist mächtig durchgedrungen
durch deine Bande, durch dein Tor,
Ja hat im Sieg verschlungen
dich selbst, daß, wer an ihn nur glaubt,
von dir jetzt ein Gespötte treibt,
und spricht : Wo ist dein Stachel?

4. Denn deine Macht, die ists dahin
und keinen Schaden bringet
dem, der sich stets mit Herz und Sinn
zu diesem Fürsten schwinget.
Der fröhlich spricht: Ich leb, und ihr
sollt mit mir leben für und für,`
weil ich es euch erworben.

5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr,
ihr dürfet ihn nicht scheuen,
ich bin sein Siegesfürst und Herr,
des sollt ihr euch erfreuen.
Dazu so bin ich euer Haupt,
drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt,
als Glieder mit mir leben.

6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein,
ich habe sie zerstöret,
Es darf nicht fürchten ihre Pein,
Wer mich und mein Wort höret.
Und weil des Teufels Macht und List
Gedampft, sein Kopf zertreten ist,
mag er ihm auch nicht schaden.

7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg
durch Jesum hat gegeben
und uns den Frieden für den Krieg
und für den Tod das Leben
erworben, der die Sünd und Tod,
Welt, Teufel, Höll und was in Not
uns stürzet, überwunden.

Grafe, Hermann Heinrich – Er ist wahrhaftig auferstanden

1. Er ist wahrhaftig auferstanden,
der für uns litt und für uns starb,
der uns erlöst aus Todesbanden
und ewges Leben uns erwarb,
der uns dereinst lebendig macht
zu seiner Herrlichkeit und Pracht.

2. Er ist wahrhaftig auferstanden!
O Seele, was verzagst du noch?
Für dich ist alles nun vorhanden,
was dich beglückt; so glaub es doch!
Komm, nimm aus seiner Fülle heut
den Reichtum, den sein Leben beut.

3. Er ist wahrhaftig auferstanden!
Mein Herz erfährts, in dem er lebt.
Was alle Gläubigen empfanden,
die Freude, die auch mich durchbebt,
gibt Zeugnis mir durch seinen Geist,
dass mich sein Leben tränkt und speist.

Weitere Texte des Autoren in der Glaubensstimme

Gerhardt, Paul – Auf, auf, mein Herz, mit Freuden

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden,
Nimm wahr, was heut‘ geschieht!
Wie kommt nach großem Leiden
Nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
Da, wo man uns hinträgt,
Wenn von uns unser Geist
Gen Himmel ist gereist.

2. Er war ins Grab gesenket,
Der Feind trieb groß Geschrei.
Eh‘ er’s vermeint und denket
Ist Christus wieder frei
Und ruft: Viktoria!
Schwingt fröhlich hier und da
Sein Fähnlein als ein Held,
Der Feld und Mut behält.

3. Der Held steht aus dem Grabe
Und sieht sich munter üm:
Der Feind liegt und legt abe
Gift, Gall und Ungestüm.
Er wirft zu Christi Fuß
Sein Höllenreich und muß
Selbst in des Siegers Band
Ergeben Fuß und Hand.

4. Das ist mir anzuschauen
Ein rechtes Freudenspiel;
Nun soll mir nicht mehr grauen
Vor allem, was mir will
Entnehmen meinen Mut
Zusamt dem edlen Gut,
So mir durch Jesum Christ
Aus Lieb‘ erworben ist.

5. Die Höll‘ und ihre Rotten,
Die krümmen mir kein Haar;
Der Sünden kann ich spotten,
Bleib‘ allzeit ohn‘ Gefahr;
Der Tod mit seiner Macht
Wird schlecht bei mir geacht’t;
Er bleibt ein totes Bild,
Und wär‘ er noch so wild.

6. Die Welt ist mir ein Lachen
Mit ihrem großen Zorn;
Sie zuernt und kann nicht machen,
All‘ Arbeit ist verlor’n.
Die Trübsal trübt mir nicht
Mein Herz und Angesicht;
Das Unglück ist mein Glück,
Die Nacht mein Sonnenblick.

7. Ich hang‘ und bleib‘ auch hangen
An Christo als ein Glied;
Wo mein Haupt durch ist gangen,
Da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod,
Durch Welt, durch Sünd‘ und Not,
Er reißet durch die Höll‘,
Ich bin stets sein Gesell.

8. Er dringt zum Saal der Ehren,
Ich folg‘ ihm immer nach
Und darf mich gar nicht kehren
An einzig Ungemach.
Es tobe, was da kann,
Mein Haupt nimmt sich mein an;
Mein Heiland ist mein Schild,
Der alles Toben stillt.

9. Er bringt mich an die Pforten,
Die in den Himmel führt,
Daran mit güldnen Worten
Der Reim gelesen wird:
Wer dort wird mit verhöhnt,
Wird hier auch mit gekrönt;
Wer dort mit sterben geht,
Wird hier auch mit erhöht.

