Weiße, Michael – O göttliche Dreifaltigkeit

Weiße, Michael – O göttliche Dreifaltigkeit

1.) O göttliche Dreifaltigkeit,
In einiger Selbständigkeit,
O Gott in der himmlischen Ruh,
Wie wunderlich erscheinest du.

2.) Du schufst den Menschen rein und gut
Und zierest ihn nach deinem Mut,
Zu deinem Bild formierest ihn
Und machest einen Bund mit ihm.

3.) Da nun der Mensch samt seiner Frucht
Der Sünden halber war verflucht,
Ließest du, Vater, deinen Sohn
Für ihn auf Erden Buße tun.

4.) Da dieser sein Amt ausgericht‘,
Erschien vor deinem Angesicht,
Bat er, dass du uns allermeist
Trösten wolltest mit deinem Geist.

5.) Du warest seiner Bitt‘ bereit,
Begabest menschlich‘ Alberkeit,
Richtest dein‘ Auserwählten zu,
Dass sie kämen zu deiner Ruh.

6.) Die drei Werk‘ unsrer Seligkeit
Preisen dich, o Dreifaltigkeit,
Die du mach Personen genennt
und doch nur e i n Gott wirst erkannt.

7.) Die Seel‘ hat edler Gaben drei,
Vernunft, Wille, Gedächtnis frei.
Weil sie wird dein Bilde genannt,
Wirst du gar fein an ihr erkannt.

8.) Die Sonne so ausbündig gut
Hat ihr Werk, das sie mächtig tut.
Sie leuchtet, wärmet und gibt Kraft,
Deutet damit dein‘ Eigenschaft.

9.) O Licht, heilig‘ Dreifaltigkeit,
Erleucht all‘ unser Dunkelheit,
Erwärm‘ unser Seel‘ und gibt Kraft,
So wächst dein Wort in vollem Saft.

10.) Schein uns mit Gnad‘ von deinem Thron
Und entzünd‘ uns in deinem Sohn
Durch des Heiligen Geistes Kunst
Mit deiner allerbesten Brunst.

11.) Dir, Gott Vater, und deinem Sohn,
Aus dir geborn im höchsten Thron,
Des gleichen dem Heiligen Geist
Sei Lob und Preis in Ewigkeit.

– Amen. –

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