Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Wohl einem Haus, da Jesus Christ

1. Wohl einem Haus, da Jesus Christ
Allein das all in allem ist.
Ja, wenn er nicht darinnen wär,
Wie elend wärs, wie arm und leer!

2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind
In einem Glaubenssinn verbind’t,
Zu dienen ihrem Herrn und Gott
Nach seinem Willen und Gebot!

3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt
Ein Vorbild vor die Augen stellt,
Dass ohne Gottesdienst im Geist
Das äußre Werk nichts ist und heißt.

4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet
Beständig in die Höhe geht,
Und man nichts treibet fort und fort
Als Gottes Werk, als Gottes Wort.

5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand
Mit fleißiger, geschickter Hand
Ein jegliches nach seiner Art,
Was ihm vertraut ist, treu bewahrt.

6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind,
Und wenn sie Kind und Kindeskind
Versäumen nicht am ewgen Glück;
Dann bleibet ihrer kein’s zurück.

7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht:
Die Eltern werden hoch erfreut,
Und ihren Kindern sieht man’s an,
Wie Gott die Seinen segnen kann.

8. So mach ich denn zu dieser Stund
Samt meinem Hause diesen Bund:
Wenn alles Volk vom Herrn abwich,
Doch dienen wir Ihm ewiglich!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Auf, Herz und auch ihr Lippen

1.) Auf, Herz und auch ihr Lippen,
Dass ihr, so schlecht es klingt,
Ein Kindlein in der Krippen,
Das Jesus heißt, besingt,
Von welchem die Propheten
Gezeuget glaubensvoll,
Dass er sein Volk erretten
Und selig machen soll.

2.) Das Warten aller Frommen
Im Alten Testament,
Messias ist gekommen,
Des Glaubens Element.
Der Text vom Engelliede:
Lob, dass der Himmel tönt,
Auf Erden kommt der Friede,
Die Menschen sind versöhnt!

3.) Er ist der Weibes-Same,
Den Gott verheißen hat.
Als er auf Erden kame,
Da fand er keine Statt,
Nicht Platz noch Raum zu liegen,
Im Stalle kehrt‘ er ein.
Man legt statt einer Wiegen
Ihn in ein Krippelein.

4.) Wer kommt herzu getreten,
Das Jesus-Kind zu sehn?
Wer kommt es anzubeten
Und ihm zu Dienst zu stehn?
Wer merkt auf seine Lippen?
Er redet ohne Wort,
Er predigt aus der Krippen:
Was lehrt euch dieser Ort?

5.) Für euch und euren Orden,
Spricht er, bin ich so schwach,
So arm, so niedrig worden,
Dass ich euch herrlich mach‘.
Wer mein‘ begehrt auf Erden
Und nimmt in’s Herz mich ein,
Soll meine Wohnung werden
Und ewig bei mir sein.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Den heilig, heilig, heilgen Geist

1.) Den heilig, heilig, heilgen Geist
Kann fleischlichs Aug‘ nicht sehen.
Denn Fleisch ist Fleisch und kann als Tod
Im Geiste nichts verstehen,
Die Sünde liegt im Fleisch verdammt
Und was von Gott nicht selber stammt,
Mag nicht zu Gott gelangen.

2.) Wär‘ auch der große Lehrer nicht
Von Gott zu uns gekommen,
Wir hätten ewig nichts vom Licht
Und Gottes Weg vernommen.
Der sprach: Dies ist der Weg allein,
In Gottes Reich geht niemand ein,
Er sei denn neu geboren!

3.) Gleich wie er Fleisch geboren ward
Vom Fleisch, muss er auf Erden
Nun auch nach geistlich neuer Art,
Vom Geist geboren werden.
Und das geschicht nach Gottes Rat,
Im Heil’gen Geist durch’s Wasserbad
Der Taufe Jesu Christi.

4.) Wie die Geburt aus Gott geschieht,
Kann fleischlich’s Aug‘ nicht sehen
Und wenn es ein Kind Gottes sieht
In Geisteskräften gehen,
So weiß es nicht, woher doch wohl
Dies neue Leben kommen soll,
Noch wo sein Weg hingehet.

