Jan Hus – Abendmahlslied Latein

Jesus Christus, nostra salus,
Quod reclamat omnis malus,
Nobis in sui memoriam
Dedit hanc panis hostiam.

O quam sanctus panis iste.
Tu solus es, Jesu Christe,
Caro, cibus, sacramentum,
Quo non mahus est inventum

Hoc donum suavitatis
Charistasque deitatis,
Virtutis eucharistia,
Communionis gratia.

Ave deitatis forma,
Dei unionis norma.
In te quisque delectatur,
Qui te fide speculatur.

Non est panis, sed est deus
Homo, liberator meus,
Qui in cruce pependisti
Et in carne defecisti.

Esca digna angelorum,
Pietatis lux sanctorum.
Lex mordern approbavit,
Quod antiqua figuravit.

Salutare medicamen,
Peccatorum relevamen,
Pasce nos, a malis leva,
Duc nos, ubi est lux tua.

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Jan Hus – Abendmahlslied deutsch

Jesus, aller Menschen Leben,
Den die Gläubigen erheben,
Gab, ein Bild von seinem Tod‘,
Christen! uns dieß heil’ge Brodt.

Wo ist je ein Brodt gefunden,
Bey dem Menschen so gesunden?
Jesus Christus, du allein
Bist das Brodt, deß wir uns freun.

Aus der ew’gen Liebe Quelle
Kam’s, ein Labsal unsrer Seele,
Daß der Tugend sie sich weih‘
Ganz mit Gott vereinigt sey.

Heil dir, theurer Gottessegen,
Trost auf unsern Lebenswegen!
O wie wird das Herz erquickt,
Das auf dich mit Andacht blickt!

Was das Auge hier nicht schauet,
Sieht der Glaub‘, der Gott vertrauet,
Jesus! dich, der für uns starb,
Uns am Kreuz das Heil erwarb.

Brodt des Lebens, Brodt der Engel,
Du, der heilst der Seele Mängel.
Was die Vorzeit sah‘ im Bild‘,
Sehn wir ganz in dir erfüllt.

Hülfe haben wir gefunden,
Trost für des Gewissens Wunden.
Heile, Hesus, uns, und führ‘
Einst zum Lichte uns, zu dir!

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Annwyl Fritz Jacob von – Göttlicher Nam, sin lob und eer

GOettlicher Nam, sin lob und eer
allzyt sich mer
in himmel und uff erden!
Uß edlem stamm ein küngin her
Christlicher leer
mit züchten unnd gebärden,
Ir guter gloub thut bwärte prob,
zeigt gut werck an, daby wils bston,
und nit abtrünnig werden.

Durch mittel wäg Gott würcken thut
mit gnaden gut,
sin wunder zuerzeigen,
Langsam unnd träg gadt uf sin rut,
sin zorn und wut
gottlosen zugeschweigen,
Volgt bald darnach hart straaf und raach
gantz zornigklich, nit unbillich,
dann all welt ist sin eigen.

Bethulia belägert ward
gantz streng und hart
von Holofernes handen,
Mit bitt unnd gschrey wyblicher art,
die uff Gott harrt,
das volck ward bhüt vor schanden,
Allein durch bitt Wittfrow Judith
erloßt sy Gott uß grosser not:
glück zu in unsren landen!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Annwyl, Fritz Jacob von – Ein Christlich morgengsang.

(„Nüw gsangbüchle rc. Getruckt zuo Zürych by Christoffel Froschauer, Im Jar D. M.XL,“ in 8°, Seite CXCVIII.)

ICh resignier, ufopffer dir,
min Herr und Gott, all mine not,
die mir diß tags zugegen ist;
Förcht mich nit seer vors tüfels heer
und sinem gschell, wält, sünd und hell,
dann du allein mein bschirmer bist,
Und nimbst mich an als din vogtman
unnd eigen knecht, bhalst mich by recht,
das mir din sun erworben hat,
Doch gentzlich on all min zuthon,
verdienst und lon,
damit ich hab den fryen zug
und ziehen mug,
da mir min hertz und gmüt hinstat.

Gloub Göttlichs wort sey mir ein port,
diß tags yngang unnd anefang,
das ich im glouben vest mög bston.
Göttlich warheit unnd grechtigkeit
sey min harnisch, das mich erfrisch
vor fhürin pfylen des satans.
Bschüch mine füß on all verdrieß,
mich darzu rüst, das ich erwüsch
im frid das Euangelium,
Und blyb daby, damit ich fry
gewapnet sy,
wider des tüfels falsche trüg
mich bschirmen müg,
im gloub rechtfertig werd und frumb.

