Joachim Neander – Biographie

Joachim Neander, eigentlich Neumann, wurde im Jahre 1640 zu Bremen geboren und war in seiner Jugend ein weltliebender und ungläubiger Mensch, bis er plötzlich durch eine Predigt von Undereyk, der in seiner Vaterstadt als Prediger wirkte und wegen seiner Frömmigkeit und seines Dringens auf lebendiges Christentum als ein Schwärmer verschrien war, bis zu Tränen gerührt und unter dessen nachmaliger Leitung zu einem gottseligen Wandel bekehrt wurde. Zur Vollendung seiner Bekehrung trug dann noch sein näherer Umgang mit Spener und dessen Freunden bei, als er nach Beendigung seiner Studien als Erzieher mehrerer Kaufmannssöhne nach Frankfurt am Main kam und mit Spener bekannt wurde. Zur Erinnerung an diesen Umgang widmete er dem Spenerschen Freundeskreise später seine im Jahre 1679 herausgegebenen „Bundeslieder“. Im Jahre 1674 kam er als Rektor der reformierten Schule nach Düsseldorf, hatte jedoch hier um seines Glaubens willen mancherlei Verfolgungen zu erleiden, bis er zuletzt durch den Hass seiner Feinde sogar aus Amt und Stadt vertrieben wurde und heimatlos mehrere Monate lang in einer Felsenhöhle am Rhein, die noch heute von ihm die Neanderhöhle heißt, sich aufhielt. Im Jahre 1679 wurde er jedoch zum Prediger an der St. Martinskirche in seiner Vaterstadt berufen und war nun der nächste Amtsgenosse Undereyks, der an derselben Kirche stand. Treu und unerschrocken predigte er die Wahrheit, hatte aber auch hier mancherlei Verunglimpfungen zu erdulden. Doch schon im folgenden Jahre 1680 starb er, mit den Worten 10: Es sollen wohl Berge weichen rc. auf den Lippen.

Neander war der erste bedeutende Dichter der reformierten Kirche und hat überhaupt 72 Lieder hinterlassen. Sie sind anspruchslose und einfache, aber zugleich innige und herzliche Zeugnisse von der Seligkeit eines in Gott ruhenden Gemüts, und wenn auch hie und da die Form noch weniger vollendet ist, so stehen sie doch auf echt biblischem Grunde und sind frei von aller unklaren Mystik, weshalb man ihn mit Recht den „Psalmisten des neuen Bundes“ genannt hat.