5.) Woher? Von oben. Und wohin?
Zu Christo in den Himmel.
Hinauf erhebt der neue Sinn
Sich aus dem Weltgetümmel.
Da, wo des Menschen Sohn hinfuhr,
Gen Himmel steht alleine nur
Sein Sehnen und Verlangen.

6.) Gott Lob dem Vater, Sohn und Geist!
Dass ich auch neugeboren.
So wahr als Gott wahrhaftig heißt,
Geh‘ ich nun nicht verloren.
Ich sehe Jesum Christum an,
Der hat für mich genug getan,
Den Himmel mir erworben.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Der Vater zürnt von Herzen nicht

1.) Der Vater zürnt von Herzen nicht,
Er liebet, wen er stäupet.
Gedanke, voller Trost und Licht
Er war und ist und bleibet
Doch Vater, ob er zornig scheint,
Ist alles mir zu gut gemeint,
Ist alles lauter Güte.

2.) Auch unempfunden ist er Gott,
Scheint auch sein Angesichte
Verhüllt, als wenn er in der Not
Es nimmer auf mich richte,
Sieht er auf mich doch väterlich.
Seh ich ihn nicht, so sieht er mich
Und denkt schon meine Hilfe.

3.) Fühl ich ihn nicht, so fühlt sein Herz
Doch was mich kränkt und drücket.
Er fühlet allen meinen Schmerz,
Er lindert und erquicket
Mit seinem Troste mein Gemüt,
Wenn er mich lechzen, schmachten sieht
Nach ihm und seiner Gnade.

4.) Wenn einer aller Väter Herz
In eines schmelzen könnte
Und hielt dagegen Gottes Herz,
Wie es in Liebe brennte,
Wie es so zart ist und so weich,
Sie wären toten Kohlen gleich,
Dagegen Stahl und Eisen.

5.) Gott ist die Liebe und wo nur
Ein Fünklein im Gemüte
Und Herzen einer Kreatur
Von Liebesfeuer glühte:
Das kommt von ihm, das facht er an.
Der allertreuste Vater kann
So treu und zart nicht lieben.

6.) Darum, o Vater, werf ich mich
In deine Gnadenarme,
Weiß, dass sich mehr als väterlich
Dein Vaterherz erbarme.
Ob du mich herzest oder stäupst,
So weiß ich, dass du Vater bleibst,
Der seine Kinder liebet.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Jesus gestern, Jesus heute

1.) Jesus gestern, Jesus heute,
Jesus, Jesus, immerdar,
Jesus stets derselbe Jesus
Auch im neuen Kirchenjahr.
Jesus, der, von welchem zeuget
Aller der Propheten Mund,
Jesus war und ist und bleibet
Unser ew’ger Glaubensgrund.

2.) Jesus aller Väter Hoffen,
Er, auf welchen alle Schrift,
Die von Christo spricht und zeuget,
Ganz allein zusammentrift,
So, dass auch die Schrifterfüllung
Hinfort ja an niemand mehr,
Wenn es nicht an ihm geschehen,
Zu erfüllen möglich wär.

3.) Dieser Jesus, der in Armut
Und in Niedrigkeit erschien,
Der in seiner Stadt als König
Ohne Prangen einzuziehn
Und dazu ein Eselsfüllen
Zu erwählen sich nicht scheut,
Dieser ist’s, an dem zu glauben
Sich mein ganzes Herz erfreut.

4.) Dieser Jesus, dessen Augen
Alles allenthalben seh’n,
Dieser, welchem alle Dinge
Zu Befehl und Willen stehn,
Dessen Recht zum Königreiche
Niemand mehr bezweifeln kann.
Dieser kommt auch mir ein König,
Diesem Herrn gehör‘ ich an.

5.) Dieser Herr ist ein Gerechter
Und ein Helfer in der Not.
Dieser Helfer hilft im Leben
Und auch endlich in dem Tod.
Jesus schenkt den Ungerechten
Selber die Gerechtigkeit
Und für die befleckten Kleider
Seiner Unschuld weißes Kleid.