Der helm des heils, hoffnung jrs theils,
sschwert Gottes leer sey mir ein gweer
wider des Tüfels menschen gsatz.
All min begir ich referier
in Gottes hand, so mag niemand
in keinen weg mir bieten tratz.
Was mich anficht, ist min flucht gricht
zu Gottes huld, bekenn min schuld
uß brochnem und zerschlagnem gmüt.
Alls ungelück, der wält falsch tück
Gott mir zuschick:
das sol min morgenopffer syn
in solchem schyn
stell all min sach zu syner gut.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Annwyl, Fritz Jacob von – ES ist umb sunst vernunfft und kunst

ES ist umb sunst vernunfft und kunst,
Göttliche huld zerlangen,
Allein der gloub muß halten drob,
mit gnad von Gott empfangen.
Wär den nit hat, der kumpt zu spaat
mit sinen guten wercken!
Er bätt, er vast, da ist kein rast,
der gloub muß shertz erstercken.

Der gloub ist gneigt, das er erzeigt
mit hilff den nächsten zlieben,
Mit sölchem bscheid im thun kein leid,
all fründschafft gen jm üben.
Diß sind die frücht und edle zücht,
die uß dem glouben springen:
Recht lieben Gott, die zwey gebott
mit gwalt in himmel tringen.

Der gloub allein macht gwüßne rein,
gebiert den rechten friden,
Sunst wie man thu, so ist kein ru
in allen menschen gliden.
O Gott und Herr, den glouben meer
in allen diner hertzen,
Send jnn den geist mit flammens gneist,
bhüt sy vor zwyfels schmertzen!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Annwyl, Fritz Jacob von – Wol denen, die mit sorg und mü

WOl denen, die mit sorg und mü
des Herren gheimnus bhüten
Und suchend jn mit hertz und sinn
und warhafftigen gmüten,
Und sind nit träg, all sine wäg
on allen abstig zwandlen,
Als trüwe knecht sin gricht und recht
mit allen menschen zhandlen.

Wol denen ist, die nit sind gmist
mit menschen gsatz und gbotten,
Ziehen sich von, wöllen nit ston
by den gottlosen rotten,
Wöllen allein sich machen gmein,
des Herren gbott zehalten,
Was sin will sey, jn lassen frey
in all jrn sachen walten.

Wol ist dem man, den Gott wil lan
sin brot mit arbeit gwünnen
Und jm zuschybt, von sinem lyb
sol jm nit frucht zerrinnen:
Sin hußfrow läb wie ein wynräb
in sines huses wenden,
Umb sinen tisch vil jüngling frisch,
geborn uß sinen lenden.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Speratus, Paul – Der XXXVII psalm

czu trost allen, die gewalth und unrecht leyden.

1. Erczürn dich nicht,
sey nicht neydisch,
über den bösen unnd übeltheter;
denn er czubricht
noch also frisch,
wie graß unn kraut von waffen unn wetter.
Hoff du auff got,
thu guts mit rath,
bleyb yn dem land unn neer dich yn dem glauben,
haben
soltu deyn lust an deynem herren;
er wirdt dir geben, was du wilt,
damit gestillt
unnd gar erfüllt,
waß hertz begert; des will er dich geweren,
und thuts geren.

2. Befilh yhm schlecht
die Wege deyn,
und hoff auff yhn, er wird es wol machen,
der all deyn recht
und frumkeyt feyn
ans licht wil bringen; du bist czu schwache.
Halt yhm nur still,
leydt, was er will,
erczürn dich nicht, ob es dem bösen glücket,
schicket
nach seym muthwilligen gefallen;
stehe ab von czorn, und laß den grym,
sonst recht vernym,
du wirst gleych yhm,
von Gott sollt yhr gerichtet werden alle,
brecht groß qualle1).

3. Gleub gar gewiß;
der gotloß hauff
muß werden yemerlich außgerottet;
wo wartung ist
zum herren auff,
da erbt mans land, unn wirt nicht verspottet.
Dort weerts nit lang,
es kompt groß zwang;
der gotloß an seynr stell ist bald verschwunden
funden;
das land für eygen und czu erben
dem elenden und armen wirt;
czu lust gefürt,
mit frid geczirt;
gehe wie es will, so fürcht er keyn verderben,
solt er sterben.

