Rambach, Johann Jakob – Großer Mittler, der zur Rechten

Rambach, Johann Jakob – Großer Mittler, der zur Rechten

Großer Mittler, der zur Rechten
seines großen Vaters sitzt
und die Schar von seinen Knechten
in dem Reich der Gnaden schützt,
den auf dem erhabnen Throne
in der königlichen Krone
alles Herr der Ewigkeit
mit verhülltem Antlitz scheut.

Dein Geschäft auf dieser Erden
und dein Opfer ist vollbracht;
was vollendet sollte werden,
ist geschehn durch deine Macht;
da du bist für uns gestorben,
ist uns Gnad und Heil erworben,
und dein siegreich Auferstehn
läßt uns in die Freiheit gehn.

Nun ist dieses dein Geschäfte
in dem obern Heiligtum,
die erworbnen Segenskräfte
durch dein Evangelium
allen denen mitzuteilen,
die zum Thron der Gnaden eilen,
nun wird uns durch deine Hand
Heil und Segen zugewandt.

Deines Volkes werte Namen
trägest du auf deiner Brust,
und an den gerechten Samen
denkest du mit vieler Lust;
du vertrittst, die an die gläuben,
daß sie dir vereinigt bleiben,
bittest in des Vaters Haus
ihnen eine Wohnung aus.

Doch vergißt du auch der Armen,
die der Welt noch dienen, nicht,
weil dein Herz dir vor Erbarmen
über ihrem Elend bricht;
daß dein Vater ihrer schone,
daß er nicht nach Werken lohne,
daß er ändre ihren Sinn,
ach da zielt dein Bitten hin.

Einst in deiner Menschheit Tagen,
als die Sünden aller Welt
dir auf deinen Schultern lagen,
hast du dich vor Gott gestellt,
bald mit Seufzen, bald mit Weinen
für die Sünder zu erscheinen,
o mit welcher Innigkeit
batest du in jener Zeit.

Immer noch wird unser Flehen
durch den Heiland unterstützt,
da er in des Himmels Höhen
zu des Vaters Rechten sitzt.
Nun, Herr, kannst du Satans Klagen
majestätisch niederschlagen,
und nun macht dein theures Blut
unsre böse Sache gut.

Die Verdienste deiner Leiden,
stellst du deinem Vater dar
und vertrittst nunmehr mit Freuden
deine theu’r erlöste Schaar;
daß er möge Kraft und Leben
deinem treuen Volke geben
und die Seelen zu dir zieh’n,
die noch deine Freundschaft flieh’n.

Großer Mittler, sei gepriesen,
daß du in dem Heiligtum
so viel Treu an uns bewiesen;
dir sei Ehre, Preis und Ruhm.
Laß uns dein Verdienst vertreten,
wenn wir zu dem Vater beten;
sprich für uns in letzter Not,
wenn den Mund verschließt der Tod.

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