6.) Hosinna, Davids Sohne,
Dem Gesegneten des Herrn!
Dem in vollem Licht und Klarheit
Aufgegangen Jakobs Stern.
Heil und Glück und Sieg und Segen
Sei mit diesem heil’gen Christ,
Der im Namen unsers Gottes
Zu uns Menschen kommen ist.

7.) Hosianna, in der Höhe,
Lob im Himmel vor dem Thron!
Macht und Herrlichkeit und Ehre
Gottes eingebornen Sohn!
Hosianna, auf der Erden,
Ruf ihm aller Odem zu,
Hosianna, dem, der kommet,
Meine Seele, ruf auch du!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – O großer König Jesus Christ

1.) O großer König Jesus Christ,
Der du der Welt Erlöser bist,
Wir bitten um Barmherzigkeit
Und sind zu deinem Lob bereit.

2.) Preis sei der großen Gnad‘ und Huld,
Dass du die ganze Sündenschuld
Und Strafe, welche wir verdient,
Mit Blut und Wunden ausgesühnt!

3.) Heut‘ stiegst du siegesvoll empor,
Brachst als das ew’ge Licht hervor.
In deines Vaters Herrlichkeit,
Die dein war schon vor aller Zeit.

4.) Herr Jesu Christ, durch deinen Geist,
Der deiner Gläub’gen Tröster heißt,
Stärk uns im Glauben und bewahr‘
Darinnen deine Christenschar!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Herr, der du alle Ding

1.) Herr, der du alle Ding‘,
Die Wasser samt der Erden,
Durch dein allmächtig‘ Wort
Im Anfang ließest werden,
Kann auch, Immanuel,
In Israels Gemein‘
Ein Mangel, wo du bist,
An frischem Wasser sein?

2.) O Hirte, willst du nicht
An deine Herde denken?
Wer wird sie sonst als du
In dieser Wüste tränken?
Wer ist wie du, der Stein
Zu Wasser machen kann?
Wenn er sich stein’gen ließ,
Wär’s doch noch nicht getan!

3.) Fels unsrer Zuversicht,
Lass heute dich erweichen!
Du bist der Fels – von dir
War jener Fels ein Zeichen.
Du bist’s, aus dessen Seit‘
Lebend’ges Wasser quillt,
Womit sich seinen Durst
Das Heer der Sünder stillt.

4.) O Seelen, greifet zu,
Lasst’s euch nicht zweimal sagen!
Dass Moses an den Fels
Zum zweitenmal geschlagen
Und nicht auf’s erste gleich
Im Glauben Gott geehrt,
Hat ihm in Kanaan
Den Übergang verwehrt.

5.) Wir schlagen an dein Herz,
Herr, lass uns nicht verschmachten!
Du pflegest kein Gebet,
Kein Schreien zu verachten:
So gieß denn über uns
Durch deine milde Hand
Den Gnadenregen aus,
So jauchzet dir das Land!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Du kleine Herde, hebe

1.) Du kleine Herde, hebe
Dein Haupt mit Freuden auf,
Im Gegenteil erbebe,
Du roher Sündehauf‘!
Der Herr kommt, seinen Freunden
Zum ew’gen Trost und Licht,
Der Herr kommt, seinen Feinden
Zum Schrecken und Gericht.

2.) Er kommt uns täglich näher
Und seiner Zukunft Plan
Zeigt uns der heil’ge Seher
Johannes pünktlich an.
Es geht kein Tag vorüber,
Sein Kommen naht herzu:
Je eher, desto lieber,
Herr Jesu, komme du!

3.) Gib, dass wir wacker seien,
Und beten allezeit,
So wird das Wort uns freuen:
Er kommt, er ist nicht weit!
Lass uns nur nichts betören,
Lass uns die Herzen nicht
Bedrücken noch beschweren
Durch irdisches Gewicht!

4.) O, lass uns nicht vergessen,
Stets nüchtern, Herr, zu sein!
Weh denen, die da fressen
Und saufen sich voll Wein,
Wenn in der Wollustliebe,
Wenn in dem Sündenspiel
Der Tag gleich einem Diebe
Sie plötzlich überfiel!

