Aemilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt – Gott sei Lob! der Tag ist kommen,

Gott sei Lob! der Tag ist kommen,
da ich Jesu werd‘ vertraut,
da ich aller Schuld entnommen
werd‘ in Gottes Huld geschaut.
Gott sei Lob! dass mir bereit
ist des Lammes Hochzeit heut,
da mir Gott zum ewgen Leben
will den ganzen Jesum geben.

Gott! ich komm bei frühem Morgen
zu dir, als dein liebes Kind,
leg in deine Vatersorgen
mich mit Leib und Seel geschwind:
Abba! Vater! sorg für mich,
dass ich ja heut würdiglich,
als dein Gast, bei dir erscheine,
und mit Jesu mich vereine.

Christe! du Lamm Gottes! höre,
weil du trägest meine Sünd‘,
als mein Schatz und Hirt, bekehre
deine Braut, dein Schäflein find‘t;
deiner Güte ich vertrau,
führe mich auf grüner au,
speise mich, mir stets zu Gute,
heute mit deinem Leib und Blute.

Heil’ger Geist! den ich umfasse,
bleibe heut und stets bei mir,
mich mit Beistand nicht verlasse,
sondern hilf, dass selig hier,
mir zum Nutze, Gott zum Preis,
ich genieß die Himmelsspeis,
dass ich dadurch christlich lebe,
freudig meinen Geist aufgebe.

Nun, ich lieg dir, Gott! zu Füßen,
Gottes Liebe schmücke mich!
Meines Jesu Blutvergießen
mache würdig mich durch sich!
Hilf mir drauf du Vaterherz!
hilf mir, Jesu Tod und Schmerz!
hilf mir, Tröster! heut auf Erden,
dass ich möge selig werden.