Theophil Wurm – Advent 1946 mit den Internierten

Ausgelöscht ist alle Ferne,
Brüder in der Einsamkeit!
Aus dem Übermaß der Sterne
tritt der Stern, der uns befreit,
der den Hirten und den Weisen
gleichermaßen glüht und brennt
und, derweil die Sterne kreisen,
aller Menschen Mühsal kennt.

Ewig ist er aufgegangen,
ewig über Welt und Zeit.
Ewig tröstet er das Bangen,
Bruder, deiner Menschlichkeit.
Ewig leuchtet er dem Hoffen
Mitten in der Mitternacht.
Ewig ist der Himmel offen,
den die Liebe aufgemacht.

Wilhelm Elsässer – Ich bin am Ziel

Ich bin am Ziel, am Ziele meines Lebens!
In Jesu liebt‘ ich viel, und es war nicht vergebens.
Nun ruft er mich, der meine Liebe war,
mit treuem Ruf zu sich, und alles wird nun wahr.
Ich habe nicht umsonst gestritten, umsonst gefleht, umsonst gelitten.
Das Ziel ist da!

Heiß war der Weg, doch stets war er bei mir.
Oft war es nur ein Steg, daß ich verzagte schier.
Nun schließt der Lauf, ich hab mich nicht geirrt.
Im Glauben schau ich auf: Er ist mein ewiger Hirt.
Die Krone ist auch mir bereitet, zur Heimat werd ich hingeleitet.
Das Ziel ist da!

Christa von Viebahn – Dank

Du gabst, mein König, alles für mich hin,
des Himmels Reichtum, Ehre, Ruhm und Macht.
Du fragtest nicht nach Vorteil und Gewinn!
Du kamst und hast dein Opfer ganz gebracht.
Nicht mehr als du, mein Herr, gewesen bist,
will ich auf meinem Weg dir nach hier sein,
und alles mir von dir geworden ist,
und deinem Dienste will ich’s wieder weihn.

Georg von Viebahn – Zur Geburt seiner Tochter Christa

Christine, du bist, ehe du geboren,
mit tausendfältigem, innigheißem Flehn
dem Herrn geweiht, er hat dich auserkoren,
ob alles bricht, sein Friedensbund bleibt stehn.

Christine, Christi Magd und Eigentum,
gebettet in des Heilands treue Hand,
dich trägt der Hirt zu seines Vaters Ruhm
durch diese arge Welt ins ewge Heimatland.

Christine, eine Christin sollst du sein,
demütig, gläubig, hoffend, liebend,
voll Sanftmut und Geduld, von Herzen rein,
gottselgen Wandels stilles Beispiel übend.

Christine! wird einst Jesus Christus rufen
an jenem großen Tage des Gerichts,
dann eile hin zu seines Thrones Stufen,
verwandelt und verklärt, ein Kind des Lichts!

Werner Sylten – Christus allein kann Segen

Christus allein kann Segen auch schaffen aus dem Leid,
auf unbeschwerten Wegen uns führ’n zur Ewigkeit,
die in dies dunkle Leben voll Rätsel und Streit
kann Licht und Freude geben und Fried‘ und Ruh‘ verleiht,
die uns die Welt bleibt schuldig, die uns der Mensch nicht gibt.
Drum schaue nur geduldig auf Christ, der uns geliebt,
daß er sein Leben tauchte in Nacht und Gram und Tod,
und der am Kreuz noch hauchte: „Mein Gott, dennoch, mein Gott.“
Mein Gott, auch in des Lebens dunkler Weglosigkeit
laß uns doch nicht vergebens Not und Verlassenheit
im Schau’n auf dich verwinden. Reiß uns aus Angst und Pein
und laß am Kreuz dich finden, dich unser Heiland sein. Amen.