4. Es drewet seer
der gotloß man
dem grechten, und beyßt die czeen zusamen;
doch lachts der herr,
denn er sicht an
den tag seins unfals, der schnell wirt komen.
Sie zucken bald
yhr schwert mit gwald,
ihrn bogen spannen, das sie mögen fellen
ellend,
ym weg auffrichtig leut czu schlachten;
das eygen hertz yhr schwert durchsticht,
ihr bog czerbricht
nach gotts gericht,
wens stündlein kompt, wie wol sie das verachten,
nicht betrachten.

5. Vil besser ist
dem grechten man
das wenig denn viler gotlosen gut;
in kurtzer frist
yhr bog bricht schon;
den grechten got erhellt ynn seyner hut.
Der herr, ich sag,
kennt wol die tag;
der frumen yhr erb das muß ewig bleyben;
treyben
soll sie keyn not yrgend yn schande;
ob gleych eynreyß eyn böse czeyt,
sind sie gefreyt
und mangels queytt2);
wnn theurung wirt, got schickt yn gnug zuhande,
selhs das pfande.

6. Umb kommen muß
die gottloß rott;
die feynd des herren, wie köstlichs scheynen
für überfluß,
on alle nott,
gleich wie eyn aw, wol sie das nicht meynen,
Werden sie doch
all wie der rouch
verschwinden, vil borgen und nicht bezalen;
allen
ist der gerecht barmhertzig und milt;
des erbens land gotts gsegeten,
sein verfluchten
das außrotten;
du findst sy nicht, unn such sie schon, wo du wilt,
ich meyn, das gilt.

Die genng des mans
die foddert Got,
hat an seynn wegen lust, und fichts geren;
fellt er seyns gangs,
bringt yhm keyn spott;
denn got verwirfft nicht, seyn hand muß weren.
Wie yung ich war,
hab nun die yar,
noch sah ich den gerechten nye verlassen,
gassen-
betler seyn sam ward nye kein morgen,
denn teglich er barmhertzig ist,
leycht on genyst
und argelist,
daher yhm kompt seyn segen on verborgen;
wehr soll sorgen?

8. Vom bösen laß,
thue guts all czeyt,
bleyb ymmerdar, denn got liebt das rechte,
und übt keyn haß,
sondern auß leydt
reddt er seyn heylgen, bewarts nicht schlechte.
Wer gotloß ist,
und nicht eyn Christ,
wirt außgerott mit seynem samen schwarlich;
warlich
die grechten erbens land unn bleyben
ewig an yhrem selgen ort,
es gehet yhn fort,
nach gottes wort,
unn weyheit fron; was die ym last beschreyben
glust yhn treyben.

9. Deßhalb seyn mund
gehet allweg umb,
mit weyßheit reddt vom gericht seyn czunge;
seyn hertz all stund
ist gar nicht krumb,
denn gots gesetz ist yhm frisch und yunge.
Es ist nicht sitt,
das schlüpff seyn tritt;
ob yhn der gotloß ficht und wil yhn tötten,
redden
muß yhn der herr von seynen henden,
und ob er schon verurteylt wirt,
dasselb nicht yrrt;
denn got, seyn hyrt,
verdambt yhn nicht, kan yhn nicht lassen schenden,
wirts wol enden.

10. Harr du nur auff
den herren deyn,
bewar seyn weg, wirt er dich erhöhen
czum erb; deyn lauff
muß glücklich seyn,
der gotloß außgerott, wirst du sehen.
Merk dysen fall,
ich sah eyn mal,
wie lorberbeum eynwurzlen den gottlosen;
straffen
mocht man so bald nit überschreyten;
ich fragt yhm nach, war schon dahyn;
so hats eyn synn,
das ist der gwynn:
mensch besser dich, du solt nicht länger beyten,
thues bey czeytten.

11. Darnach bewar
deyn frümkeit wol;
schaw was auffrichtig ist, folg mir eben;
so wirsts gewar,
deyn frid dir sol
endlich begegnen mit guttem leben.
Wer übertritt,
wirt überschütt
mit unfall, und vertilget, mit eynander
wander-
gsell muß er außgerottet werden:
der grechten heyl vom herren doch
dringt über hoch,
allweg und noch.
Got ist yhr sterck, der sie erredt auf erden
auß beschwerden;
warum? das merck: denn sie auff yhn getrawen
unnd fest bawen.

Cosack – Paul Speratus

1) Qual
2) ledig machen