Samuel Rodigast – Was Gott tut, das ist wohlgetan.

Was Gott tut, das ist wohlgetan,
Es bleibt gerecht sein Wille.
Wie er fängt meine Sachen an,
Will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott,
Der in der Not
Mich wohl weiß zu erhalten,
Drum lass ich ihn nur walten.

Was Gott tut, das ist wohlgetan:
Er wird mich nicht betrügen.
Er führet mich auf rechter Bahn:
So lass ich mich begnügen
An seiner Huld
Und hab Geduld;
Er wird mein Unglück wenden:
Es steht in seinen Händen.

Was Gott tut, das ist wohlgetan:
Er wird mich wohl bedenken.
Er, als mein Arzt und Wundermann,
Wird mir nicht Gift einschenken
Für Arzenei.
Gott ist getreu;
Drum will ich auf ihn bauen
und seiner Gnade trauen.

Was Gott tut, das ist wohlgetan:
Er ist mein Licht und Leben,
Der mir nichts Böses gönnen kann;
Ich will mich ihm ergeben
In Freud und Leid.
Es kommt die Zeit,
Da öffentlich erscheinet,
Wie treulich er es meinet.

Was Gott tut, das ist wohlgetan:
Muss ich den Kelch gleich schmecken,
Der bitter ist, nach meinem Wahn:
Lass ich mich doch nicht schrecken,
Weil doch zuletzt
Ich werd ergötzt
Mit süßem Trost im Herzen;
Da weichen alle Schmerzen.

Was Gott tut, das ist wohlgetan:
Dabei will ich verbleiben.
Es mag mich auf die raue Bahn
Not, Tod und Elend treiben:
So wird Gott mich
Ganz väterlich
In seinen Armen halten;
Drum lass ich ihn nur walten.

Samuel Rodigast – Biographie

Samuel Rodigast wurde 1649 zu Gröben bei Jena geboren, besuchte die Schulen in Weimar und ging 1668 auf die Universität Jena. Nach vollendeten Studien wurde er dort 1671 Magister und bald darauf Adjunkt der philosophischen Fakultät. Als solcher dichtete er unser Lied, das übrigens das einzige ist, das von ihm bekannt geworden, aber auch herrlich genug, um seinen Namen unter die Zahl der Kirchenliederdichter aufzunehmen. Im Jahre 1680 wurde Konrektor am grauen Kloster in Berlin und 1697 Rektor an derselben Anstalt, nachdem er vorher mehrere andere Stellen, wozu er berufen wurde, abgelehnt hatte. Sein Todesjahr ist 1708.