unbekannt – Zum Himmel bist du eingegangen

Zum Himmel bist du eingegangen,
mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ;
wie sollte mich nun nicht verlangen,
auch dort zu sein, wo du nun bist?
Ich bin ja nur ein Pilgrim hier;
nimm in die Heimat mich zu dir.

2. Vom Tode standst du auf zum Leben
und gingst verklärt zum Himmel ein;
so muss sich auch mein Geist erheben,
soll ich nicht tot in Sünden sein.
Ein neues Leben wirk in mir,
so komm ich einst gewiß zu dir.

3. Am Ölberg fingen deine Leiden
mit bittern Todesängsten an;
am Ölberg gingst in hohen Freuden
du siegreich deine Himmelsbahn.
So folgt auf Leiden Herrlichkeit;
zu beiden mache mich bereit.

4. Du hobest segnend deine Hände
beim Scheiden von den Deinen auf;
o hilf, daß einst auch ich vollende,
von dir gesegnet, meinen Lauf.
Wenn ich von dir gesegnet bin,
dann fahr in Frieden ich dahin.

5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken
in deinen Freudenhimmel nach;
mein Herz soll sich an dir erquicken,
der mir die Bahn zum Himmel brach.
Sieht dich auch hier mein Auge nicht,
doch bleibst du meine Zuversicht.

6. Du bist von uns zwar aufgefahren,
Doch ist dein Wort noch immer hier,
Lass dieses Kleinod mich bewahren;
Im Worte redest du zu mir,
Dies leitet meines Lebens Lauf
Und schließt mir deinen Himmel auf.

7. Einst wirst du herrlich wiederkommen,
gleichwie du aufgefahren bist;
dann werd ich völlig aufgenommen,
wo mir bereit mein Erbteil ist.
So leb ich nun im Glauben hier,
im Schauen aber dort mit dir.

Philipp Hiller – Wie gut ist’s, von der Sünde frei!

Wie gut ist’s, von der Sünde frei!
Wie selig, Christi Knecht!
Im Sündendienst ist Sklaverei,
Bei Christo Kindesrecht.

2. Im Sündendienst ist Finsternis,
Den Weg erkennt man nicht;
Bei Christo ist der Gang gewiss,
Man wandelt in dem Licht.

3. Im Sündendienst ist Hass und Leid,
Man plagt, und wird betrübt;
In Christi Reich ist Freudigkeit,
Man liebt und wird geliebt.

4. Die Sünde gibt den Tod zum Lohn,
Das heißt ja schlimm gedient!
Das Leben aber ist im Sohn,
Der uns mit Gott versühnt.

5. O Heiland, dir nur dien‘ ich gern,
Denn du hast mich erkauft;
Ich weiß und will sonst keinen Herrn;
Auf dich bin ich getauft.

6. Wen du frei machst, der ist recht frei,
Du schenkst ihm alle Schuld;
Und darum dank‘ ich deiner Treu‘,
Und rühme deine Huld.

7. Ich bete an, Herr Jesu Christ,
Und sage: ich bin dein;
Nimm mich zu dir, denn wo du bist,
Soll auch dein Diener sein!

Albert Knapp – Geist des Lebens! heil’ge Gabe

Geist des Lebens! heil’ge Gabe,
Du, der Seelen Licht und Trost,
Erntesegen, aus dem Grabe
Unsers Bürgen aufgesprosst,
Uns gesandt vom Himmelsthrone,
Vom erhöhten Menschensohne,
Geist der Kraft und Herrlichkeit:
Mache dir mein Herz bereit!

2. Einst bist du herabgefahren
Als ein Sturmwind aus den Höh’n,
Ließest dich in wunderbaren
Feuerzungen herrlich sehn;
Aber jetzo wehst du stille,
Ohne Zeichen, ohne Hülle,
Auf der Erde nah und fern,
Als ein Atemzug des Herrn.

3. Ihn, den armen Nazarener,
Der gering auf Erden ging,
Ihn, den Mittler und Versöhner,
Der am Kreuz die Welt umfing,
Allen Herzen zu verklären, –
Ihn, den großen Gott der Ehren,
Dessen Herz von Liebe flammt,
Groß zu machen, ist dein Amt.

4. Ja, du nimmst es von dem Seinen,
Wenn du Lebensworte sprichst,
Wenn du bald durch Flehn und Weinen,
Bald durch Psalmen Herzen brichst.
Du bist seines Wesens Spiegel,
Seiner Werk‘ und Worte Siegel,
Zeuge, dass er lebt und liebt,
Zeuge, dass er Leben gibt.

5. Ja, dein Strafen und Erschüttern,
Dass des Lebens Grund erregt,
Dass, wie Strahlen aus Gewittern,
Stolze Geister niederschlägt,
Mahnet, ihm das Herz zu geben;
Und dein gnadenvolles Weben
Richtet in dem Glaubenslauf
Matte Knie tröstend auf.

6. Was die Welt nicht kann erlangen,
Was kein eitles Auge steht,
Soll von dir ein Herz empfangen,
Das die Lust der Erde flieht:
Frieden, von dem Kreuze quillend,
Frieden, alle Klagen stillend,
Hellen Blick in Gottes Rat,
Frucht aus Jesu blut’ger Saat.

7. Was die Welt uns nie gelehret,
Lehrest du den Glauben tun:
Beten, bis der Herr erhöret,
Und in stiller Hoffnung ruhn.
Fleht die Seele bang und schwächlich,
Ach, dann seufzest unaussprechlich
Du durch alle Himmel hin,
Und er kennet deinen Sinn.

8. Was kein Mensch, kein Manneswille,
Keine Kraft der Welt vermag,
Wirkst du mühelos und stille,
Geist des Herrn! am Gnadentag.
Buße gibst du, Glauben, Liebe,
Sanftmut, Demut, keusche Triebe;
Ach, wer ändert, reinigt sich,
Bleibt beim Heiland, ohne dich?

9. O du Pfand des neuen Bundes,
Geist des Vaters, mild und rein,
Heil’ger Odem seines Mundes,
Zeuch in unsre Herzen ein!
Leib und Seele, Haupt und Glieder
Kehren aus dem Tode wieder,
Wo sich deine Gotteskraft
Einen Sitz und Tempel schafft .

12. O wer innig möchte dürsten
Und zum Gnadenthrone gehn,
Würde bald vom Lebensfürsten
Dich, du höchstes Gut, erflehn!
Selig, wer von dir geleitet,
Sich auf Christi Tag bereitet,
Wer dich, wann sein Stündlein schlägt,
Unbetrübt im Herzen trägt!

11. Droben soll, wie Gottes Sterne,
Leuchten Christi Jüngerschar;
Wer strebt aus dieser Ferne
Nach dem großen Jubeljahr?
Lehr‘ uns, Herr! der Welt entrinnen,
Halt‘ in Jesu Herz und Sinnen,
Zeig‘ uns hier im Glauben ihn,
Stell‘ uns dort zum Schauen hin!