1. Die Blümlein klein und groß
in meines Herren Garten,
wie prangen sie so schön!
Von mancherlei Gestalt,
Koleur1Farbe, Geruch und Arten,
sie durcheinander stehn.
2. Wie prangen sie so schön,
dem Auge sie gefallen,
das Gottes Wunder meint;
da seiner Weisheit Strahl
und Tugenden in allen,
nach jeder Art, erscheint.
3. Hier Herzenseinfalt grünt,
da heil`ge Weisheit blühet;
dort wächst Geduld beim Kreuz;
Hier süße Andacht man,
da Rein – dort Kleinheit siehet,
kurz, Schönheit allerseits.
4. Vom Glauben Paulus schreibt,
Johannes von der Liebe,
die Hoffnung Petrus stärkt.
Jakobus auf die Werk`,
als Glaubensfrüchte triebe,
den Irrtum Judas merkt.
5. Ein Jüngling will zum Kampf,
ein Vater zum Beschauen,
die Braut vom Lieben redet,
ein Herzenskind spricht süß
vom kindlichen Vertrauen,
ein Beter vom Gebet.
6. Mit Jesu Kindheit will
sich dort ein Herz verbinden,
zum Kreuz hat jener Mut,
in Gottes Gegenwart
kann dieser alles finden,
und der in Christi Blut.
7. Maria schweigt dem Herrn,
und kehrt sich nicht am Handel,
die Martha dienet gern;
ein Hirte nutzt durchs Wort,
ein Schaf durch Sinn und Wandel,
doch alle sind des Herrn.
9. So wirkt der Eine Geist,
nachdem es Ihm gefällt,
den unterschiednen Glanz;
wird dann ein jeder Stein
an seinen Ort gestellt,
so ist der Tempel ganz.
10. O Pracht der Himmelsstadt,
da solche Edelsteine
von tausend Arten seind!
Dies ist die wahre Kirch`,
der heiligen Gemeine,
die hier so arm erscheint.
11. O schönes Paradies,
drin solche Blumen prangen,
und blühen immerfort.
Mögt ich hier blühen schon,
Gestalt und Schmuck erlangen,
der auch noch schön sei dort.
12. Du gloriöses Haupt,
das alle deine Glieder,
mit einem Geist durchdringst,
blas in mich dürres Bein,
bis du`s auch völlig wieder
an seine Stelle bringst.