Philipp Friedrich Hiller – Seelen, laßt uns Gutes tun,

Seelen, laßt uns Gutes tun,
Gutes, und nicht müde werden!
Wann es Zeit ist, wird man ruhn,
O wie sanft, von den Beschwerden!
Aber ruhen nicht allein,
Dort wird auch die Ernte sein.

2. O dass wir an unsrer Zeit
Auf die Ewigkeit hin lernten!
Wer hier kärglich ausgestreut,
Wird auch wieder kärglich ernten;
Wer hier reichlich Gutes tut,
Sammelt dort auch reiches Gut.

3. O dass nach dem Augenschein
Keiner bloß das Säen richte!
Manches Körnlein scheinet klein,
Und trägt zehenfältig Früchte.
Klein gesät und dennoch dicht,
Fehlet in der Ernte nicht.

4. Lehr, o Gott, mich Gutes tun
Und im Treusein nicht erliegen;
Denn die Zeit dazu ist nun
Und sie wird so schnell verfliegen;
Wenn man gleich was Kleines tut:
Ist’s nur gut, so ist es gut!

5. Stelle mir die Ernte für,
Dass ich darf auf Hoffnung säen!
Was wir tun und tun es dir,
Läss’st du nicht umsonst geschehen;
Hat man kein Verdienst davon,
Gibt die Gnade dennoch Lohn.

Johann Timotheus Hermes – Ich hab‘ von ferne, Herr, deinen Thron erblickt,

Ich hab‘ von ferne, Herr, deinen Thron erblickt,
Und hätte gern mein Herz vorausgeschickt,
Und hätte gern mein müdes Leben,
Schöpfer der Geister, dir hingegeben!

Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn!
Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön.
Könnt‘ ich an diesen hellen Thronen
Doch schon von heute an ewig wohnen!

Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt:
Das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt.
Ich bin noch nicht genug gereinigt,
Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt,

Doch bin ich fröhlich, das mich kein Bann erschreckt;
Ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt.
Ich will mich noch im Leiden üben
Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.

Ich bin zufrieden, das ich die Stadt gesehn;
Und ohn‘ Ermüden will ich ihr näher gehn,
Und ihre hellen goldnen Gassen
Lebenslang nicht aus den Augen lassen.

Peter Busch – Ich freue mich der frohen Zeit

Ich freue mich der frohen Zeit,
Da ich werd auferstehen.
Dann werd ich in der Herrlichkeit
Dich, Gott , mein Heiland! sehen.
Dann werd auch ich, O HErr! durch dich,
Verklärt mit allen Frommen
Zur Himmelsruhe kommen.

2. Ja, HErr! du führst sie einst heran,
Die Stunde der Erlösung;
Die Stunde, da ich hoffen kann
Ganz völlige Genesung,
Da, Engeln gleich, Im Himmelreich
Mich Ruhe , Lust und Leben
In Ewigkeit umgeben.

3. Der du die Auferstehung bist!
Du bists, an den ich glaube.
Ich weiß , dass ich durch dich,
HErr Christ! Im Tode nicht verbleibe.
Und dein Gericht
Schreckt mich dann nicht
Mit tötenden Gewittern,
Wenn alle Frevler zittern.

4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit
Vor dir, mein Haupt! zu stehen,
und mit dir in die Herrlichkeit
Frohlockend einzugehen.
O! hilf du mir aus Gnaden, hier
Zum Glück der Ewigkeiten
Mich würdig zu bereiten.