Gerhardt, Paul – Alle, die ihr, Gott zu ehren

1. Alle, die ihr, Gott zu ehren,
unsre Christlust wollt vermehren,
eya, eya,
Seht und hört vor allen Dingen
Gottes Mutter fröhlich singen
bei dem Kripplein ihres Sohnes:
Eya, eya,
Schlaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, liebes Jesulein!

2. Schlaf, du großer Weltberater,
Bräutigam, Sohn und selbst auch Vater,
eya, eya,
Bett und Lager, das dich trägt,
und hab ich dir zurecht gelegt,
schlaf, du schönes Kindlein!
Eya, eya,
Schlaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, trautes Herzelein!

3. Schlaf, mein Krönlein! Licht und Leben,
was dir lieb, willl ich dir geben,
eya, eya,
Schlaf, du Ausbund aller Gaben,
laß dich speilen, laß dich loben
bei der armen Krippen hier!
Eya, eya,
Schlaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, du mein Ehr und Ruhm!

4. Schlaf, o bestes aller Güter,
schlaf, o Perle der Gemüter,
eya, eya,
Schlaf, mein Trost, dem nichts zu gleichen,
Milch und Honig muß dir weichen,
schlaf, du edler Herzensgast!
Eya, eya,
Schaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, werte Lilienblum!

5. Schlaf, o Kind, den Gott erkoren,
schlaf o Schatz, den ich geboren,
eya,eya,
Schlaf, du frommer Seelen Weide,
schlaf, du frommer Herzen Freude,
schlaf, du meines Leibes Frucht!
Eya, eya,
Schlaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, allersüßstes Lieb!

6. Ich will dir dein Bettlein zieren,
ganz mit Blumen überführen,
eya, eya,
Schlaf, du Luft, die wir erwählen,
schlaf, du Paradeis der Seelen,
schlaf, du wahres Himmelsbrot!
Eya, eya,
Schlaf und Ruhe,
schlaf, schlaf, Heiland aller Welt!

Gerhardt, Paul – Tapfre Leute soll man loben

1. Tapfre Leute soll man loben,
Und was Tugend hat erhoben,
Hebt auch billig unser Fleiß.
Laß, was schnöd ist, unten liegen,
Was die Welt hat überstiegen,
Deme bleibt sein Ruhm und Preis.

2. Also wer, was andre haben
Von des edlen Himmels Gaben,
Weiß gebührlich anzuziehen,
Dem gebührt vor andern allen,
Daß zu seinem Wohlgefallen
Harf und Sotten sich bemühn.

3. Er, Herr Sturm, pflanzt Palmenbäume;
Billig, daß hier keiner Säume,
Ihm ein Ehr und Dank zu tun.
Ich kann nichts mehr als nur bitten,
Daß er stets mög in der Mitten
Aller Tugendpalmen ruhn.

Gerhardt, Paul – Unter allen, die da leben


1. Unter allen, die da leben,
Hat ein jeder seinen Fleiß
Und weiß dessen Frucht zu geben;
Doch hat der den größten Preis,
Der dem Höchsten Ehre bringt
Und von Gottes Namen singt.

2. Unter allen, die da singen
Und mit wohlgefaßter Kunst
Ihrem Schöpfer Opfer bringen,
Hat ein jeder seine Gunst;
Doch ist der am besten dran,
Der mit Andacht singen kann.

Eber, Paul – Das Gebet Josaphats

(2. Chronica Kap. 20)

Wenn wir in höchsten Nöthen sein
Und wissen nicht wo aus noch ein
Und finden weder Hülf noch Rath,
Ob wir gleich sorgen früh und spat:

So ist dieß unser Trost allein,
Daß wir zusammen insgemein
Dich anrufen, o treuer Gott,
Um Rettung aus der Angst und Noth.

Und heben unser Augen und Herz
Zu dir in wahrer Reu und Schmerz
Und suchen der Sünd Vergebung
Und aller Strafen Linderung.

Die du verheißest gnädiglich
Allen, die darum bitten dich
Im Namen deines Sohns Jesu Christ,
Der unser Heil und Fürsprech ist.

Darum kommen wir, o Herre Gott,
Und klagen dir all unser Noth,
Weil wir jetzt stehn verlassen gar
In großer Trübsal und Gefahr.

Sieh nicht an unser Sünden groß,
Sprich uns derselb aus Gnaden los,
Steh uns in unserm Elend bei,
Mach uns von allen Plagen frei.

Auf daß von Herzen können wir
Nachmals mit Freuden danken dir,
Gehorsam sein nach deinem Wort,
Dich allzeit preisen hie und dort.