5.) Weck alle sichern Herzen,
Herr Jesu, selber auf,
Damit wir nicht verscherzen
Das Heil in unserm Lauf,
Dass wir von deinem Throne
Nicht als Verdammte gehn,
Dass vor des Menschen Sohne
Wir dort mit Freuden stehn!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – O wunderbarer Gott

1.) O wunderbarer Gott,
Wie du der Wundersame,
So ist dein Wunderweg,
Dein wunderbarer Name.
Bis auf den heut’gen Tag,
Von meiner Jugend an,
Hast du der Wunder viel
An deinem Knecht getan!

2.) Mit höchstem, weisem Rat
Vollführst du deine Taten,
Wie treu, wie väterlich
Hast du mich stets beraten!
Wenn aller Rat gefehlt,
So hat’s dein Rat bedacht,
Dein Rat hat alles wohl
Und mir zum Heil gemacht!

3.) Wo, da ich nichts an mir,
Als lauter Unmacht merke,
Wo hätt‘ ich eine Kraft
Zu dem geringsten Werke?
Du aber, der bisher
Mir Stärk‘ und Kraft verlieh
Und deine starke Hand,
Sei meine Kraft auch hie!

4.) Mit deinem Heldenarm
Hast du mich stets getragen,
Bei deiner Heldenhand
Darf ich noch nicht verzagen.
Dein ist der Sieg, o Held,
Dein ist der Ruhm allein.
Du aller Fürsten Fürst,
zieh mit mir aus und ein!

5.) O ewig’s Vaterherz!
Mir ewig wohl gewogen,
Wie hast du mich geliebt,
Wie hast du mich gezogen!
Mein in die Eitelkeit
Zerstreuetes Gemüt
Zu dir, zu dir gelenkt,
Aus lauter Gnad‘ und Güt‘!

6.) Ja, großer Friedefürst!
Durch deine Friedenshände,
Durch deinen Friedensgeist
Mach allem Streit ein Ende!
Zieh mich mit deinem Geist
Zu jedem Werke an
Und steck auf deinen Stuhl
Die Siegs- und Friedensfahn‘!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Heut fang ich wieder an zu zählen

1.) Heut fang ich wieder an zu zählen
Die Tage meiner kurzen Zeit.
Heut blüht mein ewiges Erwählen
In Jesu Namens Herrlichkeit.
Ja, ewig will ich nur allein
In Jesu Namen selig sein.

2.) Dem will ich heut ein Jahrfest feiern
Und meinen Bund, den er mit Gott
Für mich gestiftet hat, erneuern:
Ihm treu zu sein bis in den Tod.
Hernach will ich auch nur allein
In Jesu Namen selig sein.

3.) In Jesu Namens Macht und Stärke
Fang ich dies Jahr im Glauben an.
Herr Jesu, segne meine Werke!
So sind sie recht in Gott getan.
Im Glauben will ich nur allein
In Jesu Namen selig sein.

4.) Noch eine Bitt‘ gewähr‘ uns heute,
Dass unserm Fürsten dieses Jahr
Sein Haus, Regierung, Land und Leute
Dein‘ Name gnädiglich bewahr.
Es müsse mit uns insgemein
In Jesu Namen selig sein.

5.) So fang ich denn in Jesu Namen
Den Lauf heut wieder fröhlich an.
In ihm sei alles Ja und Amen!
Durch ihn, mit ihm, in Gott getan!
Mit mir – ich geh aus oder ein –
Wird Jesus überall stets sein.

6.) Mein Leib, gemacht aus Staub und Erden
Wird nun, weil Gott Mensch worden ist,
Ein Tempel Gottes wieder werden.
So wahr im Leibe Jesu Christ
Gott wohnte, kann mein Fleisch und Bein
Im Geist heut Gottes Tempel sein.

7.) Der unter das Gesetz Getane,
Für uns geborne Sohn und Held
Hat alsobald die Jesus-Fahne
Zur Gnadenwerbung aufgestellt.
Hierher, wer des Gesetzes Pein
Gern los und ledig möchte sein.

8.) Er ist der Welt zum Heil erschienen,
Er, der die Sünder selig macht.
Er ist ein Jesus, er hat ihnen
Das Himmelreich herab gebracht.
In Jesu Namen nur allein
Steht aller Sünder Seligsein.