Blaurer, Thomas – Ein gsang uff Ostren zesingen.

Christ ist erstanden von dem tod,
Erquickt uß aller angst und nodt!
Ein küng in allen lande,
zerrissen sind all bande,
herrlich ist yetz sin schande!

Im glouben laßt uns zu jm ogn,
Es ist fürwar kein falscher won,
Er tragt noch sine wunden,
warhafft ist er erfunden
und trüw an sinen frunden.

Wo ist nun dergroß boch und zwang,
Den der ungloub geübt hat lang?
Christ was allein entschlaaffen:
mit sines wortes waaffen
wil er die wält yetz straaffen.

Biß wolgemut, du kleine herd,
In diner trübtnuß hie uff erd!
Du wirst ouch überwinden,
Gott halt ob sinen kinden,
starck gnug ist er den fynden.

Herr Jesu Christ, erweck unns ll,
Das unser keins von dir abfall,
Das wir uns nit versummen,
so du zu gricht wirst kummen
und samlen dine frummen.

Gib uns, das wir zu mittler zyt
Einer den andren hasse nit:
Wir sind all unnütz knechte
und von eim armen gschlechte,
wo uns nit hilfft din grechte.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Behm, Martin – Am H. Ostertage. Aus dem Evangel. Marc. 15.

Von der Auferstehung Jesu Christi

Jesu, du edler Osterfürst,
Der du die ganze Welt regierst,
Du hast uns Lieb und Treu beweist,
Weil du uns Beistand hast geleist.

Ich dank dir für den schweren Krieg,
Darin du hast erlangt den Sieg,
Und bist von Todten auferstandn;
Drum ist Trost, Hülf und Heil vorhandn.

Du hast für unser Sünd gebüßt,
Darum der Mensch gereinigt ist;
Du hast geschwächt des Todes Macht
Und uns das Leben wieder bracht.

Du hast des Teufels Reich zerstört,
Drum man dich billig lobt und ehrt;
Die Hüll zerbrochen und zu gut,
Daß uns nicht brennt die höllsche Gluth.

Du hast uns durch dein Kreuz und Tod
Befreit von aller Angst und Noth
Und schaffest durch dein Auferstehn,
Daß wir vom Tod zum Leben gehn.

Ich bitt: Hilf, daß ich halten mag,
Wie sichs gebührt, den Ostertag,
Daß ich Verlangen nach dir hab,
Dich brünstig such beim Ostergrab.

Breit aus dein Glanz, du Ostersonn,
Gieb unserm Herzen Freud und Wonn,
Zertreib die Dünst der falschen Lehr,
Die Sünder durch dein Kraft bekehr.

Laß in meins finstern Herzens Schrein
Stark blicken deiner Gnaden Schein,
Daß ich im Glauben dich erkenn,
Dich meinen Osterherren nenn.

Hilf auch, daß ich dein Engel find,
Der mir den Osterfried verkünd,
Daß ich erlange Trost und Freud
Zu meiner Seelen Seligkeit.

Dein guter Geist mich wacker mach,
Schlief ich durch Sünd, daß ich erwach,
Von allen Sünden aufersteh,
Im neuen Leben einhergeh.

Und wenn du kommst am jüngsten Tag,
So nimm den Stein von meinem Grab,
Mit Freuden mich vom Tod erweck,
Daß dein Gericht mich nicht erschreck.

Führ mich am großen Ostertag
Ins Himmelreich ohn alle Klag,
Laß mich sein ewig guter Ding,
Daß ich dir Osterlieder sing.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Alber, Erasmus – Hymnus. Ad coenam Agni Teutsch

Im Thon: Wo Gott zum Hauß nicht gibt, etc.

Nun last uns Christum loben fein
und mit einander frölich seyn:
Der Tyrann ist mit seinem Heer
ersoffen in dem Roten Meer.

Wir stunden all in grosser Gfahr,
da er unns wollt vertilgen gar,
Da halff Christ unser lieber HErr
unnd führt uns durch das rote Meer.

Das Lamb mit seinem Blut und Todt
halff uns bald auß der grossen Noht;
Da für uns streit der HErre Christ,
der böse Feind ersoffen ist.

Diß ist das rechte Osterlamb,
gebraten an deß Creutzes Stamm,
Davon niedlich zu essen ist,
das ist der Liebe HErr Jesu Christ.

Diß ist das rechte süsse Brodt,
welchs von uns treibt den ewigen Todt,
Deß Lambs Blut trincken wir dabey,
so sind wir fürm Tyrannen frey.

Ach lieber Gott, wie können wir
für solch Opffer gnug dancken dir,
Dadurch wir von dem wüterich
erlöset sind gewaltiglich.

Du Lamb bist aller Ehren wert,
drumb man dich billich rumbt unnd ehrt.
Es sag dir deine Christenheit
Lob, Ehr und Danck in Ewigkeit.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer