Benjamin Schmolck – Himmelan

1) Himmelan geht unsre Bahn,
wir sind Gäste nur auf Erden,
bis wir dort in Kanaan
durch die Wüsten kommen werden.
Hier ist unser Pilgrims-stand,
droben unser Vaterland.

2) Himmelan schwing dich, mein Geist!
Denn du bist ein himmlisch Wesen
und kannst das, was irdisch heißt,
nicht zu deinem Zweck erlesen.
Ein von Gott erleucht’ter Sinn
kehrt in seinen Ursprung hin.

3) Himmelan! Die Welt kann dir
Nur geborgte Güter geben.
Deine himmlische Begier
muss nach solchen Schätzen streben,
die uns bleiben, wenn die Welt
in ihr erstes Nichts zerfällt.

4) Himmelan! Ich muss mein Herz
auch bei meinem Schatze haben;
denn es kann mich anderwärts
kein so großer Reichtum laben,
weil ich schon im Himmel bin,
wenn ich nur gedenk an ihn.

5) Himmelan! ruft er mir zu,
wenn ich Ihn im Worte höre;
das weist mir den Ort der Ruh,
wo ich einmal hin gehöre.
Hat mich dieses Wort bewahrt,
halt‘ ich eine Himmelfahrt.

6) Himmelan! Denk ich allzeit,
wenn er mir die Tafel decket,
und mein Geist hier allbereit
eine Kraft des Himmels schmecket.
Nach der Kost im Jammertal
folgt des Lammes Hochezitsmahl.

7) Himmelan! Mein Glaube zeigt
mir das schöne Los von ferne,
dass mein Herz schon aufwärts steigt
über Sonne, Mond und Sterne;
denn ihr Licht ist viel zu klein
gegen jenen Glanz und Schein.

8) Himmelan wird mich der Tod
in die rechte Heimat führen,
da ich über alle Not,
ewig werde triumphieren.
Jesus geht mir selbst voran,
dass ich freudig folgen kann!

9) Himmelan! Ach, himmelan!
Das soll meine Losung bleiben.
Ich will allen eitlen Wahn
durch die Himmelslust vertreiben.
Himmelan steht nur mein Sinn,
bis ich in dem Himmel bin.