Arndt, Ernst Moritz – Sonntagslied.

Es ist Sonntag und ist stille
Von allem wilden Thun,
Es ist des Höchsten Wille,
Heut soll die Arbeit ruh’n,
Aus allen wirren Leben
Und aus Mühseligkeit
Soll heut der Mensch sich heben
Zu Gott, zur Ewigkeit.

O größter Held der Gnaden,
O süßer Jesus Christ,
Durch den die Welt geladen
Zur Himmelsfreude ist,
Hilf, hilf uns aus den Schmerzen
Der armen Zeitlichkeit!
Hilf! hebe du die Herzen
Zu Gott, zur Ewigkeit!

O hilf uns, hilf verstehen,
Du süßer Jesus Christ,
Warum du aus den Höhen
Des Himmels kommen bist,
Durch deine Liebesminne,
Durch dein Versöhnungswort
Schleuß Geister auf und Sinne
Heut für den Heimathsort.

Wann fromme Seher weisen,
Durchweht von Geistesweh’n,
Wovor die größten Weisen
Anbetend stille steh’n,
Das Heimathland der Sterne,
Der Geister Lebenslauf,
Schleuß diese sel‘ge Ferne,
Schleuß, Heiland, sie uns auf.

Was Menschenangesichter
Nicht schauen und versteh’n,
Das können, Licht der Lichter,
Allein durch dich wir seh’n
O dahin lehr‘ uns schauen,
Vom Erdenstaub zum Licht,
Gib Glauben, gib Vertrauen
Und Himmelszuversicht.

Es steht uns ja gerichtet
Das Aug zum Himmelsglanz,
Und wird’s von dir gelichtet,
So schaut’s den Himmel ganz;
Und ist das Herz befreiet
Durch dich von Erdengier,
So steh’n wir recht geweihet
Zur Sonntagsfreud vor dir.