1. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig,
Lege mich vor deinen Thron;
Schwache Thränen, kindlich Sehnen
Bring ich dir, du Menschensohn.
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Von mir, der ich Asch und Thon.
2. Sieh doch auf mich Herr, ich bitt dich;
Lenke mich nach deinem Sinn,
Dich alleine ich nur meine;
Dein erkaufter Erb ich bin,
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Gieb dich mir, und nimm mich hin.
3. Ich begehre nichts, o Herre,
Als nur deine freie Gnad,
Die du giebest, den du liebest,
Und der dich liebt in der That.
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Der hat alles, der dich hat.
4. Himmelssonne, Seelenwonne,
Unbeflecktes Gotteslamm,
In der Höhle meine Seele
Suchet dich, o Bräutigam.
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Starker Held aus Davids Stamm.
5. Hör, wie kläglich, wie beweglich,
Dir die treue Seele singt,
Wie demütig und wehmütig
Deine Kindes Stimme klingt.
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Dann mein Herze zu dir bringt.
6. Dieser Zeiten Eitelkeiten,
Reichtum, Wollust, Ehr und Freud
Sind nur Schmerzen meinem Herzen,
Welches sucht die Ewigkeit.
Laß dich finden,
Laß dich finden,
Großer Gott, ich bin bereit.
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Andere Fassung
1. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig,
Lege mich vor deinen Thron;
Schwache Tränen, Kindlich Sehnen
Bring‘ ich dir, du Menschensohn:
Lass dich finden, Lass dich finden,
Bin ich gleich nur Asch’und Ton!
2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt‘ dich,
Lenke mich nach deinem Sinn!
Dich alleine Ich nur meine,
Dein erkaufter Erb‘ ich bin:
Lass dich finden, Lass dich finden,
Gib dich mir und nimm mich hin!
3. Herr, erhöre! Ich begehre
Nichts als deine freie Gnad‘,
Die du gibest, Wo du liebest
Und man dich liebt in der Tat:
Lass dich finden, Lass dich finden,
Der hat alles, der dich hat!
4. Rein, voll Wonne, Wie die Sonne,
Ist, o Seelenfreund, dein Herz;
Ich nur finde Noch der Sünde
Tötend Gift in mir mit Schmerz:
Lass dich finden, Lass dich finden,
Schaff in mir ein reines Herz!
5. Tief in Nöten Hilf mir beten,
Kindlich beten, Herr, vor dir;
Ach erscheine, Wann ich weine,
Bald mit deiner Hilfe mir:
Lass dich finden, Lass dich finden,
enn mein Herz verlangt nach dir!
6. Dieser Zeiten Eitelkeiten,
Reichtum, Wollust, Ehr‘ und Freud‘,
Sind nur Schmerzen Meinem Herzen,
Welches sucht die Ewigkeit:
Lass dich finden, Lass dich finden,
Großer Gott, ich bin bereit!