Aemilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt – Ach, Jesus lebt in mir

Ach, Jesus lebt in mir;
Nichts ist, das uns kann scheiden:
Es ist im Abendmahl
Eins worden aus uns beiden.
Ich hab‘ ihn, er hat mich:
Was sein ist, das ist mein;
Sein Herz, mein Herz Ein Herz;
Was mein ist, das ist sein.

An JEsu hange ich;
Er lebt und ich soll leben:
Er hat mir des zum Pfand
Sein Fleisch und Blut gegeben.
Ich hab die rechte Speis,
Ich hab den rechten Trank,
Dadurch ich ewig leb,
Und dir sag Lob und Dank.

Zum Leben hast du mich
Gespeiset und getränket;
Der Vater hat mir dir
Auch alles mir geschenket.
Auf diesen Trost leb‘ ich
Und fahr‘ auch drauf dahin,
Weil du mein Leben bist
Und sterben mein Gewinn.

Sterb ich dem Leibe nach,
So muss mirs doch gelingen:
Ich werde durch den Tod
Zu dir ins Leben dringen.
Ich weiß es zu gewiss,
Dass mein Erlöser lebt,
Der aus dem Grab auch mich
Zum Leben einst erhebt.

Herr, dieses klaren Worts:
„Ich leb, und ihr sollt leben.“
Will ich durch deine Hilf
Mich nimmermehr begeben.
Sag, Jesu, Amen drauf!
Ich sage dazu Ja.
Es bleibt dabei, ich leb‘,
Amen! Halleluja.